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Behält der Verein die Räume im ehemaligen Forstamt?

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Neuer Kassier des Heimat- und Geschichtsvereins Achental ist Erich Kamm (links), der den bisherigen Kassier Franz Höflinger (rechts) ablöst. Der Vorsitzende, Hans Jürgen Grabmüller, dankte Höflinger für sein Engagement. (Foto: Giesen)

Grassau. Kann und will der Heimat- und Geschichtsverein Achental seine Räume weiterhin im ehemaligen Forstamt Marquartstein behalten? Diese Frage hat der Vorsitzende Hans Jürgen Grabmüller in der Jahreshauptversammlung des Vereins im Fischerstüberl in Rottau den zahlreich erschienenen Mitgliedern gestellt.


Mit der Anmietung der Räume vor fünf Jahren war die Verpflichtung verbunden, einmal pro Jahr eine Ausstellung zu organisieren, was bisher viermal erfolgreich gelang (2009 Köhlerei, 2010 Jemima Tautphoeus, 2011 Schutzwald, 2012 prähistorische Funde). Im vergangenen Jahr habe die geplante Ausstellung »Grenzziehungen zwischen dem Pflegegericht Marquartstein und der Herrschaft Aschau im 17. Jahrhundert« ausfallen müssen, weil sich zu wenige Vereinsmitglieder zur Organisation fanden, so Grabmüller. Ersatzweise habe Emil Huber eine archäologische Ausstellung in Reit im Winkl gezeigt, die einen repräsentativen Querschnitt seiner bronze-, eisen-, römerzeit- und mittelalterlichen Fundstücke aus dem Achental beinhaltete.

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Grabmüller betonte, dass für eine Ausstellung ein Projektleiter, genügend freiwillige Helfer sowie neue Wandtafeln unbedingt nötig seien. In der Diskussion äußerten sich mehrere Vereinsmitglieder, dass man auf jeden Fall versuchen solle, die Räume zu halten – eventuell für eine Dauerausstellung, die allerdings wegen der notwendigen Vorbereitungszeit nicht vor 2015 gezeigt werden könnte. Andere meinten, mit der entsprechenden Möblierung könnten die Räume auch für kleinere Versammlungen und als Depot für historische Bücher und Exponate des Vereins dienen.

Beschlossen wurde auf Vorschlag von Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke und Olaf Gruß, Gespräche mit dem Vermieter, Georg Kasberger vom Amt für Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim aufzunehmen, ob sich die strikten Regeln des Mietvertrags bezüglich einer jährlichen Ausstellung ändern ließen. Klaus Thiele, früherer Leiter des Forstamts Marquartstein, schlug vor, der Forstverwaltung ein neues Gesamtkonzept vorzustellen und möglicherweise die Zahl der Ausstellungen auf alle drei Jahre zu begrenzen.

In seinem Jahresrückblick berichtete Grabmüller von einer Vielzahl von Aktivitäten, darunter beinahe jeden Monat Vorträge oder Exkursionen, die von der »Herkunft und Bedeutung der Orts- und Flurnamen« über die Landesausstellung zum Thema »Main und Meer« bis zu einem »heiteren Rückblick auf 100 Jahre Zeitungsartikel aus dem Chiemgau« reichten. Wegen des schlechten Wetters in den vergangenen beiden Jahren wurde auf das Sommerfest 2013 ganz verzichtet. 2014 aber soll ein neuer Versuch in geeigneteren Räumen, nämlich im Hefterstadel in Grassau, gestartet werden, kündigte Grabmüller an. Hier könnte das Fest auch bei Regen ein Erfolg werden.

Der Verein hat derzeit 137 Mitglieder. Befriedigend fiel der Kassenbericht von Franz Höflinger aus, sodass die Vorstandschaft einstimmig entlastet wurde. Danach legte Franz Höflinger, der seit der Gründung des Vereins 1989 das Amt des Kassiers innehatte, diese Aufgabe nieder. Hans Grabmüller dankte ihm für sein großes Engagement mit einem Geschenk. Bei den Neuwahlen wurde Erich Kamm zum neuen Kassier des Heimat- und Geschichtsvereins gewählt. Zum Kassenprüfer, den es bisher beim Verein noch nicht gegeben hatte, wurde Franz Höflinger gewählt, der nun weder der Vorstandschaft noch dem Beirat mehr angehört.

Der Vorsitzende kündigte noch ein umfangreiches Programm an, wobei nahezu in jedem Monat ein Vortrag oder eine Exkursion geplant sind. Das Programm beginnt am Montag, 3. Februar, um 19.30 Uhr mit dem Vortrag von Gerd Evers »Als die Amis kamen« im Kleinen Heftersaal in Grassau und wird mit dem Vortrag über den »Hutzenauer – Georg Eisenberger, bayerischer Bauernpolitiker und Original wäre heute 151 Jahre alt geworden« von Gustl Lex am Freitag, 28. März, um 19.30 Uhr im Gasthof Zellerwand in Schleching fortgeführt.

Ein Höhepunkt des Programms wird auch die Exkursion zur neuen Landesausstellung in Regensburg »Kaiser Ludwig der Bayer« mit vorherigem Einführungsvortrag sein. Der Heimat- und Geschichtsverein bemühe sich, möglichst vielfältig zu sein und Themen aus den unterschiedlichsten Sachgebieten anzubieten, sagte Grabmüller. Er forderte die Interessierten auf, dem Verein Vorschläge und eigene Ideen zu unterbreiten. gi