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Behördenauflagen für »Sulzbacher Feld«

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Inzell – Mit mehreren Bauvorhaben und Bebauungsplänen musste sich der Inzeller Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigen. Besonders für das geplante Gewerbegebiet »Sulzbacher Feld« werden umfangreiche Maßnahmen bezüglich der aufgefüllten Flächen einer ehemaligen Kiesgrube gefordert.


Zum Gewerbegebiet »Sulzbacher Feld« regte die Handwerkskammer München und Oberbayern an, im Bebauungsplan eine Einzelhandelsnutzung auszuschließen, um den Gebietscharakter zu erhalten und die Bauflächen langfristig für gewerbliche Nutzung vorhalten zu können. Kämmerer Walter Neudecker wies darauf hin, dass mit dieser Festlegung auch ein »Ausbluten« innerorts vermieden werden könnte und die Türe für spätere Ausnahmegenehmigungen für kleine Einzelhandelsgeschäfte offen bleibe.

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Bisher noch keine konkreten Bedarfsanfragen

Wilfried Hess (SPD) plädierte ebenfalls für eine solche Einschränkung, um zu vermeiden, dass große Handelsketten große Hallen, mit nur wenigen Arbeitsplätzen dort bauen könnten. Bürgermeister Hans Egger ergänzte, dass es oberstes Ziel der Gemeinde sei, Gewerbetreibenden aus der Umgebung von Inzell Bauland anzubieten. Drei Interessenten gebe es bereits, die Flächen zwischen 1000 und 3000 Quadratmeter benötigen würden. Anfragen von Inzeller Gewerbebetrieben gebe es noch nicht. Eine konkrete Planung der Parzellen bleibe laut Egger schwierig, solange es keine konkreten Bedarfsanfragen gebe.

Annelie Gromoll (OBIC-FW) regte an, sich mit dem Gewerbeverein und anderen Interessensgruppen, wie zum Beispiel den Klimawerklern, zusammenzusetzen, um diesen die Möglichkeit zu geben, die Planung und Entwicklung des Gewerbegebietes mitzugestalten. Die Diskussion darüber ausschließlich in den Fraktionen sieht sie als zu wenig an.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten fordert, einen ausreichenden Abstand zum angrenzenden Wald einzuhalten, um Schäden durch Windwurf und Windbruch ausschließen zu können. Umfangreichere Auflagen werden in Stellungnahmen des Wasserwirtschaftsamts Traunstein und des Sachgebiets Wasserrecht des Landratsamts Traunstein verlangt. Insbesondere soll der Aushub durch Sachverständigen überwacht werden, da es sich um eine wiederverfüllte Fläche einer ehemaligen Kiesgrube handelt. Auf Nachfrage von Claudia Doppler (SPD) bestätigte Bürgermeister Egger, dass die Kosten hierfür von den Bauwerbern getragen werden müssten.

Künftige Bebauung vor Überflutungen schützen

Weiters muss laut Stellungnahme sichergestellt werden, dass Niederschlags- und Oberflächenwasser zur Versickerung auf Flächen abgeleitet wird, die nicht aufgefüllt wurden, und die künftige Bebauung ausreichend vor Überflutung bei größeren Regenereignissen geschützt wird. Die Gemeinde wird speziell hierzu ein Planungsbüro beauftragen, ein Entwässerungskonzept zu erstellen.

Schließlich möchte die Untere Naturschutzbehörde einen wesentlich breiteren Pflanzgürtel um das Gewerbegebiet realisiert sehen. Es wird auch geprüft, ob der Artenschutz gewährleistet ist. Der Gemeinderat beschloss, hierzu im weiteren Verfahren eine Eingriffsbilanzierung mit Ausgleichsflächenberechnung in Auftrag zu geben und eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung durchführen zu lassen.

Auf Anregung der Bauaufsichtsbehörde werden die Planunterlagen bezüglich der Lage, Höhe und Gestaltung der Gebäude in Bezug auf die sensible Lage des Gewerbegebietes, welches an ein Naturschutzgebiet angrenzt, und der möglichen Auswirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild überarbeitet und mit dem Naturschutz abgestimmt. Einstimmig befürworteten schließlich die Gemeinderäte alle Beschlussvorschläge der Verwaltung.

Die Änderung des Bebauungsplans »Sulzbach II–Fischerfeld« war schnell beschlossen, da es sich nur um eine nachträgliche Anpassung an die tatsächlich gebaute Straßenbreite handelt und bei der Auslegung keine Einwände vorgebracht wurden. Ohne Gegenstimme befürwortete der Gemeinderat für die Parzellen des Bebauungsplans »Gschwall Nord«, auf denen nur Doppelhäuser eingeplant waren, auch Einzelhäuser zuzulassen. Für das Baugebiet erfolgte mit der Abstimmung auch der Aufstellungsbeschluss. wb