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Begegnung mit zwei Päpsten an einem Tag

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Der emeritierte Papst Benedikt XVI. (Mitte) unterzeichnete die Bayernfahne, die die Musikkapelle St. Leonhard am Wonneberg in Rom dabei hatte. Georg Gänswein (links), Präfekt des Päpstlichen Hauses und Privatsekretär des emeritierten Papstes, und Monsignore Thomas Frauenlob, der heute sein 20-jähriges Priesterjubiläum in Rom feiern wird, halfen ihm dabei.
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Bevor die Musikkapelle St. Leonhard am Wonneberg den emeritierten Papst Benedikt XVI. in den Vatikanischen Gärten traf, spielte sie am Petersplatz bei der Generalaudienz von Papst Franziskus vor über 100 000 Gläubigen. Auch heute sind die Musikanten gefordert, denn sie gestalten die Messe anlässlich des 20-jährigen Priesterjubiläums von Monsignore Thomas Frauenlob musikalisch.

Was für ein tolles Erlebnis für die Musikkapelle St. Leonhard am Wonneberg: Die acht Musikanten und ihre Begleiter trafen in Rom den emeritierten Papst Benedikt XVI. in den Vatikanischen Gärten.


»Toll, ganz toll« sei die Begegnung gewesen, sagt der Vorsitzende der Musikkapelle, Sepp Eder, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Es war sogar ein privater Empfang«, erzählt er. »Wir haben das wirklich nicht erwartet«, schiebt Eder hinterher und freut sich. »Er hat wirklich jeden persönlich begrüßt.«

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Der Anlass der Reise in die italienische Hauptstadt ist das 20-jährige Priesterjubiläum von Monsignore Thomas Frauenlob. Dies wird am heutigen Freitag in Rom mit einem Gottesdienst gefeiert. Der ehemalige Leiter des Studienseminars in Traunstein verbrachte die vergangenen Jahre als Mitarbeiter der Bildungskongregation in Rom, in wenigen Tagen wird Monsignore Frauenlob nun seinen Dienst im Dekanat Berchtesgaden antreten (wir berichteten).

Die Musikkapelle St. Leonhard am Wonneberg verbindet mit Thomas Frauenlob eine langjährige Freundschaft. »Er ist bei uns Ehrenmusikant und deshalb wollten wir ihm seinen Festgottesdienst zum Jubiläum musikalisch gestalten«, erzählt Eder. Bei den Planungen der Reise sei man dann darauf gekommen, dass man bei Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses und Privatsekretär des emeritierten Papstes, wegen eines Treffens anfragen könnte – und das hat auch geklappt.

Zuerst ging es für die Gruppe zur Generalaudienz mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz – dort spielten die Musikanten mit ihrem Kapellmeister Hans Greisberger in vorderster Reihe vor über 100 000 Gläubigen – dann machte sie sich zusammen mit Thomas Frauenlob auf den Weg zu den Vatikanischen Gärten. Man habe vor dem neuen Wohnhaus des emeritierten Papstes dann zum Spielen angefangen, sagt Eder. »Und dann kam er die Treppen herunter.« Zwei Märsche und die Bayernhymne habe man ihm gespielt. »Er hat sogar mitgesungen«, freut sich Sepp Eder.

Die Musikkapelle überreichte dem emeritierten Papst Benedikt XVI. dann auch einen Geschenkkorb. »Darin waren unter anderem unser Orgelwein, selbst gemachte Marmelade, Honig und ein Bauernbrot«, berichtet Eder. Über die Geschenke habe er sich sehr gefreut. Im Reisegepäck der Musikkapelle durfte natürlich auch die Bayernfahne nicht fehlen. »Die hat er uns sogar handsigniert«, erzählt Eder stolz.

Der emeritierte Papst, der sich laut Eder »auch bester Gesundheit erfreut«, hatte auch einige Geschichten parat. Er erzählte der Gruppe etwa, dass er in der Schusterei in St. Leonhard immer seine Schuhe gekauft habe. Auch seine Primizschuhe stammten von dort.

Die Musikkapelle hat übrigens auch eine enge Verbindung zum emeritierten Papst. Denn am Vorabend seiner Primiz war es die Musikkapelle St. Leonhard am Wonneberg, die Joseph Ratzinger damals von Hallabruck zu seinem Elternhaus nach Hufschlag spielte. »Die Kapelle Surberg hatte da keine Zeit«, erzählt Sepp Eder. »Für uns schließt sich jetzt quasi ein Kreis.« SB