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Bedingungen der Kirche sind nicht akzeptabel

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Petting. Die Verhandlungen der Gemeinde Petting mit dem Ordinariat über den Erwerb von Kirchengrund für den Neubau der Schule haben noch immer kein Ergebnis gebracht. Nach »quälend langer Wartezeit«, wie es in der letzten Gemeinderatssitzung hieß, habe das Erzbischöfliche Ordinariat ein Angebot unterbreitet, das für die Gemeinde nicht akzeptabel ist, wie der Gemeinderat feststellte.


Die Pettinger Bürger hatten sich in einem Bürgerentscheid für den Standort Pausenplatz an der Turnhalle entschieden. Dieser Grund aber gehört der Kirche. Nach zahlreichen Verhandlungen mit dem Ordinariat und einer Besprechung in Petting mit einer Vertreterin des Ordinariats, dem Ortspfarrer Westermeier und dem Kirchenpfleger Andreas Breitenlohner im September 2010, schien sich eine für die Gemeinde akzeptable Lösung abzuzeichnen: Die Gemeinde bietet für den Pausenplatz (4400 Quadratmeter) am südlichen Ortsausgang Tauschgrund (7900 Quadratmeter) an und sichert zu, etwa 1100 Quadratmeter Kirchengrund südlich des Pausenplatzes als Bauland auszuweisen.

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Das Ordinariat hat jetzt das gemeindliche Angebot abgelehnt und folgenden Gegenvorschlag unterbreitet: entweder den Pausenplatz für 60 Jahre in Erbbaurecht zu erwerben – Einmalzahlung von 358 000 Euro (auch jährliche oder monatliche Ratenzahlung möglich) oder ein Tausch gegen wert- und ertragsgleiche Flächen. Dabei werden vom Ordinariat 100 Euro pro Quadratmeter angesetzt. Das entspricht zwei Drittel des Bodenrichtwertes von 165 Euro abzüglich eines Abschlags von 10 Prozent. Der Wertansatz, der mit Tauschgrund ausgeglichen werden müsste, beträgt noch 440 000 Euro. Auch ein Tausch gegen Bauland in Schönram wäre möglich. Bei einem Bodenrichtwert von 125 Euro wären noch 3500 Quadratmeter Bauland erforderlich. Möglich wäre auch noch, bis zu einem Drittel des Pausenhofs bei der Turnhalle zu kaufen (150 000 Euro) und nur den Rest (290 000 Euro) mit Grundstücken auszugleichen. Dabei müsste die Gemeinde aber immer noch 2350 Quadratmeter Bauland einbringen.

Keiner der Vorschläge war für den Gemeinderat akzeptabel, wie sich in der von Unmut geprägten Diskussion herausstellte. Dabei wurde das Verhalten des Ordinariats heftig kritisiert. Schließlich einigte sich das Gremium darauf, noch einmal auf das Ordinariat zuzugehen. Bis 20. Dezember wolle man endgültig Auskunft, ob nicht die Verhandlungsbasis vom September 2010 zum Tragen kommen könnte. Sollte bis dahin keine Antwort eintreffen, will man sich vom Projekt »die Kirche hilft der Gemeinde beim Grundtausch« verabschieden. Der Beschluss erging einstimmig.

Für die Mittagsbetreuung wurde für 2400 Euro ein größerer Herd gekauft und die Feuerwehr erhält eine Wärmebildkamera für 8000 Euro. Das Katholische Kreisbildungswerk erhält für die Erwachsenenbildung einen Zuschuss von 200 Euro. Bei der vom Bayerischen Gemeindetag angebotenen Bündelausschreibung für kommunalen Strombezug ist die Gemeinde Petting dabei. hg

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