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Beeindruckende Jahresbilanz der Malteser

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Traunstein – Die Berufung aktiver, ehrenamtlicher Helfer und ein Rückblick auf die Aktivitäten der Kreisgliederung Traunstein standen im Mittelpunkt der Jahresschlussfeier des Malteser Hilfsdienstes.


Max Rauecker, der Kreisbeauftragte der Malteser, berief Carina Jeck zur Gruppenführerin der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) Betreuung der Gliederung Traunstein. Manfred Schnitzlbaumer wurde zum Leiter des ehrenamtlichen Besuchsdienstes und Maximilian Geppert zum Gruppenleiter Sanitätsdienst berufen. Rauecker überreichte ihnen die Berufungsurkunden. Die Ausbildung zum Gruppenleiter in der Malteser Jugend erfolgreich absolviert hat Benedikt Wiedemann. Die Berufungsurkunde überreichten Michael Winklmaier, der Leiter der Malteser Jugend im Landkreis Traunstein, sowie die Diözesanjugendsprecherinnen Caro Puchstein und Andrea Geischeder.

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Rauecker blickte auf ein ereignis- und einsatzreiches Jahr 2016 zurück. Neu in der Malteser-Familie ist die Trostberger Tafel, deren Trägerschaft der Malteser Hilfsdienst von der Kirchenstiftung St. Andreas übernommen hat. Seit 14 Jahren besteht die Tafel und wird monatlich von rund 300 Personen genutzt. In der Kindertafel in der Grund- und Hauptschule gibt es täglich ein kostenloses Frühstück für Kinder und Jugendliche.

Malteser drei Wochen in Simbach im Einsatz

Nach der Hochwasserkatastrophe in Simbach und im Landkreis Rottal-Inn waren die Schnell-Einsatz-Gruppen besonders gefordert. Fast drei Wochen waren die Traunsteiner Malteser-Gruppen im Einsatz. Die Betreuungs- und Küchengruppe sorgte für die Verpflegung von Betroffenen und Einsatzkräften. 23 000 Mittag- und Abendessen wurden ausgegeben, 81 000 Wurst- und Käsesemmel vorbereitet und 10 000 Liter Tee und Kaffee ausgeschenkt.

Beschäftigt haben die Schnell-Einsatz-Gruppen auch mehrere Fliegerbomben. Während der Entschärfungen mussten viele Menschen in Sicherheit gebracht werden, so zum Beispiel auch in Traunstein, als am 20. Juni am Bahnweg ein Blindgänger gefunden wurde. Zur Unterstützung bei der Evakuierung und zur Betreuung der vorübergehend ausquartierten Menschen waren die Einheiten auch in München und zuletzt am ersten Weihnachtsfeiertag in Augsburg im Einsatz.

230 Sanitäter helfen beim »Chiemsee Summer«

Der größte Sanitätseinsatz der Malteser ist alljährlich der »Chiemsee Summer« in Übersee. Mehr als 230 Sanitäter aus der gesamten Erzdiözese München und Freising standen während des Festivals bereit, um im Notfall zu helfen. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Malteser während des Festivals 1073 Hilfeleistungen. Sanitätsdienstlich betreut wurden unter anderem auch der Chiemsee-Triathlon sowie Vereinsjubiläen und Gründungsfeste, wie das Bezirksmusikfest in Nußdorf im Juni 2016.

Das Kriseninterventionsteam (KIT), das traumatisierte Menschen nach dem plötzlichen Tod eines Angehörigen betreut, wurde 130 Mal alarmiert und leistete rund 450 Betroffenen Beistand und »Erste Hilfe für die Seele.« Dabei wurden 1700 Einsatz- und mehr als 13 000 Stunden an Dienstbereitschaft erbracht.

Malteser sind stolz auf ihre engagierte Jugend

Die Gruppe für Realistische Unfalldarstellung (RUD) – Spezialisten für Schminke und Verletztendarstellung – besteht seit 25 Jahren. Sie stellt ihr Können bei vielen Übungen von Feuerwehren und Rettungsdienst zur Verfügung. Die RUD-Gruppe war unter anderem bei einer Großübung von Feuerwehren und Rettungsdiensten in Kammer tätig.

