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Bericht über Hochwasserschäden im Stadtbereich Traunstein

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Traunstein. Die Stadt Traunstein ist von größeren Hochwasserschäden verschont geblieben. Was das Traunsteiner Tagblatt bereits am Tag nach der großen Flut vermutet hat, bestätigte jetzt auch Oberbürgermeister Manfred Kösterke, der im Stadtrat eine Bilanz der Schäden zog und einen allgemeinen Überblick zum Thema Hochwasserschutz in Traunstein gab. Sein Fazit: »Der Hochwasserschutz hat sich ausbezahlt und ist jeden Cent wert«


Priorität bei den Schutzmaßnahmen soll jetzt der Norden Traunsteins haben; vor allem gelte es, den Ortsteil Kaltenbach besser zu schützen. Dort hat das Hochwasser besonders große Schäden angerichtet, denn es kam von zwei Seiten: vom Rettenbach und von der Traun.

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Die in den letzten Jahren verwirklichten Maßnahmen zum Hochwasserschutz hätten sich sehr gut bewährt, sodass die Untere Stadt vor einer Überflutung verschont geblieben ist. Weil in anderen Orten ober- und unterhalb Traunsteins größere Schäden aufgetreten sind, hat sich offenbar das Gerücht verbreitet, dass durch die Maßnahmen im Stadtbereich andernorts die Gefahr steige. Dem widersprach Kösterke mit Nachdruck: »Es ist absolut unrichtig, dass der Schutz der Stadt zu Lasten der Ober- oder Unterlieger geht.« Wäre dem so, dann würde man ja die Häuser von Traunsteiner Bürgern in Empfing und städtische Einrichtungen wie zum Beispiel die Kläranlage gefährden.

»Im Vergleich zur Region sind wir sehr gut davongekommen«, stellte der Oberbürgermeister fest. Das liege in erster Linie daran, dass die Schutzmaßnahmen im Norden Traunsteins im letzten Jahr abgeschlossen wurden. Es habe nie die Gefahr eines Dammbruchs in der Unteren Stadt gegeben, wie das im Jahr 2002 zu befürchten gewesen sei.

Kösterke hielt zuvor eine kurze Rückschau auf den Hochwasserschutz in den letzten Jahrzehnten. Dabei blickte er zurück auf das Jahr 1994, als die Hochwassermauer zwischen Kammerer Brücke und Gasbrücke errichtet wurde. Er erinnerte daran, wie sich damals die Anwohner der Ettendorfer Straße kritisch geäußert hätten, weil sie durch die Mauer ihres freien Ausblicks beraubt wurden. Spätestens nach dem Hochwasser 2002 seien die Kritiker aber verstummt. Das damalige Hochwasser hätte für sie nämlich verheerende Folgen gehabt.

Wäre 2002 der Damm im Norden gebrochen, dann hätte sich das Hochwasser vermutlich über den Triftweg den Weg in die Untere Stadt gebahnt und diese unter Wasser gesetzt.

Der Redner ging auch kurz auf die Schäden im Sportgelände Empfing ein, die sich auf die Freianlagen beschränkt hätten. Man habe im neuen Sportpark keine Gebäudeschäden. Seinen Rückblick auf das Hochwasser verband das Stadtoberhaupt mit einem Dank an alle, die bei der Bewältigung der Schäden mitgeholfen haben.

Der Stadtrat schließlich ermächtigte ihn, die zur Wiederherstellung der Infrastruktur erforderlichen Aufträge zu erteilen. Das betrifft in erster Linie die Hochwasserschäden an Verkehrswegen, über die wir bereits ausführlich berichtet haben. Derzeit geht man von einem Betrag von etwa 200 000 Euro aus, der im Nachtragshaushalt bereitgestellt werden soll. -K.O.-