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Bereitschaftsdienst: Rund 8500 Patienten in sieben Monaten

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Bereitschaftsdienst
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Foto: dpa/Bernd Weissbrod

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und die Kliniken Südostbayern ziehen ein positives Fazit zum Pilotprojekt für den Bereitschaftsdienst im Kreis Traunstein und Berchtesgadener Land.


In den Bereitschaftspraxen der KVB seien von März bis September rund 8500 Patienten behandelt worden. Außerdem führten die diensthabenden Ärzte im gleichen Zeitraum rund 2500 medizinisch notwendige Hausbesuche durch.

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Seit März betreibt die KVB eine Bereitschaftspraxis in der Kreisklinik Bad Reichenhall und bereits seit November 2016 eine Bereitschaftspraxis im Klinikum Traunstein. Eine kinder- und jugendärztlichen KVB-Bereitschaftspraxis am Klinikum Traunstein – eröffnet im Juni – und die schon länger bestehende private Bereitschaftspraxis an der Salzachklinik Fridolfing ergänzen das Angebot.

Diese Praxen sind die erste zentrale Anlaufstelle für Patienten, wenn diese außerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten medizinischer Hilfe bedürfen. Zusätzlich gibt es den von der KVB organisierten Fahrdienst, der die medizinisch notwendigen Hausbesuche in der Region durchführt.

Für die niedergelassenen Ärzte in der Region gab es seit der Neuorganisation spürbare Erleichterungen. So sank deren Dienstbelastung im Bereitschaftsdienst von ursprünglich durchschnittlich 250 Stunden auf durchschnittlich 62 Stunden jährlich. Die KVB hofft, dass dieser Umstand unter anderem auch dem Ärztemangel auf dem Land vorgebeugt.

Zusätzliche Unterstützung bekommen die niedergelassenen Ärzte in der Pilotregion von sogenannten »Poolärzten«. Das sind Ärzte, die selbst nicht niedergelassen sind und dadurch nicht zum Bereitschaftsdienst verpflichtet wären, aber diese Dienste freiwillig übernehmen und so dazu beitragen, die Last auf noch mehr Schultern zu verteilen. Insgesamt haben die »Poolärzte« bisher durchschnittlich rund 20 Prozent der Dienststunden in der Region übernommen.

Durch das Pilotprojekt der KVB wurde auch die Sicherheit der Ärzte bei der Durchführung von Hausbesuchen erhöht. So müssen die Ärzte nicht mehr selbst am Steuer sitzen und erhalten darüber hinaus von ihren medizinisch geschulten Fahrern bei ihren Hausbesuchen Unterstützung.

Notaufnahmen nicht mehr so überfüllt wie früher

Für die beteiligten Kliniken Südostbayern hat die Gründung der Bereitschaftspraxen ebenfalls Vorteile. In den vergangenen Jahren hat sich die Anzahl der Patienten, die die Notaufnahmen der Krankenhäuser aufgesucht haben, ständig erhöht. Darunter waren aber auch sehr viele Patienten mit leichteren Erkrankungen. Die hohe Zahl an ambulanten Patienten führte in der Vergangenheit oft zu übervollen Notaufnahmen.

Das hat sich seit der Einrichtung der Bereitschaftspraxen deutlich verbessert. Durch eine systematische Befragung (»Ersteinschätzung«) wird nun am Eingang der Notaufnahmen die Erkrankungsschwere bestimmt und der Patient entweder der Bereitschaftspraxis oder der Notaufnahme zugewiesen. Damit ist sichergestellt, dass jeder Notfallpatient eine adäquate Diagnostik und Behandlung erhält. fb

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