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»Bergen kann sich geplante Investitionen leisten«

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Bergen – Einen breiten Raum bei der Bürgerversammlung nahm der Bericht von Bürgermeister Stefan Schneider zum Thema Haushalt 2016 ein, vor allem die geplanten Investitionen standen im Mittelpunkt. Die finanzielle Lage der Gemeinde sei gut, deshalb könne sich Bergen die notwendigen und wichtigen Investitionen auch leisten. Im Anschluss hatten die gut 170 Besucher im Festsaal genügend Zeit, ihre Anliegen vorzubringen.


Haushalt hat Volumen von 14,3 Millionen Euro

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Der Haushalt 2016 hat ein Gesamtvolumen von knapp 14,3 Millionen Euro, davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 9,4 Millionen Euro und auf den Vermögenshaushalt 4,9 Millionen Euro.

Als größten finanziellen Brocken bei den Ausgaben nannte er die Kreisumlage mit erwarteten 1,9 Millionen Euro. Er erwähnte auch die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft mit 716 000 Euro. Ausführlich ging der Rathaus-Chef auf die bereits begonnenen Arbeiten zur Kläranlagenerweiterung ein, für die heuer 2,75 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Er sagte, dass für die Erweiterung und Sanierung der Kläranlage die behördliche Baugenehmigung bereits vorlägen. Während der Sanierung würden der dortige Parkplatz und die Zufahrtsstraße gesperrt, kündigte Stefan Schneider an.

Ein weiterer Schwerpunkt seines Berichts war das geplante Einzelprojekt »Berg-Natur-Erlebnis-Hochfelln«, mit dessen Umsetzung diesen April begonnen werden soll. An Projektkosten dürften 320 000 Euro anfallen, davon beträgt die staatliche Förderung 160 000 Euro und an Eigenmittel müssen ebenfalls 160 000 Euro bereitgestellt werden, hieß es.

Schneider ging kurz auf die Entwicklungsgeschichte dieses Projekts ein und stellte das Konzept vor. Die Umsetzung des Projekts soll Ende 2017 abgeschlossen sein. Als Ziel der Maßnahme nannte er die Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf dem Hochfelln unter Einbeziehung bestehender Strukturen und einen schonenden Umgang mit der Natur. So ist auf dem Gipfel des Hochfelln ein barrierefreier Zugang zu allen Aussichtsplätzen wie auch zum Hochfellnhaus und zum Taborkircherl vorgesehen. Wo es notwendig sei, werde eine umweltverträgliche Wegeverbreiterung erstellt, auch werde es mehr Ruhebänke geben und Unterhaltungsplätze für Kinder wie Klettereien und Spielmulden. Außerdem stellte der Bürgermeister den Internetauftritt der Hochfelln-Seilbahn vor und sagte: »Der Hochfelln wird weiterhin die Terrasse des Chiemgaus sein.«

Ein Thema war auch der Hochwasserschutz im Bereich der Weißachen. Laut dem Bürgermeister wurden vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein zwischenzeitlich die Gefahrenflächen ermittelt und bei der Bauleitplanung als betroffene Flächen gekennzeichnet.

Er stellte Maßnahmen zum Schutz des Objekts vor und präsentierte vom Wasserwirtschaftsamt gefertigte Folien über mögliche Überflutungsflächen bei unterschiedlichen Pegelständen während eines Hochwassers.

Schneider betonte, dass die Gemeinde keine Baugrundflächen ausweisen werde, wo entlang der Weißachen eine Hochwassergefahr bestehe.

Drei Bürgerversammlungen im Jahr plant Bürgermeister Stefan Schneider und sagte, dadurch sei mehr Raum für die Diskussion vorhanden, denn primär hat bei diesen Veranstaltungen der Bürger den Vorrang.

Die Erste im heurigen Jahr war jetzt im Festsaal Bergen, die zum Inhalt die Themen Haushalt, Hochfelln und den Hochwasserschutz hatte.

»Wildbieslerei im Kurpark Bergen«

Uwe Drews sprach in der anschließenden Diskussion die Neugestaltung des Hochfelln-Gipfelbereichs an. Diesem Projekt zollt er seine Anerkennung, »doch sollte dabei auch an den Ort Bergen gedacht werden«, der nach Drews Meinung attraktiver gestaltet werden könnte.

Heinz Mayer wollte wissen, was langfristig mit dem Haus des Ordens der Niederbronner Schwestern passiere. »Kann dort eventuell mal eine Unterkunft für Flüchtlinge entstehen?«, fragte er.

Bürgermeister Schneider antwortete, er habe bereits Gespräche mit dem Orden geführt, jedoch noch keine klare Aussage erhalten. Er kündigte die Erarbeitung eins Nutzungskonzeptes durch die Gemeinde an.

Außerdem kritisierte Heinz Mayer »die nahezu alltägliche Wildbieslerei« im Kurpark Bergen und meinte, in diesem Bereich sollten mehr öffentliche Toiletten vorhanden sein. »Diese Notdurft in einem Kurpark zu verrichten, muss wirklich nicht sein«, sagte er – und der Bürgermeister sicherte zu, dass er sich um dieses Problem kümmern werde.

Mayer sprach sich ferner für die Einführung einer Zone 30 am der Hochfellnstraße aus. Die tägliche Raserei dort auf dieser kerzengeraden Straße ärgere ihn. Schneider nahm die Anregung zur Kenntnis und wird dies bei einer der nächsten Verkehrsschauen gegenüber den Behördenvertretern vorbringen, sieht jedoch die Chance zur Einführung einer Zone 30 entlang der Kreisstraße für wenig erfolgreich.

Josef Steiner regte die Verschönerung des großen Parkplatzes beim Festsaal an und Albert List wünscht sich ein häufigeres Ausbaggern von angeschwemmtem Geäst und Geröll entlang der Weißachen im Bereich des Achenweges.

Martin Heigermoser erwähnte die Birkenallee, die entlang der Kreisstraße von Bergen nach Bernhaupten führt und bedauerte, dass dort die Alleebäume immer weniger würden, da für notwendig entfernte Bäume keine Aufforstung erfolge. Dazu sagte der Bürgermeister, dass dies Sache des Landkreises sei und wegen der hohen Gefährdung durch Unfälle, neue Bäume nicht mehr nachgepflanzt würden. OH