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Behörde betreut 600 Gebäude des Freistaates in der Region

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Die Abteilung Hochbau im Staatlichen Bauamt Traunstein sieht es als eine besondere Aufgabe an, die Baukultur aufrecht zu erhalten. Beim Haus der Berge in Berchtesgaden wird eine Fassadenseite aus rostendem Stahl gestaltet, wie unser Bild von der dortigen Baustelle zeigt. (Foto: Pfeiffer)

Der Fachbereich Hochbau im Staatlichen Bauamt Traunstein betreut etwa 600 Gebäude des Freistaats Bayern und des Bundes sowie eine Vielzahl von kirchlichen Gebäuden im Rahmen der staatlichen Baupflicht. Mit ihren 40 Mitarbeitern hat die Behörde im vergangenen Jahr Hochbaumaßnahmen betreut, für die rund 33 Millionen Euro ausgegeben worden sind.


Die Bereichsleiterin für den Hochbau, Doris Lackerbauer, bezeichnete es in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt als eine der wesentlichen Aufgaben des Hochbaus in Bayern, die vorhandene Bausubstanz zu erhalten, sie nach Bedarf für neue Nutzungen umzugestalten und durch Neubauten zu ergänzen: »nachhaltig und energetisch wirksam.« Außerdem sieht sie es als besonderes Ziel an, die Baukultur aufrecht zu erhalten.

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Leistungsspektrum ist vielfältig

Das wird gewährleistet durch das Wissen der Mitarbeiter, die nicht nur die Planung vergeben, sondern die sich auch um die Qualitätssicherung kümmern und um das Management. Das Leistungsspektrum reicht dabei von der Programmberatung über das schlüsselfertige Erstellen von Gebäuden bis zum Bauunterhalt. Um- und Neubaumaßnahmen für Land- bzw. Forstwirtschaft, Justiz, Polizei, Finanzverwaltungen und Akademien zählen genauso zum Aufgabenbereich wie Baumaßnahmen für die Bundeswehr.

Die wesentlichen Arbeiten des Fachbereichs Hochbau sind die fachgerechte Vorbereitung der Baumaßnahmen, deren sorgfältige Planung sowie die Herstellung gut gestalteter, umweltgerechter und wirtschaftlicher Bauwerke. Außerdem steht das Bauamt für die Beratung der öffentlichen Bauherren in allen baufachlichen Angelegenheiten zur Verfügung. Das »Haus der Berge« in Berchtesgaden gehört ebenso zu den betreuten Projekten wie die Sanierung und Pflege von Bauwerken wie zum Beispiel die Burg Burghausen, die Klosterkirche Baumburg und die Stiftskirche Berchtesgaden. Dabei ist das Haus der Berge für den Nationalpark das derzeit größte Neubauprojekt, das allein 19 Millionen Euro kostet. Im August war Richtfest für das Bildungszentrum und für den 10. Mai ist die Einweihungsfeier geplant.

Relativ bescheiden ist derzeit die Bautätigkeit der Behörde im Landkreis Traunstein. Im vergangenen Jahr wurde der Sicherheitszugang beim Amtsgericht Traunstein für rund 700 000 Euro gebaut. Jetzt soll es mit der energetischen Sanierung des Justizgebäudes an der Herzog-Otto-Straße weitergehen. Doris Lackerbauer schätzt, dass für die Sanierung der Fassaden und weitere Energiesparmaßnahmen am und im Haus mehrere Millionen Euro aufgebracht werden müssen.

Auch am staatlichen Gymnasium Marquartstein läuft seit 2009 eine umfangreiche energetische Sanierung.

Rund 10 Millionen Euro kosten die Baumaßnahmen im Jugendgefängnis Laufen-Lebenau, mit denen 2009 begonnen wurde und die im kommenden Jahr abgeschlossen werden sollen. Allein 6 Millionen Euro kostet dort der sozialtherapeutische Bereich.

Rund 14 Millionen Euro sind für die Erweiterung des Dokumentationszentrums auf dem Obersalzberg vorgesehen, wo vor allem die Infrastruktur dem großen Besucherandrang nicht mehr gerecht wird. Hatte man bei Planung und Bau noch mit rund 36 000 Besuchern pro Jahr gerechnet, so sind es inzwischen rund 180 000 pro Jahr – Tendenz steigend.

Langfristige Planung nur schwer möglich

Für den Bund kümmert sich der Fachbereich Hochbau am Staatlichen Bauamt Traunstein unter anderem um die beiden Kasernen in Reichenhall und Bischofswiesen-Strub. Seit dem Jahr 2009 hat man für den Bund Baumaßnahmen für rund 100 Millionen Euro betreut. Weil der Betrag, der den 22 Staatlichen Bauämtern in Bayern zugeteilt wird, von Jahr zu Jahr schwankt, ist eine langfristige Planung nur schwer möglich. Lackerbauer vermutet, dass sich der Betrag in den kommenden Jahren für ihren Amtsbereich bei etwa 30 Millionen Euro einpendeln wird. Sie hofft aber, dass er durch Sonderprogramme aufgestockt wird.

Das Staatliche Bauamt Traunstein ist nämlich mit seinen vielfältigen Hochbaumaßnahmen auch ein wichtiger Auftraggeber der Bauwirtschaft sowie für freiberuflich Tätige, Ingenieure und Künstler. -K.O.-

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