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Beim Breitbandausbau in Unterwössen »am Ball bleiben«

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Unterwössen. »Am Ball bleiben«, empfahl der Sachverständige Peter Heider dringend bei seinem Abschlussbericht über seine Breitbandbestandsanalyse dem Unterwössner Gemeinderat. Wer sich aus der Studie eine Förderung nach der Breitbandrichtlinie erhofft hatte, wurde enttäuscht. Dazu ist das derzeitige Angebot zu gut. Die Gemeinde wird jetzt punktuelle Maßnahmen treffen, um sich für die Zukunft aufzustellen.


Weil die Breitbandversorger gerade in ländlichen Regionen nicht mit dem Bedarf Schritt halten, fördert das Land Bayern mit der Breitbandrichtlinie den Ausbau in ländlichen Bereichen. Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde Unterwössen Heider mit einer Breitbandanalyse für das Gemeindegebiet beauftragt.

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Das Kabelnetz der Telekom in Unterwössen erreicht demnach zwar jeden Haushalt, ist aber veraltet und lässt über zumeist Kupferkabel nur sehr geringe Datenmengen zu. Das Kabelnetz von Kabel Deutschland biete für 83,8 Prozent aller Gebäude eine Anschlussmöglichkeit, ermittelte der Sachverständige mühsam in Einzelprüfungen.

Die Datenmengen wachsen ständig an

Kabel Deutschland ermöglicht Internetanschlüsse von bis zu 32 Megabit/Sekunde – das werde heute den Ansprüchen gerecht, meinte Heider. Aber es gebe nach der Breibandrichtlinie keine Fördermöglichkeit. Je mehr Kunden sich aber dieses Kabelnetzes bedienten, desto weiter sinke die Übertragungsrate für den einzelnen. Außerdem wüchsen die Datenmengen ständig, sodass auf Dauer gesehen diese Datenübertragungsraten nicht ausreichten, warnte Heider.

Nach seiner Auffassung gebe es derzeit in Unterwössen nur punktuelle Verbesserungsmöglichkeiten. Die Zahl der Umsatzsteuer zahlenden Gewerbebetriebe in Stücklmühle/Neuschmied reiche voraussichtlich, in diesem Ortsbereich ein sogenanntes Kumulationsgebiet auszuweisen. Ein solches Kumulationsgebiet unterversorgter Umsatzsteuerzahler sei Voraussetzung für das langwierige Förderungsverfahren nach der Breitbandrichtlinie. Trotz der Verfahrensdauer sei es für Unterwössen interessant, diesen Ortsteil mit Breitbandtechnologie aufzurüsten. Gewerbetreibende und Privatleute in Kruchenhausen und rund um den Wössner See könnten sich dann an die dortige Breitbandversorgung anschließen und mit profitieren. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, den Sachverständigen mit der Vorbereitung eines solchen Verfahrens zu beauftragen.

Nachfrage nach schneller Technik steigt

Die ständig wachsende Nachfrage nach schneller Technologie verlange, so Heider, auf einen weiteren Ausbau zu drängen. Er empfahl, mit der Verlegung der Hochspannungsleitung im Unterwössner Osten auf Gemeindekosten Leerrohre zu verlegen. Wenn der Netzausbau von der Telekom in der Zukunft einmal aktiv betrieben werde, könnten diese Leerrohre genutzt werden und würden dem Unterwössner Osten großflächig schnelles Internet ermöglichen. Wann dies der Fall sein werde, werde in den Unternehmen rein wirtschaftlich betrachtet. So könnten nur nachdrückliche Kundennachfrage und Konkurrenzdruck unter den Versorgern für einen schnelleren Ausbau sorgen. Er empfahl, nicht nachzulassen.

Einhellig waren die Gemeinderäte der Auffassung, dass die Entwicklung ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Unterwössen sei und im Auge behalten werden müsse. Entsprechend beschlossen sie auch einstimmig, die Verlegung von Leerrohren im Unterwössner Osten parallel der Hochspannungsleitungen mit der Firma EON nachzuverhandeln. lukk