Besonders stolz ist Rauecker auf die engagierte Jugendarbeit. Mehr als 40 Buben und Mädchen zwischen sechs und 18 Jahren kommen zu den Treffen der Kinder- und Jugendgruppen. Durch den »Mini-Retter-Tag« konnten weitere 15 Buben und Mädchen gewonnen werden. Neben altersgerechter Erste-Hilfe-Ausbildung werden den Mitgliedern der helfende Einsatz für Mitmenschen, Zivilcourage und ein kameradschaftliches Miteinander näher gebracht. An mehreren Schulen im Landkreis betreuen die Malteser den jeweiligen Schulsanitätsdienst.

Wertvolle soziale Hilfen, vor allem für einsame Senioren, leistet der ehrenamtliche Besuchs- und Begleitdienst der Malteser. Die Nachfrage dafür ist groß, weshalb sich die Gruppe über weitere ehrenamtliche Helfer freuen würde, wie Rauecker betonte. Die Kontaktgruppe für Körperbehinderte, eine Gemeinschaft von behinderten und nichtbehinderten Menschen, die von den Maltesern vielfältig unterstützt wird, feierte ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Fest in Chieming.

Auch in der Flüchtlingshilfe sind die Malteser aktiv

Auch im Jahr 2016 nahm die Betreuung von Flüchtlingen und Asylsuchenden einen breiten Platz ein. So wurde beim Abbau und der Auflösung der Notunterkunft in Traunreut im ehemaligen Bauhof geholfen. Auch in der Integration von Migranten sind die Malteser tätig: Ein Schwimmkurs für Asylbewerber mit 25 Teilnehmern fand statt, in der Gemeinschaftsunterkunft in Traunstein wurde gemeinsam mit anderen Organisationen ein Begegnungsfest veranstaltet und bei einem neuen Projekt werden die Feste wie Weihnachten oder Ostern erklärt und es wird zum Beispiel gemeinsam gebacken oder gekocht. Zusammen mit dem Alpenverein wurde das Integrationsprojekt Alpen.Leben.Menschen gestartet, mit dem Flüchtlinge die Chance gegeben wird, neue Freundschaften zu knüpfen, die Schönheit unserer Region kennenzulernen und sie für Umweltschutz zu sensibilisieren.

800 Lebensmittelpakete für Osteuropa gesammelt

Mit der Weihnachtshilfe unter dem Motto »Glücksbringer« werden alljährlich bedürftige Familien sowie Kinder- und Altenheime in Bulgarien, Serbien und Rumänien mit Lebensmittelpaketen und Geschenken für die Kinder versorgt. Heuer wurden den Maltesern in Traunstein und Bad Reichenhall mehr als 800 Lebensmittelpakete gespendet.

Die Rumänienhilfe für bedürftige Menschen in Baraolt und das »Laura-Haus« – eine Behindertentagesstätte und -werkstatt – sind zu einer umfangreichen und für die Menschen der rumänischen Kleinstadt unverzichtbaren Hilfe geworden. Regelmäßig werden Hilfstransporte dorthin durchgeführt. »Ohne unsere Hilfe für das Laura-Haus müsste es geschlossen werden. Wir halten die beschützende Einrichtung mit unserer Hilfe am Leben«, betonte Rauecker.

Die Traunsteiner Malteser sind außerdem langjährige Partner der »Brotherhood of blessed Gerard«, dem Malteser Hilfsdienst in Südafrika, der dort umfangreiche Hilfen für AIDS-Kranke leistet sowie ein Hospiz, eine Sozialstation, ein Kinderheim und weitere karitative Einrichtungen betreibt. Die Traunsteiner Gliederung unterstützt die südafrikanischen Malteser vor allem finanziell aus dem Erlös verschiedener Aktionen, um die medikamentöse Versorgung von mehr als 1000 HIV-Infizierten zu ermöglichen.

»Dort hingehen, wo Not ist«

Der Malteser-Kreisbeauftragte freute sich über die große Zahl an ehrenamtlichen Helfern. Für das zur Verfügung stellen von Zeit, Kraft, Ausdauer und für die große Bereitschaft, in den verschiedensten Diensten Menschen zu helfen, sagte Rauecker ein »herzliches Vergelt‘s Gott!« Bei allen Diensten und Einsätzen gehe es darum, Nächstenliebe in die Tat umzusetzen. »Als Malteser sind wir aufgefordert, dort hinzugehen, wo Not ist!« Alle Herausforderungen im aktiven Dienst und im Einsatz seien professionell gemeistert worden. Besonders würdigte Rauecker Spender, Sponsoren und rund 11 000 Fördermitglieder im Landkreis Traunstein, mit deren finanzieller Unterstützung viele Dienste erst möglich gemacht werden. pv