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Beharrlicher Einsatz für das Grabenstätter Moos

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Grabenstätt. Der Wasser- und Bodenverband Grabenstätter Moos blickte auf ein Jahr zurück, das wegen des verheerenden Hochwassers noch lange in Erinnerung bleiben wird. »Für uns alle war das Hochwasser Anfang Juni eine neue Situation; keiner hat geglaubt, dass so etwas kommen kann«, betonte Vorstand Johann Wimmer. Hochwasser sei bisher nur durch den Rückstau vom Chiemsee bekannt gewesen, aber nicht durch einen Dammbruch an der Tiroler Achen. Deswegen sei auch alles so schnell gegangen.


Die 400 Hektar Wiesen und Äcker im Bereich des Wasser- und Bodenverbandes Grabenstätter Moos seien mehrere Tage bis zu 1,50 Meter unter Wasser gestanden. Die Wassermassen hätten gewaltige Schäden verursacht. Dies sei »existenzgefährdend« gewesen, sagte Wimmer. Um zu verhindern, dass in naher Zukunft ähnlich folgenschwere Hochwasser auftreten, sei die Politik gefordert, Konzepte zu entwickeln und zum Beispiel Überschwemmungsflächen zu schaffen. Dies gelte auch für den Oberlauf in Österreich.

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Die hochwassergeschädigten Mitglieder des Wasser- und Bodenverbandes seien »schnell und unbürokratisch entschädigt« worden, lobte Wimmer. Nach den Mäh- und Rechenarbeiten sei die Resträumung mit Baggern und Mähkörben im Vorjahr reibungslos verlaufen, freute sich Wimmer. Das Wasserwirtschaftsamt habe zwar keine Notwendigkeit für die Räumung des Mündungsbereichs des Hauptkanals mit einem Bagger gesehen, doch der Rückgang des Wasserspiegels in den Gräben um bis zu 35 Zentimeter habe gezeigt, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei. Die kleineren Gräben habe man ausgefräst. »Wenn wir von überall her Wasser aufnehmen, müssen wir es auch in die Hirschauer Bucht abgeben dürfen«, forderte Wimmer und schob hinterher: »Anders geht es nicht, da verfolgen wir unsere Interessen mit Nachdruck.«

Nach den diesjährigen Mäh- und Rechenarbeiten wolle man nun wieder mit den Baggerarbeiten beginnen, um das schöne Wetter auszunutzen. Der Wasser- und Bodenverband Grabenstätter Moos plädiere Wimmer zufolge schon seit Jahren dafür, Holz und Müll aus der Hirschauer Bucht zu holen. Nach dem Hochwasser habe man viele Unterstützer gefunden.

Auch Bürgermeister Georg Schützinger zeigte sich optimistisch, dass »Bewegung in die Sache kommt« – auch deswegen, weil Landrat Hermann Steinmaßl das Thema »Hirschauer Bucht« anpacken wolle. Am 8. November werde eine Hochwasserkonferenz stattfinden.

Elisabeth Bartsch informierte über einen erfreulichen Kassenstand. Während die Jahre 2009/2010 bereits abgerechnet worden seien, werde man 2011/2012 noch in diesem Winter abrechnen, so Bartsch. Wie wichtig die Rücklagen seien, hätten die zuletzt notwendigen Investitionen gezeigt. Gemeindekämmerer Peter Drechsler habe ihm versichert, dass die Kasse »sauber und ordentlich geführt wurde«, so Schützinger.

Da der Wasser- und Bodenverband nicht nur für den Unterhalt des 27 Kilometer langen Grabensystems, sondern auch der dortigen Straßen verantwortlich ist, seien auf den Hauptachsen im Vorjahr rund 300 Kubikmeter Kies ausgebracht worden. Mit den zu erwartenden Einnahmen werde man die ausgeschwemmten Straßen aufkiesen. Angesprochen wurde erneut eine mögliche Auf- und Abfahrt zwischen der Umgehungsstraße und der Dorotheenstraße. Eine neue Verbindungsstraße zwischen der Dorotheen- und der Gaiglstraße sei aber nicht zuletzt aus Kostengründen zu favorisieren.

Wie noch bekannt gegeben wurde, beginnt die diesjährige Handräumung am Samstag um 8 Uhr an der Unterführung in Winkl. mmü