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Bei der VVG ist man zufrieden

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Kühe
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Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Palling – Zufrieden blickte Vorsitzender Hubert Mayer bei der Regionalversammlung für die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land auf das vergangene Geschäftsjahr der Viehvermarktungsgenossenschaft Oberbayern Schwaben (VVG) zurück.


Den Umzug in die eigene Geschäftsstelle in Waldkraiburg bezeichnete er als Meilenstein. Die positive Stimmung basiert jedoch auch auf den sich stabilisierenden Marktpreisen. Nachdem der Handel laufend mit neuen Programmen und Produkten an den Markt geht, entwickelte die VVG die Marke »GrünlandKuh«, fasste darin Standards zusammen und biete somit Verbraucher und Handel ein heimisches Produkt mit einheitlichen Vorgaben.

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Für den Vorsitzenden sind die Neumitglieder der Beweis, dass die VVG auf der Seite der Bauern steht und die Bauern das anerkennen würden. Derzeit hat die VVG 14959 Mitglieder. Davon 1441 im Landkreis Traunstein und 456 im Berchtesgadener Land. Traunstein ist nach Rosenheim (1870 Mitglieder) der zweitstärkste Landkreis, gefolgt von Mühldorf mit 1346 Mitgliedern.

Mitgliederzahl bedeutet Marktaufmerksamkeit

Wie Mayer anmerkte, rufe die hohe Mitgliederzahl bei den Geschäftspartnern durchaus eine gewisse Marktaufmerksamkeit hervor. Insgesamt vermarkteten die Mitglieder über die VVG über 110 000 Rinder, 85 000 Stück Nutzvieh sowie knapp 550 000 Schlachtschweine und fast 630 000 Ferkel. Bei den Rindern waren 1457 Tiere aus der ökologischen Bewirtschaftungsweise dabei. Bemerkenswert ist, dass die VVG im Rinderbereich mit knapp 53 000 Stück Jungbullen bei den bayerischen Schlachtzahlen über einen Anteil von 21,43 Prozent verfügt.

Der Landwirt müsse zunehmend der Spagat zwischen den Vorgaben der Politik und Gesellschaft bezüglich des hohen Niveaus von Umweltschutz, Sozialverträglichkeit und Tierwohl einerseits und anderseits der Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen sowie bezahlbaren Lebensmitteln und Rohstoffen gelingen, sagte Mayer. Mehr und mehr werden nach den Worten des Vorsitzenden die Anforderungen an die Lebensmittelerzeugung nicht mehr in erster Linie seitens des Gesetzgebers, sondern vielmehr von Handelspartnern und NGOs (Nichtregierungsorganisationen) vorgegeben. Gerade für die kleinen bayerischen Betriebe werde dies immer mehr zum Problem und der oft verneinte Strukturwandel durch die Hintertür finde dadurch verstärkt statt, so der Vorsitzende.

Als einen Meilenstein in der Geschichte der VVG bezeichnete Mayer den Bezug der neuen Geschäftsstelle in Waldkraiburg, die nach den neuesten Richtlinien ausgebaut wurde. Im Sommer vergangenen Jahres fand der Umzug statt. Nun ist die moderne EU-Sammelstelle für Kälber und auch Schweine sowie die gesamte Verwaltung in eigenen Räumen der VVG untergebracht.

Gentechnikfrei gefütterte Tiere aus der Region

Im neuen Programm »GrünlandKuh« wird Qualitätsfleisch mit exakt definierten Kriterien erzeugt und hebt sich so von der Masse ab. Zu den Kriterien gehören mitunter die Herkunft der Tiere aus Bayern und Baden-Württemberg, die Gentechnik-freie Fütterung und eben auch der Nachweis der Tierhalter über die Grünlandbewirtschaftung. Das Siegel sichert nicht nur dem Erzeuger sondern auch den Konsumenten ein Produkt der heimischen Bauern mit garantiertem Mehrwert. »Ein Qualitätsversprechen, auf das die Landwirte ebenso vertrauen können wie der Handel und die Verbraucher«, hob der Vorsitzende heraus. Es gibt mehr als 300 000 Kühe, die im Grünlandgebiet gehalten werden und bereits über eine hohe Qualität verfügen. Das Qualitätssiegel Grünland-Kuh honoriere nun diese Leistung, sagte Mayer.

Zum Thema afrikanische Schweinepest hieß es, diese breite sich weiter Richtung Westen aus. Es wurden die ersten Fälle bei Wildschweinen in Tschechien und Polen festgestellt. Die großen Sprünge bei der Ausbreitung weisen darauf hin, dass dies nicht durch die Wanderung der Tiere geschah, sondern durch den Menschen, so Franz Mitterberger, der in der VVG für die Schweinebereich zuständig ist. Reisende würden unachtsam mit Lebensmitteln umgehen und diese an Rastplätzen nicht ordnungsgemäß entsorgen. So könnten die Wildschweine eventuell belastete Lebensmittel fressen und sich infizieren, führte Mitterberger aus. Zur Bestandszahl bei den Schweinen in Deutschland sagte Mitterberger, diese bleibe relativ konstant. Wobei der Pro-Kopf-Verbrauch auf 35,5 Kilogramm im Jahr weiter gesunken sei.

Der Rinderbestand in Deutschland sei weiter rückläufig und betrage nun 12,7 Millionen Stück, berichtete Geschäftsführer und VVG-Rinderspezialist Sebastian Brandmaier. Der Trend mache auch vor Bayern nicht Halt – die Zahl sank im Freistaat um 1,4 Prozent auf etwas über 3,134 Millionen Tiere. Im Gegenzug sei jedoch der Pro-Kopf-Verzehr im Jahresdurchschnitt bei Rindfleisch in Deutschland um rund ein Pfund auf 10,1 Kilogramm gestiegen. MP