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Beim Fest »gelebte Frauengemeinschaft« erfahren

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Gemeinsame Freude: Festleiterin Lisa Obermayer (links) und Vorsitzende Gertraud Stief strahlten um die Wette. Beide bekamen jeweils Blumen für ihr Engagement im Zusammenhang mit dem Jubiläum überreicht. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Zur rechten Zeit machte der Regen eine Pause – so konnten die Verantwortlichen der Frauengemeinschaft Tettenhausen mit dem Verlauf ihres Festes zum 100-jährigen Bestehen insgesamt zufrieden sein. Wie berichtet, blieb es am Donnerstag schön, solange die Festbesucher bei Kirchen- beziehungsweise Festzug unterwegs waren. Und den teilweise heftigen Schauern zum Trotz blieben die Besucher am Nachmittag noch lange im Zelt sitzen, wo – nach einigen Grußworten – »de zwoa Federl« mit ihren amüsanten bis deftigen Liedern für gute Unterhaltung sorgten.


Zunächst aber stand ein kleiner offizieller Teil an. Schirmherr Bürgermeister Herbert Häusl wertete die Regenpause während der Züge als »Zeichen von oben zur Unterstützung der Frauengemeinschaft«. Er betonte die Bedeutung der Frauengemeinschaft für das Dorf und das Umland – mit all ihren Aktivitäten und auch durch die Unterstützung Bedürftiger: »Die Frauengemeinschaft ist die gute Seele des Dorfs.«

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Er dankte all den verantwortlichen Frauen über das ganze vergangene Jahrhundert der Vereinshistorie hinweg und machte dem aktuellen Vorstand ein großes Kompliment, einerseits für seine Arbeit insgesamt, insbesondere aber auch für die »fehlerfreie« Abwicklung der 100-Jahr-Feier.

Johanna Tradler, die Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft St. Leonhard, überbrachte die Glückwünsche des kfd-Dekanats, gratulierte dem Jubelverein und wünschte für die Zukunft auch weiterhin viel Schaffenskraft. Als Geschenk überreichte sie Blumen und das St. Leonharder Kochbuch. Maria Wolf beglückwünschte die Tettenhausener Frauen als Vertreterin des kfd-Diözesanvorstands: 100 Jahre gemeinsamen Weges seien geprägt und gestaltet worden von kfd-Frauen, die diesem langen Zeitabschnitt ihre Spuren aufgedrückt hätten. Ihr Engagement und ihre Ausdauer hätten den Weg bereitet und das Leben in Gemeinde und Pfarrei entscheidend mitgeprägt.

Dieser Einsatz habe die Frauen zusammengeführt und sie durch gemeinsame Erlebnisse und Aufgaben gestärkt. Dadurch seien sie auch ermutigt worden, auch und gerade in der Kirche ihre Kompetenzen und Charismen einzubringen. Die kfd als großer Verband wolle verändern, eingreifen und handeln, »weil wir unsere Verantwortung für diese Welt ernst nehmen«. Der kfd Tettenhausen wünschte Maria Wolf, dass sie ihren Weg in die Zukunft selbstbestimmt weitergehen könne und als starke Partnerin in Kirche und Gesellschaft wahrgenommen werde.

Der Vorsitzenden der Frauengemeinschaft Tettenhausen, Gertraud Stief, war es überlassen, all den vielen zu danken, die bei der Organisation dieses großen Festes mitgeholfen haben. In den vergangenen Tagen hätten alle Beteiligten tatsächlich »gelebte Frauengemeinschaft« erfahren: »Alle haben geholfen, was in ihrer Macht stand.« Die Beteiligung der Ortsvereine am Fest zeige, so Gertraud Stief, dass die Frauengemeinschaft in der Gemeinde eine wichtige Rolle spiele; andererseits unterstütze die Frauengemeinschaft bei Bedarf auch die anderen Vereine.

Wegen der vielfältigen Aktivitäten der Frauen werde die Abkürzung kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschland) oft auch als »keine Frau daheim« interpretiert: Das aber »stimmt nur heute«, stellte die Vorsitzende schmunzelnd klar.

In Bezug auf das Gründungsjahr 1914, den Beginn des Ersten Weltkriegs, sagte Gertraud Stief abschließend, man sei sehr dankbar, jetzt in einer friedlichen Zeit und in Wohlstand leben zu können. Sie habe, gerade auch jetzt nach den Erfahrungen des Festes, wieder große Zuversicht, dass der Verein noch viele Jahre weiterbestehen werde, dass wieder junge Frauen dazu stoßen. Danach gab es Blumen für eine Reihe von Mitgliedern, die sich in der Festvorbereitung besonders tatkräftig eingesetzt hatten.

Danach ging es zum unterhaltsamen Teil des Nachmittags über, den die ehemalige Münchner Gastwirtin Evi Birnkofer, die jetzt schon seit rund 20 Jahren in Tettenhausen zu Hause ist, und ihre Münchner Kollegin Gretl Manghofer gestalteten. he