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Bei vielen Bahnfahrern liegen die Nerven blank

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»Dieser Zug fällt heute aus«: Auch viele Bahnfahrer im Landkreis Traunstein waren am Dienstag vom Bahnstreik betroffen. Wer Glück hatte, konnte seine Verbindung noch rechtzeitig vor Reiseantritt umbuchen. (Foto: Artes)

Traunstein – Die Nerven bei vielen Bahnfahrern liegen blank. »Ich habe keinen Nerv mehr«, »kein Kommentar« oder »die spinnen doch« sind nur einige Aussagen, die man derzeit auf dem Traunsteiner Bahnhof hört. Der Rekordstreik bei der Deutschen Bahn ist auch im Landkreis Traunstein angekommen. »Dieser Zug fällt heute aus«, stand gestern hinter einigen Verbindungen auf den Anzeigetafeln und sorgte nicht immer für Verständnis.


Fast gar nichts mehr ging am Dienstag für Bahnfahrer auf der Strecke von Traunreut nach Traunstein. Pendler mussten auf den Bus umsteigen. Besser ging es auf der Strecke zwischen Ruhpolding und Traunstein: Es fielen nur vier Verbindungen aus. Vom Streik nicht betroffen war die Strecke von Waging nach Traunstein. Größere Probleme gab es vor allem für Reisende auf den Fernstrecken. Zwei Drittel der Fernzüge in Bayern fielen am Dienstag aus.

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Vom Bahnstreik betroffen ist auch Heidrun Hirsch aus Bremen. Sie war bei einer Freundin in Traunstein zu Besuch, möchte aber am heutigen Mittwoch wieder nach Hause fahren. »Mein geplanter Zug fährt nicht«, sagt sie unserer Zeitung. Am Dienstagnachmittag kam sie zum Bahnhof, um sich nach Alternativen für ihre Heimfahrt zu erkundigen.

Die Bremerin hatte Glück. Sie konnte problemlos umbuchen. Lob hat sie in diesem Zusammenhang vor allem für die Service-Mitarbeiter der Bahn am Traunsteiner Bahnhof, von denen sie sehr gut beraten wurde. »Auch das Umschreiben meiner Fahrkarte, die eigentlich Zugbindung hatte, war kein Problem. Jetzt muss ich halt einmal mehr umsteigen wie eigentlich geplant.« Sollte es trotzdem noch Verzögerungen geben, wird die Bremerin gewappnet sein: »Ich nehme genug Verpflegung mit. Dann guck' ich halt mal, wie ich weiterkomm'.«

Trotz des organisatorischen Aufwands hat Heidrun Hirsch auch noch Verständnis für den Streik der Mitarbeiter: »Es sollte eine berechtigte Bezahlung geben, aber für alle das Gleiche«. Die derzeitige Lohnsituation schüre nur Missgunst in der Mitarbeiterschaft.

Noch bis Sonntag soll der Rekord-Ausstand andauern. Unter der Telefonnummer 08000/99 66 33 können sich Bahnreisende informieren, ob auch ihr Zug vom Streik betroffen ist. Und als ob der Streik noch nicht genug wäre, wird am kommenden Wochenende auf der Strecke Traunstein-Salzburg auch noch gebaut. Wegen Weichenarbeiten ist die Strecke in der Nacht von Samstag auf Sonntag sowie am Sonntagvormittag komplett gesperrt. Es wird jedoch ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. jar