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Begeisterung über Kabarettist

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Der Kabarettist Helmut A. Binser bei seinem begeisternden Auftritt.

Waging am See. Etwa 200 geladene Gäste kamen zum dritten Ehrenamtsempfang der Markgemeinde Waging am See ins Strandkurhaus.


Neben der wichtigen Arbeit der Hilfsorganisationen und der zahlreichen Vereine dürfe man die großen Leistungen Einzelner nicht vergessen, die ihre ehrenamtliche Tätigkeit in verschiedensten Lebensbereichen unbemerkt von der Öffentlichkeit Tag für Tag ausüben, betonte Bürgermeister Herbert Häusl in seiner Begrüßungsrede. Als besonderes Beispiel nannte er Agnes Ochsenfahrt, die Jahr für Jahr mit der zusammen mit ihrem verstorbenen Ehemann gegründeten Stiftung sehr viel Segen in die Marktgemeinde bringe. Frau Ochsenfahrt kümmert sich persönlich darum, dass die Kinder in der Marktgemeinde eine zusätzliche, unterstützende Ausbildung erhalten. Nebenbei leitet sie noch die Pfarrbücherei.

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Häusl erwähnte außerdem die aktiven karitativen und kirchlichen Initiativen, die sich um ältere und kranke Bürger kümmern und ein dichtes Netz der Fürsorge aufbauen, sowie die »First-Responder-Gruppe« der Freiwilligen Feuerwehr, die heuer 15 Jahre alt wird. Sie ist mit ihren Einsatzkräften in der Lage, außerordentlich schnell vor Ort lebensrettende Maßnahmen einzuleiten. Der Bürgermeister bedankte sich im Namen aller Gemeindebürger für die unzähligen, ehrenamtlichen Stunden, die die Marktgemeinde erst so lebenswert machen. Dem schloss sich auch der 3. Bürgermeister Christian Reiter, Sozialreferent der Marktgemeinde, an. Ohne all diese ehrenamtlichen Helfer würde die Gesellschaft nicht funktionieren. Er sehe es als wichtige Aufgabe der Gemeinde an, noch stärker eine Kultur der Anerkennung und der Wertschätzung für das Ehrenamt zu entwickeln.

Neben viel Lob vonseiten der Bürgermeister und gutem Essen gab es einen sehr unterhaltsamen Teil. Mit Helmut A. Binser trat ein in der Gegend noch unbekannter Kabarettist auf und begeisterte mit seinem knapp einstündigen Programm das Publikum so sehr, dass er gleich mehrere Zugaben auf seiner diatonischen Ziach spielen musste. Seine Herkunft konnte Binder allein schon wegen seines Dialektes nicht verleugnen. Er komme aus einer Gegend in der Oberpfalz, die so arm sei, dass schon mal das Gebiss der Oma zum Ausstechen der Weihnachtsplätzchen verwendet werden müsse; aus einer Region der zwei Möglichkeiten: »Wegziehen oder Saufen«. Im Lied »Mia san de greißlichsten Menschen der Welt« nahm er den Schönheitswahn der heutigen Zeit aufs Korn mit dem Resumee: »Liaba gscheid greißlich als schee bläd.« Bei einem hintergründigen Berufelied hätte es sich der Künstler fast mit seinen Gastgebern verscherzt. Dabei ging es unter anderem um Menschen mit zwei linken Händen, »de oana werden Bürgermoasta und de anderen Ministerpräsident«. Binser nahm zum Abschluss seines begeisternden Auftritts aber das Angebot von Bürgermeister Häusl an und das Verserl mit den zwei linken Händen zurück, im Gegenzug verzichtete Häusl auf die Bezeichnung »Newcomer« und betonte, dass er sich freuen würde, Helmut A. Binser bald wieder in Waging begrüßen zu dürfen. FR

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