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Bei entsprechender Lagerung halten sich die Früchte sehr lange

Seine Früchte werden seit der Steinzeit geerntet, der Strauch ist äußerst robust gegen Kälte und Hitze und kann bis zu hundert Jahren alt werden. Die Rede ist von der Haselnuss. Markus Putzhammer, Kreisfachberater für Gartenbau am Landratsamt Berchtesgadener Land, animiert alle Hobbygärtner dazu, Haselnusssträucher im eigenen Garten zu pflanzen. Vor allem die Baumhasel, eine baumförmige Haselart, eignet sich hervorragend für das heimische Klima. Sie kommt aus Vorderasien und verträgt Hitze, Trockenheit und Frost ohne Probleme. Sie kann nicht erfrieren und ist deshalb zu empfehlen. Die Baumhasel trägt ihre Früchte in Büscheln, die ebenfalls essbar sind.

Schmeckt hervorragend und ist auch noch sehr gesund: die Haselnuss. (Foto: Putzhammer)

Kalkhaltiger Boden ist ideal für die Haselnusssträucher

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Die Haselnuss gehört zu den heimischen Wildsträuchern und wächst wild vorwiegend in Hecken, am Waldrand und in lichten Wäldern. »Wir haben in der Region einen leicht kalkhaltigen Boden, ideal für Haselnusssträucher«, informiert Markus Putzhammer. Haselnüsse werden nachweislich seit der Steinzeit als Vorrat gesammelt, ihre Früchte sind extrem gesund. Ihr Ölanteil liegt mit über 50 Prozent äußerst hoch, zudem sind viele ungesättigte Fettsäuren enthalten. Bei entsprechend kühler Lagerung halten die Früchte bis zu zwei Jahren. Die Vermehrung bei wilden Sträuchern erfolgt über Eichhörnchen, welche die Früchte als Vorrat sammeln, vergraben und letztendlich irgendwann ihren Vorratsbunker im Erdreich vergessen.

Wer sich gezielt einen Strauch im eigenen Garten anpflanzen möchte, dem rät der Kreisfachberater zu einem jungen Zeller-Nussstrauch aus der Baumschule. »Die Zellernüsse werden bis zu drei Zentimeter groß und schmecken hervorragend.« Gepflanzt wird im laublosen Zustand von Oktober bis März. Es bedarf keiner besonderen Bodenvorbereitung oder Düngung. Nur auf eines muss der Gartler achten: Staunässe mag die Haselnusspflanze überhaupt nicht. Aus Erfahrung weiß Putzhammer, dass viele Hobbygartler Angst haben, sich einen Haselnussstrauch in den Garten zu setzen, da diese bis zu zehn Meter hoch und 100 Jahre alt werden können.

Die Hasel ist jedoch sehr schnittverträglich und kann bei regelmäßigem Schnitt durchaus auf drei bis vier Meter gehalten werden. Zu groß gewordene Sträucher vertragen auch einen Totalrückschnitt und erholen sich schnell wieder. »Die schönsten Nüsse finden sich an den zwei- bis dreijährigen Trieben«, weiß Putzhammer.

Tipp: Ein Tuch hilft beim Aufsammeln der Nüsse

Für die Ernte Ende September/Anfang Oktober hat der Kreisfachberater einen Tipp parat: Sobald die ersten Früchte von alleine runterfallen, kann man eine Plane oder ein Tuch unter den Strauch auslegen und diesen dann schütteln. So fallen alle Früchte ins Tuch und man muss sich keine Arbeit mit dem Aufsammeln machen. Nur auf eines muss der Hobbygärtner bei der Ernte achten: Haselmaus, Eichhörnchen und Eichel- und Nußhäher sind räuberische Mitbewerber. Wer zu langsam schaut, kann schnell leer ausgehen. Caroline Irlinger