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Berufsfachschule erhielt staatliche Anerkennung

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Feierten die staatliche Anerkennung der Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement, die von den Privatschulen Dr. Kalscheuer angeboten wird (von links): Stephan Semmelmayr (Chiemgau Tourismus), Oberbürgermeister Christian Kegel, Landtagsabgeordneter Klaus Steiner, Schulgeschäftsführer Axel Kalscheuer und Nicole Wagner, Mitglied der Schulleitung mit Schülern der HoT beim Vorbereiten kleiner kulinarischer Köstlichkeiten. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Wenn im Englischen etwas »hot« ist, dann bedeutete es entweder »heiß« oder – gerade junge Leute – beschreiben damit etwas ganz besonderes, etwas ganz außergewöhnliches. Über »HoT« freuten sich die Festgäste bei den Privatschulen Dr. Kalscheuer in Traunstein. Bekam doch die dort angebotene Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement (HoT) von der Regierung für Oberbayern ihre staatliche Anerkennung, was in kleinem Kreis geladener Gäste in würdigem Rahmen gefeiert wurde.


»Wir haben darum gebangt«

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Es handelt sich um eine Schulform, die in Bayern eine Sonderform darstellt – verbindet sie doch die berufliche Ausbildung mit dem Erreichen der Fachhochschulreife, und das in einem Fachbereich, der gerade im Landkreis von erheblicher touristischer und wirtschaftlicher Bedeutung ist.

Nicole Wagner, in der Schulleitung zuständig unter anderem für Tourismusfächer, machte in ihren einführenden Worten deutlich, welchen langen Weg man gegangen sei, bis die staatliche Anerkennung der Schule erfolgt sei. Ist doch die Verleihung dieses Prädikats an eine Bestehensquote in der Abschlussprüfung geknüpft. »Wir haben darum gebangt und sind die letzten Jahre, Schüler wie Lehrer, zu einem tollen Team zusammengewachsen.«

Axel Kalscheuer, der Geschäftsführer der Schule, sprach in seinen Ausführungen von einem einzigartigen Bildungsgang der Berufsfachschule mit darin eingebetteter Fachhochschulreife. Einer der Gründe für die Schaffung einer solchen Konstellation sei im Kultusministerium auch gewesen, dass man der sehr guten Ausbildung in Österreich in der Region etwas entgegen setzen wollte. Von Seiten der Arbeitgeber habe es zu der Berufsfachschule nicht nur Zustimmung gegeben. Habe man doch auch befürchtet, dass die Ausbildung junge Menschen von dem Beruf wegziehe. Die Praxis zeige aber, dass ein Drittel in den Bereich Hotel wechsle, ein Drittel ihre berufliche Zukunft im Tourismus sehe und ein Drittel auf die Hochschule gehe. »Unsere Schule steht zwischen der klassischen Berufsausbildung und der Fachoberschule. Sie verbindet beides«, so Kalscheuer. Die Praxisnähe komme dabei den jungen Leuten sehr entgegen. Er sehe die HoT als Vorbild für eine Reihe weiterer Berufsausbildungen mit integrierter Fachhochschulreife.

Solides Fundament für beruflichen Werdegang

Oberbürgermeister Christian Kegel beglückwünschte die Schulleitung zu dem »großartigen Erfolg«. Es sei schön, als »gleichwertiger Spieler« anerkannt zu sein. Traunstein habe als Schulstadt 30 Schulen, darunter 9 Berufsfachschulen. In der Schule sei es möglich, eine qualitativ hochwertige und praxisnahe Ausbildung zu erhalten, die auch für die Region von wichtiger Bedeutung sei. Die Schüler der Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement erhielten ein solides Fundament für ihren beruflichen Werdegang.

Tourismus als bedeutender Wirtschaftsfaktor

Der Geschäftsführer von Chiemgau Tourismus e.V., Stephan Semmelmayr, nannte es einen »Riesenerfolg für die Schule, aber auch für die Stadt« und verwies darauf, dass im Landkreis Umsätze in Höhe von 500 Millionen Euro pro Jahr durch den Tourismus generiert werden. Damit sei man im Tourismus nach München und Nürnberg die größte Tourismusregion. »Wir wollen uns abheben vom Massentourismus. Die Schule ist längst überfällig«, wies er auf die Notwendigkeit einer qualitativ hochwertigen und fundierten Ausbildung im Tourismus hin.

Landtagsabgeordneter Steiner machte deutlich, dass die Berufsfachschule ein wichtiger Bestandteil in der Schullandschaft sei. Die Ausbildung von eigenen Fachkräften sei nötig, um diese nicht von außen holen zu müssen. Gleichzeitig sagte er kritisch, dass der Fachkräftemangel »manchmal auch hausgemacht ist.« Es sei nötig, attraktive Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Daneben hielt er ein Plädoyer für die Wirtschaftsschulen. »Es ist mir ein Anliegen, dass diese erhalten bleiben.« awi