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Bekommt Chieming eine Ortsumfahrung?

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Chieming – Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation im Ortsteil Egerer und die Vorstellung der Verkehrsuntersuchung im Rahmen der Möglichkeiten für eine Ortsumgehung standen auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Chieminger Gemeinderats.


Die Mitglieder der Grünen, Andrea Roll, Elisabeth Heimbucher, Wolfgang Ludwig und Sebastian Heller, hatten den Antrag auf festinstallierte Geschwindigkeitsanzeigen in beiden Richtungen auf der Staatsstraße 2095 im Bereich von Egerer je zum Beginn der 70er-Zone gestellt. Ein weiterer Antrag von ihnen beinhaltete, die Möglichkeit zu prüfen, den Ort Egerer als geschlossene Ortschaft auszuweisen.

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Begründet wurden die beiden Anträge mit den vielen Unfällen auf der Staatsstraße 2095 im Bereich Egerer, die nach Meinung der Grünen auf zu hohe Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer zurückzuführen seien. Außerdem befinden sich in diesem Bereich zwei stark befahrende Straßeneinmündungen in die Staatsstraße 2095, bei denen sich Jahr für Jahr immer wieder Unfälle – häufig auch mit Toten – ereignen. Die dort gerade verlaufene Strecke über mehrere Kilometer verführt trotz der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h zu höheren Geschwindigkeiten, hieß es.

Weiter wurde gesagt, eine Befürwortung des einen oder des anderen Antrages würde bedeuten, dass Verkehrsteilnehmer durch Geschwindigkeitsanzeigen auf zu schnelles Fahren hingewiesen werden. Dies würde dazu führen, dass sie ihre Geschwindigkeit auf die vorgegebenen 70 km/h anpassen würden. Ein geschlossener Ortsteil Egerer hätte zur Folge, dass 50 km/h nicht überschritten werden dürfen. Die Folge wäre weniger Unfälle.

Der Gemeinderat beauftragte Bürgermeister Benno Graf einvernehmlich, in dieser Sache Verhandlungen mit dem Staatlichen Bauamt aufzunehmen, um möglichst bald zu erreichen, dass auf der Staatsstraße 2095 im Bereich Egerer Maßnahmen ergriffen werden für eine bessere Verkehrssicherheit.

Ein Zwischenergebnis zur verkehrlichen Situation auf der Staatsstraße 2096 durch den Ort Chieming präsentierte Christian Fahnberg von der Firma Ingevost aus Planegg. Das Ingenieurbüro nimmt Verkehrsuntersuchungen in Orts- und Stadtbereichen vor und wurde von der Gemeinde Chieming hinsichtlich einer möglichen Ortsumgehung mit der Untersuchung beauftragt.

Fahnberg bemerkte, dass sich der Verkehr in Chieming in den letzten 25 Jahren verdoppelt hat und vor allem der Durchgangsverkehr sehr stark geworden ist. Es gab in Chieming entlang der Hauptstraße drei Messstellen. Sie ergaben im Verlauf von 24 Stunden ein Verkehrsaufkommen von erheblich mehr als 9000 Kraftfahrzeugen, wobei der Schwerlastverkehr tagsüber um die acht Prozent und nachts 12,1 Prozent betrug.

Christian Fahnberg hält eine Umgehungsstraße aufgrund der Zahlen für notwendig. Sie hätte nach seiner Meinung auch positive Auswirkung für den Bereich der Chieminger Ortsmitte. Er empfahl dem Gemeinderat, die Bürger zu befragen, was sie davon halten.

Bürgermeister Benno Graf sagte, zunächst ist eine Bürgerinformationsveranstaltung mit den Verantwortlichen des Straßenbauamtes geplant. Auch erfolgt noch eine schriftliche Bürgerbefragung, ob überhaupt eine Ortsumgehung gewünscht wird. Des Weiteren werden in der schriftlichen Befragung die Vor- und Nachteile einer Ortsumgehung dargestellt und die Bürger können sich dazu schriftlich äußern.

Wann die Bürgerinformationsveranstaltung ist, konnte noch nicht verbindlich mitgeteilt werden. OH