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Bei Ingrid Lenz gibt es heute Abend die traditionelle Mettensuppe

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Ingrid Lenz kocht am Heiligen Abend die Mettensuppe stets auf ihrem Holzofen. (Foto: Fischer)

Schönau am Königssee – Das katholische Brauchtum spielt für Familie Lenz vom Widlbrandlehen in Schönau am Königssee eine wichtige Rolle. Deshalb gibt es am Heiligen Abend stets eine traditionelle Mettensuppe. Ein schlichtes Gericht, dessen Rezept von Generation zu Generation weitergereicht wird. Und das in den Familien der Weihnachtsschützen im Berchtesgadener Talkessel auch heute noch gerne gegessen wird.


Eine dampfende, kräftige, richtig fette Rindssuppe mit Fleisch, Gemüse und Nudeln. Das war genau das Richtige für die armen Bauern, die nach der Mette spät in der Nacht hungrig nach Hause gekommen sind. Heutzutage gibt es bei vielen Weihnachtsschützen die Mettensuppe schon früher. So auch bei Familie Lenz. Gekocht wird sie von Ingrid Lenz.

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Der Tagesablauf des 24. Dezembers ist streng geregelt. »Nach dem Stallgehen beten wir einen Rosenkranz«, erzählt Ingrid Lenz. Nach dem Rosenkranz feuert der Hausherr drei Rauhschüsse mit der Weihnachtspistole ab. »Dann gehen wir zum Rauchen.« Gemeint ist damit die Beweihräucherung des Hab und Guts. Mit Weihrauch und Weihwasser geht Familie Lenz zunächst durch alle Räume des Hauses, dann um das Haus herum, in den Stall und weiter zur Widlbrandkapelle Richtung Wasserfallalm, die die Familie Lenz neben der Priesbergalm bewirtschaftet.

Dann gibt es die Mettensuppe, die Ingrid Lenz für ihren Mann Josef, die vier Kinder und s'Arei, also die Oma, zubereitet hat. Dazu gibt es sogenannte Mettenwürste. Nach dem Essen werden die Kerzen am Christbaum angezündet, dann kommt das Christkind. »Um halb elf geht mein Mann zum Schießen«, erklärt Lenz. Treffpunkt ist bei der Kirche in Unterstein. Die Mette beginnt um Mitternacht. Danach wird am Hanauerstein geschossen. »Wenn mein Mann dann um halb zwei heimkommt, ist er müde und will ins Bett. Deshalb essen wir die Mettensuppe früher«, sagt Ingrid Lenz. Und fügt hinzu: »Es wäre mir wichtig, dass meine Kinder diesen Brauch fortführen.« cfs

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