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Bergader baut wohl auf eigenem Gelände

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Die Bergader Privatkäserei hat dringenden Erweiterungsbedarf. Eine geplante Verdampferanlage für die Herstellung von Molkepulver soll nun auf eigenem Gelände realisiert werden. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Die Bergader Privatkäserei in Waging hat offenbar ihre schon seit geraumer Zeit öffentlich diskutierten Expansionsbemühungen auf Eis gelegt. Die notwendigen Neubauten, die wegen der guten Auslastung der Firma offenbar dringend erforderlich sind, sollen auf eigenem Grund und Boden realisiert werden. Dies war eine von zahlreichen kommunalpolitischen Informationen, die es bei der Jahreshauptversammlung der Freien Wähler (wir berichteten) gab.


Der scheidende Vorsitzende Beppo Hofmann nahm zum Thema Bergader ausführlich Stellung. Der bei Weitem größte Arbeitgeber in der Gemeinde Waging werde nach seinen Informationen den Betrieb auf eigenem Gelände erweitern. »Die Planungen dafür laufen«. Zunächst sei Bergader ja an den Grundstücken interessiert gewesen, auf denen Bauhof und Feuerwehrhaus stehen. »Das ist derzeit kein Thema mehr«, bekräftigte Hofmann, »das hatten sie mal angedacht«.

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Kress: Nur ein Bauvorhaben konkret in Planung

Bergader-Geschäftsführerin Beatrice Kress ließ auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts erklären, ihre Firma plane zur Zeit nur ein einziges Bauvorhaben konkret, nämlich eine Verdampferanlage für die Herstellung von Molkepulver. Derzeit werde geprüft, ob es möglich sei, dieses Gebäude auf dem eigenen Grundstück zu errichten. Die Firma sei, was ihre Ausdehnungsmöglichkeiten für die Zukunft betreffe, nämlich tatsächlich an der Kapazitätsgrenze. Konkrete Planungen gebe es aber noch nicht.

Beppo Hofmann von den Freien Wählern informierte in der Versammlung auch über den Anbau für die Mittagsbetreuung, die aus allen Nähten platze, und erwähnte die für nächstes Jahr geplante Errichtung einer etwa 7 mal 22 Meter großen Halle für den Bauhof. In Otting laufe eine Umfrage, angeregt von den Gemeindewerken, ob sich die Bewohner eventuell für Nahwärme interessieren würden. Man müsse gegebenenfalls sehen, ob sich eine solche Anlage wirtschaftlich betreiben lasse.

Die Ausweisung des geplanten neuen Baugebiets in Otting habe sich etwas verzögert, weil erst noch die Lärmemissionen vom benachbarten Sportplatzareal und der nahegelegenen Firma geprüft werden müssten.

Um die Nahwärme geht es auch in Tettenhausen. Hier ist das bestehende Heizwerk am Ende seiner Kapazität angelangt. Daher werden verschiedene Varianten für eine Erweiterung geprüft, eventuell ein Umzug der Heizzentrale auf die andere Straßenseite. Hier sei auch ein Bebauungsplan in Arbeit, mit dem die Gemeinde Möglichkeiten für eine Bebauung in diesem Bereich ermitteln wolle.

In der Versammlung gaben auch die Gemeinderats-Referenten kurze Berichte über ihre Bereiche ab. So sprach sich Feuerwehr-Referent Willi Reiter entschieden für den Erhalt aller Feuerwehren aus. Dies sei für die Sicherheit der Bürger, gerade in Katastrophenfällen wie dem Hochwasser des vergangenen Jahres, unerlässlich.

Hias Schneider ist als Referent für die Straßen zuständig. Er berichtete, dass von den heuer eingestellten 300 000 Euro für den Straßenausbau – vergangenes Jahr waren es nur 200 000 Euro – bereits knapp 250 000 Euro verbaut seien. Was seiner Meinung nach im kommenden Jahr unbedingt angepackt werden muss, sei die Straße von Pasee nach Wintermoning, auch wenn dies etliche Hunderttausend Euro kosten werde. Was Maßnahmen für den Hochwasserschutz anbetreffe, sei zwar viel versprochen, aber bisher wenig getan worden; hier gebe es noch erheblichen Bedarf an Schutzmaßnahmen.

Verhandlungen um Grunderwerb

In der Diskussion am Ende der Versammlung monierte Max Häusl, dass im Bereich oberhalb der Geppinger Straße schon wieder gebaut werde, obwohl die Situation des Oberflächenwassers unterhalb noch nicht geklärt sei. Wo bleibe der versprochene Bau eines Regenüberlaufbeckens, wollte er von den Gemeinderäten wissen. Planer Ludwig Kleißl erklärte dazu, dass das Becken gebaut werde, nur seien die Verhandlungen um den Grunderwerb noch nicht ganz abgeschlossen.

Dann wollte Häusl weiter wissen, warum die Fahrzeughalle eines Waginger Autohauses nicht längst gebaut sei. Schließlich habe die Gemeinde schon vor längerer Zeit an die Firma ein Stück vom Bauhofgelände verkauft, was nach Häusls Meinung »ein kompletter Fehlschuss« gewesen sei. Denn damit sei der Grund für die Gemeinde verloren. »Damals hat’s so pressiert, jetzt ist aber immer noch nichts passiert«. Franz Gramminger brach eine Lanze für das Gewerbe: »Einem Gewerbebetrieb soll man entgegenkommen, denn wir leben von der Gewerbesteuer. Sonst könnten wir uns Maßnahmen wie die Turnhalle abschminken«. Aber warum die Fahrzeughalle tatsächlich noch nicht gebaut wurde, konnte letztlich nicht geklärt werden. he