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Beim Köhlerfest wurde der Meiler geöffnet

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Es ist ein heißes und staubiges Geschäft, die heiße Kohle aus dem Meiler zu holen. (Foto: W. Huber)

Teisendorf. Die Köhler von Neukirchen lassen sich jedes Jahr etwas einfallen, um ihr Köhlerfest attraktiv zu gestalten. Zum einen gilt es, das alte Handwerk des Kohlenbrennens zu demonstrieren, zum anderen wurde diesmal die Bedeutung der Kohle in früheren Zeiten dargestellt.


Mit einem flotten »Stückl« eröffnete die »Angerer Bergschützenmusi« das Köhlerfest. Dann war es endlich so weit: Der Meiler wurde nach 14 Tagen Brenndauer geöffnet. Die Köhler hatten alle Hände voll zu tun, um die heiße, noch glühende Holzkohle mit engzinkigen Gabeln aus dem noch glimmenden Haufen herauszuholen. Eine nicht gerade angenehme Arbeit, da einerseits von dem Kohlenhaufen noch eine große Hitze ausgeht, andererseits die schwarze Kohllösch enorm staubt. Kein Wunder, dass die Helfer dabei ausschauen wie Kaminkehrer.

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Umso größer war die Freude über die gute Ausbeute. Mit einer kleinen Seilbahn wurde die Kohle dann auf den Schüttplatz zum Auskühlen gebracht. Im Meiler waren gut 50 Ster Buchen- und Fichtenholz sorgfältig um die Kernstange zu einem Meiler aufgeschichtet und gut abgedeckt worden. Der Meiler musste während der gesamten Brenndauer ständig überwacht werden.

Die Köhler von Neukirchen leisten mit ihren Veranstaltungen und ihrer Arbeit einen großen Beitrag zur Erhaltung unserer heimatlichen Geschichte; die Holzkohle wurde in früheren Zeiten in großen Mengen zum Schmelzen des Roheisens in den Hochöfen der Eisengewerkschaft Achthal benötigt.

Holzkohle wurde aber nicht nur in den Hochöfen verwendet. An einem Stand wurde ihre vielfältige Bedeutung dargestellt. Helmut Birner erklärte den Besuchern, dass Holzkohle auch heute noch vielfach in der Industrie zum Filtern von Wasser Verwendung findet und Luft und Gase reinigen sowie unangenehme Gerüche binden kann. Auch in der Medizin ist sie nicht wegzudenken. So mancher hat sicher schon einmal Kohletabletten zu sich genommen, wenn er sich den Darm verdorben hatte und unter Durchfall litt. Besonders gefragt ist der Holzkohlenteer zum Anlegen von Umschlägen bei Verstauchungen und Verletzungen bei Tieren.

An einem anderen Stand war zu sehen, wie mit den alten, gusseisernen Bügeleisen, die teilweise mit Holzkohle geheizt wurden, die Wäsche gebügelt wurde. Annelies Lohwieser stellte auf einem alten Holzofen Prügelkrapfen her.

Auch der »Kramerladen« war wieder aufgebaut und ganz nach altem Vorbild eingerichtet. Hier gab es etwa Honig, Marmelade, Säfte, Schnaps und »Guatl«, wie sie früher in jedem Kramerladen das Herz der Kinder höherschlagen ließen. Auch das im Holzbackofen frisch gebackene Brot wurde hier verkauft.

Damit aber an diesem Tag nicht alles in Arbeit ausartete, spielte die »Angerer Bergschützenmusi« unermüdlich zur Unterhaltung auf. Ab dem späten Nachmittag spielte dann die Neukirchener Blasmusik zum Köhlertanz auf. wh