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Behindertenhilfe kämpft für eine Aufwertung

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Rund 30 Mitarbeiter der Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten haben sich am Donnerstag dem bundesweiten Streik in der Behindertenhilfe angeschlossen. Sie fordern in der aktuellen Tarifauseinandersetzung auch eine höhere Aufmerksamkeit und Aufwertung der Behindertenhilfe. Foto Gabi Rasch

Traunreut – Rund 30 Mitarbeiter der Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten beteiligten sich am Donnerstag früh am bayernweiten Streik in der Behindertenhilfe. Sie standen bereits gegen 8 Uhr vor den Toren der Einrichtung an der Bodelschwingstraße und unterstrichen die Forderungen des stellvertretenden Geschäftsführers der Gewerkschaft Verdi, Bezirk Rosenheim, Robert Metzger, mit Trillerpfeifen. Verdi fordert in der aktuellen Tarifauseinandersetzung mehr Aufmerksamkeit für diese Berufsgruppe. »Die Kolleginnen und Kollegen haben eine höhere Aufmerksamkeit verdient«, betonte Robert Metzger.


Die Behindertenhilfe stelle kein Randgruppenangebot dar, sondern ein unentbehrliches System unterschiedlicher Einrichtungen und Leistungen, auf das jeder im Bedarfsfall zurückgreifen könne, heißt es in einer Pressemitteilung von Verdi Bayern. Anders als die Kinder- und Jugendarbeit werde die Behindertenhilfe häufig als Engagement für eine kleine gesellschaftliche Randgruppe betrachtet. Allein in den Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe der freien Wohlfahrtspflege arbeiten rund 317 000 Beschäftigte, davon etwa 181 000 in Teilzeit. Die geringe Aufmerksamkeit habe folglich nichts mit der gesellschaftlichen und auch wirtschaftlichen Bedeutung der Behindertenhilfe zu tun, sondern mit mangelnder Wertschätzung, so Dominik Scharer, Leiter des Fachbereichs Soziale Dienste bei Verdi Bayern. Ein Grund mehr, sich den Problemen der Behindertenhilfe gesondert anzunehmen. Während es zum Beispiel bei Erziehern, Sozialpädagogen und anderen im Wesentlichen um die Aufwertung der genannten Berufsgruppen gehe, werden im Bereich der Behindertenhilfe zusätzlich völlig neue Berufsgruppen angepackt. In den Forderungen zur Aufwertung der Sozialberufe werde das Tätigkeitsmerkmal »Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung« neu aufgenommen. Eingruppierungsrelevant soll nur noch die ausgeübte Tätigkeit und die entsprechend erfolgreich absolvierte »staatlich anerkannte Prüfung« sein. Eine wichtige Berufsgruppe in der Behindertenhilfe sei der Heilerziehungspfleger. Bislang gebe es diese Berufsgruppe in den Eingruppierungsmerkmalen überhaupt nicht, kritisiert die Gewerkschaft. Das mache die Eingruppierung in der Praxis schwierig. In den Verdi-Forderungen zur Aufwertung der Sozialberufe sei diese Berufsgruppe nun aufgenommen worden. ga

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