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Berührendes Freilichtspiel öffnet Blick in vergangene Zeiten

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Kathrin Stecher (links) und Eva Maria Dauhrer als Schneeweiß-Wirtin und Kräuter-Wabm im Gespräch. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Eine umjubelte Uraufführung feierte das historische Freilichtspiel »Der schwarze Irta«, das Albert Rosenegger anlässlich der Feierlichkeiten »300 Jahre Heiliges Haupt in der Pfarrkirche Siegsdorf« geschrieben hat. Ein herrlicher Sommerabend belohnte die Akteure aus den Theatervereinen Siegsdorf und Eisenärzt sowie den gesamten Pfarrverband für ihre dreimonatige Probenarbeit unter der Regie von Sepp Kumminger und Martin Tiefenbacher.


Der Park mit den hohen Bäumen hinter der Siegsdorfer Grundschule bildet das ideale Umfeld für die turbulenten, aber oft auch sehr sensiblen Szenen rund um die Jahre 1704 bis 1712. Sie geben Einblick in eine Zeit, in der der Chiemgau immer wieder von Krieg und Gewalt, von Krankheit und Not heimgesucht wurde, in der die Menschen aber dennoch ihren Glauben und die Hoffnung auf Besserung nie verloren haben.

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Sabine Kübler hat dazu eine einfühlsame und berührende Begleitmusik komponiert und auch die musikalische Leitung des Ensembles und des Chores übernommen. Trotz nur kurzer Einarbeitungszeit hatten Paula und Christian Edelmayer mit Unterstützung von Sepp Geisreiter die komplizierte Tontechnik fest im Griff, sodass die Theaterspieler ungehindert ihren Emotionen freien Lauf lassen konnten.

Berührend, humorvoll und spannend setzten die mehr als zwanzig Akteure die Vorgaben von Albert Rosenegger um und nahmen die Besucher mit auf eine Reise in eine längst vergangene Zeit, in der Glück und Verzweiflung, Verzagen und Hoffnung, Hass und Liebe das Leben der Menschen auch wie heute noch begleiteten.

Michael Gallinger führte die Besucher als Sprecher souverän durch die beiden Akte und erklärte immer wieder die Zusammenhänge und Zeitsprünge, während Tobias Stoiber als Schmied von Siegsdorf und Christoph Stoiber als der etwas zurückgebliebene »Ja-Ja-Dofferl« den roten Faden durch die Jahre knüpften. In den Hauptrollen berührten vor allem Maria Mader als Leni und Hans Mader als Voglmoar – besonders bei ihrem emotionalen, gemeinsamen Lied »Grenzenlose Liebe«. Aber auch Simon Herzog als Obermoar und Peter und Elisabeth Daubner als die Daxenbacherischen, Kathrin Stecher als Schneeweiß-Wirtin und Robert Lechner als Osterhamer-Bauer vermittelten glaubwürdig die Ereignisse einer bewegten Epoche.

Greifbar wird der Schrecken der damaligen Zeit besonders beim Eintreffen der »Panduren« die unter ihrem unheimlich authentisch wirkenden Obristen (Georg Oberauer) Angst und Terror verbreiten, die Magd Leni verschleppen und schänden, und als Strafaktion die Stadt Traunstein in Schutt und Asche legen. In eine besondere Rolle ist Eva Maria Dauhrer geschlüpft, die als die Kräuterfrau Wabm im Hintergrund die Fäden zieht und letztendlich auch dem unbeugsamen Voglmoar zu seinem Seelenfrieden verhilft. Eine überraschende Inszenierung, in die auch Pfarrer Thomas von Rechberg eingebunden ist, verbindet abschließend den historischen Rückblick mit den aktuellen Feierlichkeiten. Stehende Ovationen belohnten die Spieler und Musiker für einen unvergleichlichen Theaterabend.

Wer sich das Stück selbst anschauen möchte, hat noch viermal die Gelegenheit dazu. Aufführungen sind am kommenden Samstag und Sonntag sowie am 1. und 2. August jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es bei der Touristinfo Siegsdorf 08662/49 87 45 und an den Abendkassen. FK