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Beeindruckende Auftritte in Traunwalchen

Mit seinem Schlagzeugsolo sorgte Christoph Jungböck für einen Höhepunkt. (Foto: Dieter Roth)

Traunreut. Mit einem beeindruckenden Programm hat die Sing- und Musikschule Traunwalchen bei ihrem Jahreskonzert die enorme Bandbreite ihrer Musikausbildung bewiesen. Fast jedes bekannte Musikinstrument – vom Akkordeon bis zur Zither – war auf der Bühne vertreten. Und die mehr als 100 auftretenden Schüler zeigten ihr beachtliches Niveau: In verschiedensten Formationen, vom Solisten bis zum 20-köpfigen Streichorchester, wurden nahezu alle Musikepochen und bekannten Musikstile bedient.


Traditionell eröffneten mehr als 50 Kinder der Musikalischen Früherziehungsgruppen aus Traunreut, St. Georgen und Traunwalchen das Jahreskonzert. Unter der Leitung von Elisabeth Bäuml und Manfred Berger tanzten und sangen sie paarweise angeordnet mit viel Freude das bekannte Volkslied »Heit gibts a Rehragout«.

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Stilsichere und genaue Darbietungen

Das junge Ensemble »Pauli-Schlicht-Geignmusi« spielte zusammen mit Musiklehrerin Lisbeth Genghammer gekonnt die beliebte Sternpolka. Die beiden Blockflötenensembles von Lehrerin Liese Danner trugen stilsicher einen Schottischen und darauf folgend einen Tango Baroquita vor. Ein Querflöten-Quartett unter der Leitung von Musiklehrerin Sandra De Crescenzo zeigte mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart eine genaue Darbietung.

Das Fagott, ein selten zu hörendes Blasinstrument, wurde mit Musik von Mozart präsentiert: Johanna Wallner spielte dieses markante Instrument im Holzbläsertrio mit dem Klarinettisten Lukas Baumgartner und der Querflötistin Franziska Arnold. Sie zeigten schwungvoll geführte Melodien verbunden mit sauberer Intonation.

Gänzlich andere Musik führte die Klaviersolistin Lea Danner vor: Mit großer Sicherheit und beeindruckender Virtuosität bewältigte sie den anspruchsvollen ersten Satz aus »Kreisleriana« von Robert Schumann. Besonders interessant war auch die Musik des Kammermusikensembles, bestehend aus zwei Querflöten, Cello und Klavier. In den Stimmfunktionen gut angepasst bot das Trio in überzeugender Weise Musik von Johann Christian Schickhardt.

Die Prüfungsabsolventin Dorothea Steinbacher zeigte mit dem Violinkonzert in Es-Dur von Joseph Haydn ihre große künstlerische Reife: Begleitet wurde sie von ihrem Lehrer Alexander Krins. Das Cello-Ensemble unter Musiklehrer Simon Nagl brillierte mit dem eindrucksvollen tiefen Streicherklang von vier Celli.

Den Höhepunkt des ersten Teils bildete das große Streichorchester »Capella Cantabile«, das unter der Leitung von Alexander Krins das Allegro aus der G-Dur-Sinfonie KV 199 von Mozart spielte. Mit kräftig virtuosem Start in der ersten Hauptmelodie verlangt der anspruchsvolle erste Satz von Beginn an vollste Konzentration.

Den zweiten Teil eröffnete das mehr als 20-köpfige Gitarrenorchester unter der Leitung von Brigitte Brüderl und Klaus Danner. Mit dem Stück »Kalimba« wollten sie den Klangeffekt des gleichnamigen afrikanischen Instruments nachahmen: Jeder Gitarrist presste einen Bierdeckel als Dämpfer auf die Gitarrensaiten. Der Akkordeonist Franz Mitterreiter spielte in der Folge eine wunderbar verträumte französische Musette.

Das Klarinettenensemble von Lehrer Ferenc Tornai spielte mit großer Musikalität die »Pizzicato-Polka« sowie den »Maxglaner Zigeunermarsch«. Einen gänzlich anderen Stil bedienten Tatjana Feil und Vroni Schuster mit Musik der Rockband »Red Hot Chili Peppers«: Sie sangen den Song »Desecration Smile« zweistimmig und begleiteten sich selbst auf ihren E-Gitarren mit originalgetreuen Grooves.

Eine große Überraschung lieferte die neue Jazz Big-Band. Zehn Schüler und vier Lehrer zeigten soliden Jazzrock und Swing. Das Schlagzeugsolo von Christoph Jungböck bildete sicher einen der Höhepunkte des Konzertabends: Als Stück hat er das äußerst komplizierte »Island Magic« von Dave Weckl gewählt: Gerade und ungerade Taktarten wechselten in rasantem Tempo.

Rockband beendete das fast dreistündige Konzert

Die Rockband der Musikschule beendete das fast dreistündige Konzert mit den zwei beliebten Rockliedern »Sweet Home Alabama« und »Wake Me Up When September Ends«. Geleitet von Lehrer Thomas Schnabel zeigten die acht jungen Musiker bereits nach knapp einjähriger Probenzeit einen überzeugenden Auftritt. Trotz technischer Schwierigkeiten auf der Bühne blieben die Schüler »cool«.

Im wichtigsten Konzertteil ehrten Traunreuts Bürgermeister Franz Parzinger und Elternbeiratsvorsitzender Hans Jobst die 13 Prüfungsabsolventen der D1- und D2-Prüfungen. Mit viel Beifall erhielten sie ihre Prüfungszeugnisse und wurden vom Stadtoberhaupt für ihre Ausdauer und ihr Engagement gelobt.