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»Beinah-Katastrophe« in der Pettinger Gemeindeverwaltung

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Petting – Zuerst war in der Gemeinderatssitzung der Beamer ausgefallen. Das war ein Warnsignal. Wenig später sei im Rathaus »alles gestanden«, wie der Pettinger Bürgermeister Karl Lanzinger dem Gremium nun in der jüngsten Sitzung berichtete. Damit ist eine neue technische Ausstattung nötig. Erforderlich wird auch eine neue wasserrechtliche Erlaubnis für drei Überlaufbecken in der Gemeinde. Schließlich musste sich der Gemeinderat noch mit zwei Bauanträgen und einer Bauvoranfrage befassen.


»Es wäre fast zu einem Datenverlust gekommen«, schilderte der Rathauschef die Ereignisse. Drei Tage hätten Spezialisten gebraucht, die Sache wieder »auf die Reihe zu kriegen«. – »Ich hätte nicht geglaubt, dass die das hinbringen«, zollte auch Geschäftsleiter Reinhard Melz der heimischen Firma Anerkennung. 2000 Euro habe das gekostet, wäre es nicht gelungen, man hätte mit einem Vielfachen rechnen müssen.

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»Wir müssen das jetzt auf professionelle Füße stellen«, kündigte Melz Investitionen an. Dafür hatte der Geschäftsleiter einige Angebote eingeholt. Mit durchaus unterschiedlichen Preisen. Die günstigsten seien tatsächlich die oben erwähnten Spezialisten gewesen, von deren Arbeit Melz wahrlich »begeistert« gewesen sei. Aber selbst bei diesem Angebot habe er geschaut, was man wirklich brauche, und entsprechend »abgerüstet«.

Lanzinger: EDV kostet »einen Batzen Geld«

Ein neuer Server, vier Festplatten und anderes mehr schlagen inklusive der Arbeit mit 25 000 Euro zu Buche. »Ihr werdet das Richtige ausgewählt haben«, äußerte zweiter Bürgermeister Ludwig Prechtl sein Vertrauen in die Verantwortlichen. EDV sei kurzlebig, bedauerte Bürgermeister Lanzinger, und das alles koste »einen Batzen Geld. Aber es hilft nix.« Einstimmig segnete der Pettinger Gemeinderat die Investitionen ab.

1996, also vor 20 Jahren, war für drei Überlaufbecken in der Gemeinde eine wasserrechtliche Erlaubnis erteilt worden. »Zwei dicke Ordner voll«, zeigte Lanzinger den Umfang solcher Verfahren auf. Nun wird für einen Überlauf am Eisgraben, einem großen Auffangbecken Richtung Unverzug und für ein Regenüberlaufbecken an der Götzinger Ache eine neuerliche Erlaubnis fällig. Dafür braucht es ein geeignetes Ingenieurbüro, das seine Dienste bereits für pauschal 5600 Euro angeboten hatte. »Das darf höchstens 3500 Euro kosten«, sagte Melz in der Sitzung. Er schlage daher vor, nach Stunden abzurechnen. Damit waren alle einverstanden.

Unter die Lupe genommen werden jährlich die Sportstätten der Gemeinden. Zwei Mitarbeiter der Bayerischen Sportstätten GmbH waren kürzlich in der Turnhalle der Grundschule gewesen und hatten neuerlich beanstandet, dass die Sprossenwände nicht in die Gebäudewand integriert seien und das Wipptor zum Geräteraum etwas in die Halle hinein rage. »Das alles zu beheben ist erst möglich mit der Sanierung«, stellte Lanzinger klar. Zwei Langbänke zu je 246 Euro müssen ausgetauscht werden und eine Matte repariert.

»Werden die Matten eigentlich mal gereinigt?«, fragte Elvira Kraller in diesem Zusammenhang nach. »Das wäre eigentlich eine Aktion der Turngruppe«, erinnerte das Gemeindeoberhaupt an eine Vereinbarung, wonach für »kleinere Aktionen« der Sportverein zuständig sei. Zu den erforderlichen Neuanschaffungen im Gesamtwert von 720 Euro sagte keiner Nein.

Grünes Licht für Bauanträge

Auch nicht zu den Bauanträgen. In Ringham soll auf einem bestehenden Balkon ein Wintergarten entstehen, und zwar nicht über die ganze Länge, sondern nur mittig. »Schön ist das nicht«, urteilte Elvira Kraller über den Entwurf. »Für ihn bedeutet es Lebensqualität«, meinte Lanzinger, und weil der Wintergarten nirgends überstehe, sei nichts dagegen einzuwenden.

Vier überdachte Kfz-Stellplätze inklusive Freisitz beantragte ein Hausbesitzer in Seehof. 11,90 mal 9,60 Meter soll der Bau werden. »Es stehen dort schon viele große Gebäude, im Endeffekt geht dieser Anbau unter«, bewertete der Rathauschef den Antrag. Dem wollte keiner widersprechen.

Gemeinderat Franz-Martin Abfalter plant den Bau einer Rinderstallung mit einer Größe von 13,50 mal 12,30 Meter in Teichting. »Ein Offenstall in einfacher Bauweise«, erläuterte er selbst das Vorhaben, »unten Holz, oben betoniert.« Zwölf Ochsen sollen dort auf Stroh und Tretmist ausreichend Platz finden. »Wir sind uns alle einig, dass wir die Landwirtschaft unterstützen wollen«, schloss Lanzinger den Tagesordnungspunkt Bauangelegenheiten.

Theo Pastötter erinnerte daran, dass in jeder Gemeinde der Ökomodellregion Waginger See/Rupertiwinkel der Baum des Jahres, die Winterlinde, gepflanzt werden soll. »Wir sollten mitmachen«, appellierte Pastötter an Verwaltung und Kollegen. »Beim Feuerwehrhaus«, überlegte Prechtl. »Das wird ein Mordsbaum«, warnte Lanzinger, der sich kundig gemacht hatte. Die Linde sollte in jedem Fall an einem Platz stehen, wo sie gesehen werde, meinte Lanzinger. Pastötter bat, jeder möge über einen geeigneten Standort nachdenken. höf