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Bergwachthilfe ist »personifizierte Nächstenliebe«

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Denkwürdiger Gottesdienst zur Feier des 80-jährigen Bestehens der Bergwacht Schleching mit Pfarrer Johann Holzner, Remigius Pletschacher, der die Fürbitten las, den Schlechinger Sängern und den Alphornbläsern. (Foto: Reichenbach)

Schleching. Die Bergwacht-Bereitschaft Schleching hat mit einem gelungenen Fest an der Bergrettungswache in Mühlau ihr 80-jähriges Bestehen gefeiert. Viele Bürger und Gäste nahmen an den Jubiläumsfeierlichkeiten teil.


Der Jubiläumstag begann mit einem Festgottesdienst und einer denkwürdigen Predigt von Pfarrer Johann Holzner. Passend zur Bergwelt sangen die Schlechinger Sänger, begleitet von Veronika Schlagbauer an der Gitarre, die Bauernmesse. Die Schlechinger Alphornbläser, darunter Martin Sabold und Christian Zaiser als Bergwachtler, spielten zur Einstimmung und zum Ausklang des Gottesdienstes.

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Die Bergwacht habe Werbung wie die Politiker in den Tagen vor der Wahl nicht nötig, sie sei eine schon lange anerkannte Einrichtung, so Pfarrer Johann Holzner zu Beginn des Gottesdienstes. Er nannte die Bergwachthilfe die »personifizierte Nächstenliebe«. In seiner Predigt nach dem Evangelium des Matthäus – »Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan« – ging er auf die Bedeutung der Bergwacht sein. Man müsse nicht Extrembergsteiger sein, um die Faszination der Berge zu spüren, die unseren Chiemgau prägen. Am Gipfel mit dem Kreuz spüre der Bergsteiger das Wunderwerk von Gottes Schöpfung.

Andererseits hätten die Berge mit rutschigen Flächen, Gewittern, Steinschlag und Lawinen auch eine bedrohliche Seite. Die Zahl derer sei hoch, die verunglücken, weil sie unvorbereitet oder die eigenen Kräfte überschätzend die Berge besteigen. Spontan und weg von den eigenen Familien würden die Bergwachtler Hilfe leisten und ihr Ganzes geben. Nach dramatischen Rettungsaktionen hätten sie physische und psychische Belastungen seelisch zu verkraften. Sie opfern laufend viel Freizeit für Schulungen.

Der Bergwachtdienst sei unausgesprochen ein Dienst an Gott. »Ihr handelt im Sinn der Nächstenliebe«, schloss der Pfarrer mit der Bitte um eine gesunde Wiederkehr der Bergwachtler von ihren Einsätzen. Die erste Lesung und die Fürbitten las Bergwachtler Remigius Pletschacher. Wieder war die Musikkapelle mit Kapellmeister Walter Reisenauer in großer Besetzung angetreten, um das Jubiläumsfest der Bergwacht mit einem Standkonzert zu begleiten. Bergwacht-Bereitschaftsleiter Hannes Hörterer sprach den Förderern für ihre Unterstützung und der Freiwilligen Feuerwehr für die Überlassung der Halle für das Fest den Dank der Bergwacht aus. Ein neues Faltblatt der Bergwacht Schleching »Die Einsatzkräfte der Bergwacht sind auch für Sie da« wirbt um Unterstützung bei den vielfältigen Aufgaben. Neben der Rettungswache waren die Bergwacht-Fahrzeuge ausgestellt. In der Bergwacht-Unterkunft war eine Bilderausstellung mit Fotos aus den Anfangsjahren vor dem Zweiten Weltkrieg bis zu heutigen Einsätzen und Übungen sowie eine Bergwacht-Figur in kompletter Ausrüstung zu besichtigen. Christian Zaiser, stellvertretender Bereitschaftsleiter, hatte einen umfassenden Film mit Fotos und Filmsequenzen von Übungen erstellt, der rundum ablief. Besonders beeindruckend waren die Aufnahmen aus der Hubschrauber-Simulations-Halle in Bad Tölz, wo die schwierigen Hubschrauber-Einsätze einmal im Jahr geprobt werden müssen.

Wie man mit dem Klettergerät Bäume besteigt, um zum Beispiel verunglückte Gleitschirmflieger zu bergen, war nicht nur im Film zu sehen, sondern das zeigte auch Ausbilder Rupert Bachmann neben dem Festplatz. Die Kinder durften bestens gesichert unermüdlich die Kletterwand erklimmen. bre