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Beim Thema Lärmschutz kochten die Emotionen hoch

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Seit dem Bau der Lärmschutzwand entlang der Staatsstraße 2105 (links am Bildrand) ist es für die dahinterliegenden Häuser viel ruhiger geworden. Allerdings sorgte die Wand bei der Bürgerversammlung kurzfristig für etwas Emotionen im Publikum. (Foto: Unterhauser)

Waging am See. Vielleicht war es die eher familiäre Atmosphäre im Pfarrheim, die bei der Waginger Bürgerversammlung die Lust zum Diskutieren förderte. Und sicherlich hat auch die Tatsache, dass Bürgermeister Herbert Häusl diesmal nur knapp eine Stunde lang geredet hat, dazu beigetragen, dass etliche der rund 80 Besucher noch frisch genug waren, Fragen zu stellen. Im Mittelpunkt standen dabei Verkehrsthemen – von der schwer zu öffnenden Tür des neuen Kindergartens bis zu Straßenbaumaßnahmen, von Fußgängerüberwegen bis zu Parkplätzen, von der Lärmschutzwand bis zum verkauften Bahnhof. Und zwischendurch wären die Emotionen beinahe mal übergekocht.


Anwohner sind glücklich und zufrieden

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Dabei hatte es ganz harmlos begonnen. Lob ist auf Bürgerversammlungen eher selten; diesmal aber rühmte Stefan Göttsberger die neue Lärmschutzwand. Es sei wunderbar, meinte er, dass diese Maßnahme verwirklicht wurde. Die Anwohner seien glücklich und zufrieden. Dennoch aber konnte sich Göttsberger des Hinweises nicht enthalten, dass einige Gemeinderäte gegen die mehrheitlich dann doch beschlossene Höhe des gemeindlichen Zuschusses gestimmt hätten, noch dazu einige Landwirte, die mit ihren schweren Maschinen nicht unerheblich zum Lärm auf den Straßen beitragen.

FW-Gemeinderat Hias Schneider wandte sich in scharfen Worten gegen derartige »Verleumdungen«. Der Beschluss für die Lärmschutzwand sei einstimmig gewesen, lediglich gegen den seiner Meinung nach sehr hohen gemeindlichen Anteil hätten einige Räte gestimmt. Noch wütender über Göttsbergers Anmerkung war Landwirt Helmut Huber. Der sprang auf, beschwerte sich, dass man heutzutage in den Bauern noch die »Bösen« sehe, kündigte an, den Saal verlassen zu wollen, und rief auch andere Bauern dazu auf. Letztlich aber beruhigte sich dann die Situation rasch wieder, Huber blieb da, und Göttsberger durfte noch zurechtrücken, dass sich seine Anmerkung nicht gegen die Bauern richte. Aber diese sollten dennoch, wenn sie schon wissen, dass sie für den Lärm mit verantwortlich sind, dann auch etwas für den Schutz der Bürger tun.

Göttsberger hatte dann auch noch ein zweites Thema parat, mit dem er ebenfalls auf keine Gegenliebe stieß: Die Gemeinde sollte das Hofbauer-Grundstück kaufen, um hier die Parkplätze zu erhalten. Dem widersprach der Bürgermeister entschieden. Wenn man dieses doch sehr teure Grundstück kaufen würde, dann wäre die Gemeinde nicht mehr schuldenfrei. Außerdem seien mit dem Kauf des Turnhallen-Grundstücks schon viele weitere Parkplätze entstanden. Und schließlich dürfe man schon von der Städteplanung her in diesem Bereich an der Scharnowstraße keine so große Baulücke lassen.

Thomas Kaindl bedauerte, dass der Waginger Bahnhof verkauft worden ist. Es sei geradezu der »Hohn«, den Bahnhof abzugeben und dafür das jetzige kleine Wartehäuschen hinzustellen. Dazu meinte der Bürgermeister, die Gemeinde habe darauf keinen Einfluss gehabt. Immerhin aber könne der Bahnhof als solcher weiter betrieben werden, und auch die von Kaindl angefragten Radlständer würden aufgestellt.

Markus Reinhard kritisierte die schwergängige, neue Eingangstür am Kindergarten, die für die Kinder gefährlich sei. Bürgermeister Häusl und der vonseiten der Pfarrei für den Kindergarten zuständige Hans Meyer sagten eine Verbesserung zu, über die schon seit längerem nachgedacht werde. Leonhard Mader empfindet die Zufahrt zu seiner Firma in Fisching als sehr problematisch, nachdem jetzt zur Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern gerade ein Fahrbahnteiler gebaut werde. Dazu meinte der Bürgermeister, Lastwagenverkehr und die große Zahl an Radlern und Wanderern seien hier schwer unter einen Hut zu bringen. Die Gemeinde wolle durch den Fahrbahnteiler die Unfallgefahr verringern. Man werde sich die Situation aber gerne nochmal anschauen. Gleiches sagte der Bürgermeister auch für einen Fußgängerüberweg über die Weixlerstraße auf Höhe der Post zu, was Ludwig Mayer angeregt hatte. Im Rahmen einer Verkehrsschau solle über eine Verbesserung der Situation gesprochen werden.

Fußgängerüberweg beim Friedhof gewünscht

Bisher von der Polizei abgelehnt worden ist ein Fußgängerüberweg über die Salzburger Straße beim Friedhof: Gemeinderätin Hedwig Witzleben brachte im Namen eines Bürgers dieses Thema nochmals zur Sprache. Der Bürgermeister versprach, bei der nächsten Verkehrsschau diesen Wunsch nochmals vorbringen. Aber er habe sich seinerzeit geweigert, für einen Übergang an dieser unübersichtlichen Stelle die Verantwortung zu übernehmen, nachdem die Polizei dies abgelehnt hatte. Es sei aber beim Seniorenheim, nur rund 150 Meter weiter in Richtung Ortsmitte, ein Übergang geschaffen worden, den man durchaus benutzen könne.

Ein letzter Punkt der lebendigen Diskussion war eine weitere Feststellung von Ludwig Mayer, dass nämlich Waging durch viele ungenehmigt aufgestellte Plakate verschandelt werde, vor allem von Veranstaltern von außen. Dazu meinte Geschäftsleiter Franz Röckenwagner, der Bauhof sei angehalten, nicht genehmigte Plakate zu entfernen. Zum Schluss bedankte sich der Bürgermeister für die rege Diskussion, und auch Pfarrer Andreas Ager stellte fest, dass diese Bürgerversammlung doch recht spannend gewesen sei. he