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Beschützer von Brauchtum, Werten und Glauben

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Aufmerksam verfolgten die Traunsteiner Gebirgsschützen den Gottesdienst. (Fotos: Buthke)

Traunstein – Was für ein Festtag in der Großen Kreisstadt: Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein feierten gestern hunderte Besucher anlässlich des 30. Wiedergründungsjubiläums der Gebirgsschützenkompanie Traunstein das Bataillonsfest des Gebirgsschützen-Bataillons Inn-Chiemgau.


Nach einem Gottesdienst auf dem Stadtplatz, den Weihbischof Wolfgang Bischof zelebrierte, marschierten insgesamt 24 Schützenkompanien aus Bayern, dem Salzburger Land, Tirol, Südtirol und Welschtirol sowie die heimischen Trachten- und Schützenvereine in einem farbenprächtigen Festzug durch die Traunsteiner Innenstadt. Begleitet wurden die rund 1500 Teilnehmer von acht Musikkapellen. An den Straßenrändern wurde der Umzug von zahlreichen Besuchern verfolgt.

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Mit Blick auf den Text der Bayernhymne – »Gott mit Dir, Du Land der Bayern...« – sagte der Weihbischof beim Festgottesdienst, Gott sei stets da, aber das Volk vertraue ihm oft nicht mehr und wende sich ab. Vielmehr stellten sich die Menschen in den Mittelpunkt und nicht Gott. »Gott und die Menschen gehören zusammen. Sie sind miteinander verbunden«, sagte der Geistliche. Der Ausdruck »Gott mit Dir...« sei die Einladung, dies zu leben. Die Aufgabe der Gebirgsschützen sei es, diese Verbindung zu schützen. »Dies ist ein neuer, zeitgemäßer Auftrag«, betonte der Weihbischof.

Bekenntnis zur Heimat ist wichtiger denn je

Auch wenn sie zu Brauchtum, Heimat und christlichem Glauben stünden, seien die Gebirgsschützen keine »Ewiggestrigen«, erklärte Landrat Siegfried Walch, der Schirmherr der Feierlichkeiten war. Diese Kritiker hätten nicht verstanden, wofür die Gebirgsschützen stünden. Die Seele der Region bestehe aus der Tradition, Werten und dem christlichen Glauben. »Dies ist ein Zeichen, dass wir uns unsere Art zu leben nicht nehmen lassen und zu den Werten stehen, die unsere Region groß gemacht haben«, sagte Walch. Das Bekenntnis zur Heimat sei wichtiger und moderner denn je.

Auch Oberbürgermeister Christian Kegel dankte den Gebirgsschützen dafür, dass sie für die bayerische Heimat und den christlichen Glauben einstünden, weil dies unsere Tradition sei. Vor 30 Jahren sei die Gebirgsschützenkompanie Traunstein wiedergegründet worden. Voraussetzung für eine Wiedergründung sei, dass bereits vor 1810 eine solche Kompanie bestanden habe. Sein Dank galt allen, die die Traunsteiner Gebirgsschützenkompanie auf den Weg gebracht und all denjenigen, die bis heute Verantwortung getragen haben.

Gauhauptmann Fritz Kelzenberg erinnerte daran, dass der Gebirgsschützengau 1970 gegründet worden sei. Zehn Jahre später sei das Bataillon mit elf Kompanien gegründet und in Gebirgsschützen-Bataillon Inn-Chiemgau umbenannt worden. Mit 17 Kompanien sei das Bataillon heute das größte der fünf Bataillone im Bund der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien.

Die Gebirgsschützen setzten sich dafür ein, das Brauchtum zu erhalten, die Kultur zu fördern und den christlichen Glauben zu bewahren. Unter den veränderten Bedingungen sei es ihre Pflicht, sich für diese Werte einzusetzen, so Kelzenberg.

Lob für gute Ausrichtung des Bataillonsfestes

Landeshauptmann Karl Steiniger dankte der Gebirgsschützenkompanie Traunstein für die gute Ausrichtung des Bataillonsfestes und gratulierte namens des Bundes der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien zum 30. Wiedergründungsfest. Die Traunsteiner Gebirgsschützenkompanie sei bei Veranstaltungen immer dabei und gebe ein sehr gutes Bild ab. Die bayerischen Gebirgsschützen stünden für das wehrhafte Brauchtum, denn zur bayerischen Identität gehöre auch der Erhalt des christlichen Glaubens.

Bereits am Samstag war ein Volksmusikabend im Festzelt gefeiert worden. Auf der Bühne standen die »6 Eggmusi« aus Waging, die »Rotofenmusi« aus dem Berchtesgadener Land, die »Bergmoosmusi« aus Grabenstätt und Surberg sowie der »Adlgasser Viergsang« aus Inzell. Zwischen den einzelnen Musikrunden trug Ansager Heine Albrecht lustige Geschichten und Gedichte vor.

Am Ende der Volksmusikrunden kam die Patenkompanie Wössen/Achental auf die Bühne, um Hauptmann Sebastian Knittler und seinem Stellvertreter, Oberleutnant Thomas Gätzschmann, ein Fass Bier als Patengeschenk zu übergeben. Das Bier könnten sie beim schweißtreibenden Abbau des Festzelts gut gebrauchen, vermutete deren Hauptmann Georg Haslberger. Bjr