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Begeisterung über Geierwally-Premiere

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Die Geierwally (Alex Holzner, rechts) ist eifersüchtig auf Afra (Tini Reinwart), die vermeintliche Freundin ihres geliebten »Bärenjosef« (Max Steinhauer).

Inzell. Spannung lag in der Luft, und das Publikum war mucksmäuschenstill, umgeben von der wildromantischen Kulisse des Falkenstein-Steinbruchs, wo zu später Stunde sogar noch der Mond herauskam: Mit einem durchaus ernsten und dramatischen Stück, der »Geierwally«, feierte die Bauernbühne Inzell Premiere.


Die passionierten Laiendarsteller um Regisseur Edi Holzner waren erleichtert, dass die erste Aufführung nach mehreren gescheiterten Anläufen endlich stattfinden konnte. Nachdem das Stück mehrmals buchstäblich ins Wasser gefallen war, war es diesmal ein trockener, milder Abend.

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Mit vielen Stunden Engagement hatte die Bauernbühne, die heuer ihr 40-jähriges Bestehen feiert, die Kulissen hergerichtet, zu denen Andrea Holzner die Bühnenmalerei beigesteuert hatte. Eingangs- und Bühnenbereich waren mit Natursteinen neu gestaltet worden. Damit ein zweites Bühnenbild Platz hat – in diesem Fall eine liebevoll eingerichtete gemütliche Almhütte – war die Bühne verbreitert worden.

Im Mittelpunkt des Stücks nach dem Roman von Wilhelmine von Hillern steht die Wally, gespielt von Alex Holzner. Ihr Vater, der Großbauer Alois Strominger (Helmut Spannring), möchte sie mit dem geschickten Vinzenz (Thomas Nickel), der den Hof weiterführen könnte, verheiraten. Sie aber liebt den »Bärenjosef«, dargestellt von Max Steinhauer. Wally bricht mit ihrem Vater, zündet in ihrer Verzweiflung die Scheune an und zieht sich in eine einsame Hütte hoch in den Gletschern zurück. Und dorthin kommt der Bärenjosef mit einem jungen Mädchen, das er gerettet hat. Da er sich sehr liebevoll um diese »Person« kümmert (Tini Reinwart als Afra, Dienstmagd bei der Lammwirtin), vermutet die Geierwally in ihr die Freundin »ihres« heißgeliebten Josef, und kocht vor Eifersucht.

Zwischen den vier Akten und am Ende gab es tosenden Beifall. Auch die Komparsen, die Musikanten, die den Bärenjosef zur Wally begleitet hatten und von der Musikkapelle Inzell »ausgeliehen« worden waren, mussten nochmal auf die Bühne und erhielten gebührenden Applaus.

»Die Leute waren hin und weg«, freute sich Edi Holzner über die viele positive Resonanz, die er auch hinterher noch bekam. »Eine Traum-Premiere, ein Traum-Jubiläumsstück«, befand er, sehr zufrieden mit seiner Truppe.

Für alle, die es versäumt haben, gibt es noch vier Spieltermine: am morgigen Samstag sowie am 2., 9. und 30. August. Die Abendkasse (es gibt keinen Kartenvorverkauf) ist ab 19 Uhr geöffnet. Stuhlkissen und warme Decken liegen bereit. Bei schlechtem Wetter fallen die Vorstellungen aus. vm