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Die Jugendblaskapelle mit ihrem neuen Leiter Lothar Beyschlag. (Foto: vom Dorp)

Benefiz-Konzert: »Ein Zeichen setzen für Frieden und Gerechtigkeit«

Übersee – Die Begeisterung kannte keine Grenzen. Rund 500 Besucher feierten die Musikanten der Jugendblaskapelle und der Blaskapelle Übersee-Feldwies mit Bravo-Rufen und übermütigen Freuden-Juchzern bei ihrem außergewöhnlichen Benefiz-Konzert in der Turnhalle. Zusammen brachten sie eine breit gefächerte Palette von 15 Musikstücken zu Gehör: von bayerisch-böhmisch-mährischer Blasmusik bis zu modernen Klängen.


Flagge zeigen in diesen unruhigen Zeiten wollte der Musikverein Übersee-Feldwies nach eigener Aussage mit seinem außergewöhnlichen Benefiz-Konzert. »Wir wollen ein Zeichen setzen für Frieden, Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit.« Und so wurden die freiwilligen Eintrittsspenden von 5150 Euro an die Gemeinde überwiesen, die das Geld treuhänderisch für die Unterstützung von ukrainischen Flüchtlingen einsetzt.

Den Auftakt des musikalischen Feuerwerks machte die 27-köpfige Jugendblaskapelle, die allerdings noch von der ersten Generation der Bläserklasse unterstützt wurde. Für den im November nach Bremen abgewanderten, ehemaligen Leiter der Jugendblaskapelle, Constantin Zill, gab dessen Nachfolger Lothar Beyschlag sein erstes Konzert. Vielen Musikfreunden dürfte er als Trompeter der Gruppe »Dicht & Ergreifend« bekannt sein.

Die jungen Musikerinnen und Musiker gaben sich bei ihrem Konzertteil international. Mit einer beeindruckenden und konzentrierten Leistung präsentierten sie die Konzertwerke »Fiesta« und »Indian River«. Außerdem spielten sie die Ballade »Irish Dream« von Kurt Gäble und die umjubelten »Songs of Africa«, arrangiert von Johnnie Vinson.

Kraftvoll und virtuos trumpfte dann der Klangkörper der 50-köpfigen Blaskapelle Übersee-Feldwies unter der Leitung von Thomas Lindlacher auf. Den Anfang machte der UNO-Marsch der Vereinten Nationen von Robert Stolz. Neben Johann Strauß' bekanntem »Tausend und eine Nacht«-Walzer und der mitreißenden Fantasie aus seiner Operette »Die Fledermaus« war auch das stimmungsvolle Stück »Die Moldau« von Friedrich Smetana zu hören. Feurig wurde es mit dem südamerikanischen Paso Doble »La luz del sol«.

Natürlich war auch baye-risch-böhmisch-mährische Blasmusik zu hören. Unter anderem die »Helenen-Polka« von Karel Stastny und die »Sternen-Polka« von Frantisek Manas, der schwungvolle »Barataria Marsch« von Karl Komzak und der Konzertmarsch »Textilaku« von Karol Padivy. Viel Beifall erhielten die Musikanten nach ihrem Ausflug in die Moderne mit dem Medley »Moment for Morricone«. Da lebte der Italo-Western mit Gänsehaut wieder auf.

Natürlich durften nach dem langen Applaus der Zuhörer die Zugaben nicht fehlen. Gespielt wurde die Polka »Sorgenbrecher« von Norbert Gälle und als besonderes Zuckerl noch ein Teil von »Moment for Morricone« mit einer Gesangseinlage des Flügelhornisten Josef Kling.

Als charmante Ansagerin für die Jugendblaskapelle fungierte erstmals die Klarinettenspielerin Vroni Kroner. Bei der Blaskapelle glänzte Karl Jobst als Moderator mit eigenen witzigen und informativen Gedichten.

Ein Kompliment gebührt den Musikerfrauen für ihre liebevolle Dekoration der »Konzerthalle« in den Ukraine-Farben gelb-blau und für die Verköstigung in der Pause.

bvd

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