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Bekommt Oberteisendorf eine Westumfahrung?

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Teisendorf – Soll eine Grobplanung der Umgehungsstraße West weiterverfolgt werden oder soll man sich gegen eine westliche Ortsumfahrung von Oberteisendorf entscheiden? Mit dieser Frage muss sich der Teisendorfer Marktgemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Montag um 18.30 Uhr auseinandersetzen. Zuvor hat die Gemeinde aber für betroffene Bürger einen Informationsabend im Pfarrheim in Teisendorf organisiert.


Bürgermeister Thomas Gasser gab einen Überblick über den bisherigen Verlauf der Verhandlungen zur Westumfahrung, die bereits seit 2013 im Gespräch ist. Nachdem im Frühjahr 2013 Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt worden waren, folgte im Herbst 2013 eine schriftliche Bürgerbefragung. 200 Bürger waren gegen die Ortsumfahrung, 500 wollten die Planung weiterverfolgen. Eine weitere Bürgerbefragung in diesem Frühjahr lieferte ähnliche Ergebnisse.

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Als Gründe für eine Westumfahrung von Oberteisendorf führte Gasser die Minderung des Verkehrsaufkommens im Ortskern, weniger Belastung bei Stau auf der Autobahn, eine großzügige Umgestaltungsmöglichkeit für den Kirchplatz, zusätzliche Bauparzellen durch eine mögliche Ortsabrundung, die Anbindung vom Thumberg und damit eine Entlastung der Höflergasse. Gegen die Umgehungsstraße sprächen laut Bürgermeister der Eingriff in einen sehr sensiblen Naturbereich, die Hanglage, der Eingriff in den Bachlauf, die Zerschneidung der Landwirtschaftlichen Flächen, nicht zur Verfügung stehende Grundstücke und das schwierig abzuschätzende Kostenrisiko für die Kommune.

Straßenbauamt drängt nicht auf Umgehungsstraße

In der Diskussion wurden verschiedene Standpunkte deutlich. Stefan Schießl befürchtete bei einem neuen Straßenverlauf durch die höhere Geschwindigkeit der Fahrzeuge eine stärkere Lärmbelästigung für die Anlieger. Georg Quentin fragte, ob durch eine Umgehungsstraße das Brückenwerk ganz weggelassen werden könne. Dies könne laut Bürgermeister Gasser derzeit noch nicht beantwortet werden, da es von der Trassenführung abhänge, die noch nicht feststehe. Martin Hiebl fragte, ob das Straßenbauamt auf eine Umgehungsstraße dränge, was Bürgermeister Gasser verneinte. Die Entscheidung liege bei der Gemeinde.

Hubert Ainerdinger würde es sehr bedauern, wenn die Brücke in der gleichen Weise wieder gebaut werde. Er erinnerte an die verheerenden Folgen der Überschwemmung 1945 durch eine Verklausung an der Brücke. Er plädierte beim Bau einer Umgehungsstraße auf eine Verlegung des Baches. Josef Illmauer gab zu bedenken, dass ein Restverkehr immer bleibe und beim Bau nicht nur die Straße Platz brauche, sondern auch die Einschleifer und Radwege.

Martin Hiebl sprach das Problem an, dass große Lastkraftwagen vom Kieswerk die Höflergasse benutzen müssen, was für Radfahrer gefährlich sei. Bürgermeister Gasser meinte, es seien mit dem Staatlichen Bauamt schon Gespräche geführt worden über eine Einmündung vom Thumberg in die Bundesstraße 304, falls keine Umgehungsstraße gebaut werde. Das Straßenbauamt habe sich gegen dieses Vorhaben gestellt, die Gemeinde werde sich aber weiter bemühen, eine Lösung für das Problem zu finden.

Martin Fritzenwenger bezweifelte, dass eine Umfahrung für 2800 Fahrzeuge gerechtfertigt sei. Außerdem meinte er, die Brücke solle so gestaltet werden, dass nur noch Fußgänger und Radfahrer sie benutzen können. Er befürchtete nämlich, dass die Umgehungsstraße von vielen nicht genutzt werde, wenn das einen Umweg bedeutet. Außerdem plädierte er auf eine Verlegung der Umgehungsstraße näher an das Dorf.

Rupert Reiter erklärte, dass es schon einmal die Möglichkeit gegeben habe, vom Thumberg eine Anbindung an die B 304 zu schaffen. Sogar der Abteilungsleiter vom Bauamt sei gesprächsbereit gewesen, aber das Vorhaben sei an der fehlenden Zustimmung der Grundstückseigentümer gescheitert. Hubert Ainerdinger ergänzte, dass das Bauamt einverstanden gewesen wäre, wenn die Grundstücke zur Verfügung stehen und die Gemeinde für die Grundfeste sorge, auf die später die Umgehungsstraße gebaut werden könne.

Regina Aicher sagte vertretend für die Grundstückseigentümer dazu, dass sie damals gefragt worden war, die Genehmigung der Zufahrt aber nur möglich gewesen wäre, wenn sie gleichzeitig die Einverständniserklärung für die zukünftige Umgehungsstraße gegeben hätte. Peter Fritzenwenger ergänzte, dass alle Grundstückseigentümer einverstanden waren. Das Straßenbauamt habe zugestimmt, bei Zustimmung zur Umgehungsstraße die Einfahrt ohne Einschleifspur zuzulassen. Bei Nichtzustimmung sei der Bau einer Einschleifspur notwendig gewesen.

Viel Verkehr bei Stau auf der Autobahn

Alfred Frisch und Rosmarie Baumgartner befürworteten die Umgehungsstraße. Die Lärmbelastung sei immens und insbesondere bei erhöhtem Verkehrsaufkommen durch einen Stau auf der Autobahn sei es nahezu unmöglich für die Anwohner in die Dorfstraße einzufahren. Auch für Kinder sei es gefährlich. Außerdem seien teilweise auch junge Leute recht schnell auf der Dorfstraße unterwegs. Baumgartner erwartet beim Bau einer Umgehungsstraße eine massive Erleichterung der Lärmbelästigung.

Simon Angerpointner fragte, ob die Grundstückseigentümer auch enteignet werden können, wenn sie dem Bau einer Umgehungsstraße nicht zustimmen. Gasser meinte dazu, er müsse nachweisen, dass das Gemeinwohl dahinterstehe, was in diesem Falle erfüllt sei. Außerdem müsse eine Alternativlosigkeit gegeben sein, dies sei hier nicht der Fall.

Peter Schuhbeck fragte, ob die Grobplanung, die vorsichtig geschätzt etwa 120 000 Euro kosten würde, förderfähig sei. Bürgermeister Gasser sagt, dass diese Kosten für die Planung die Gemeinde übernehmen müsste, falls die Umgehungsstraße dann doch nicht gebaut würde.

Bernd Spiegelsberger wollte wissen, warum die Gemeinde dieses Kosten auf sich nehmen wolle. Dazu sagte Gasser, dass sich die Frage stelle, ob man durch das Förderprogramm Oberteisendorfer Bürger vom Verkehr entlasten könne. Man müsse schauen, ob die Mehrheit der Bürger dafür sei, ob die Grundstücke zur Verfügung stehen, und ob technisch eine annehmbare Trassenführung möglich ist. Darum müsse im Marktgemeinderat abgestimmt werden, ob die Umgehungsstraße weiterverfolgt werden und eine Grobplanung in Auftrag gegeben werden soll. sd