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Bedenken prallen am Bauausschuss ab

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Traunreut. Trotz Bedenken der Regierung von Oberbayern und Kritik der Nachbargemeinden und Gewerbeverbände, soll nach dem Willen des Traunreuter Bauausschusses an dem geplanten BayWa-Kaufland-Projekt im Nordosten der Stadt festgehalten werden. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder sah in der jüngsten Sitzung, in der die Stellungnahmen zum laufenden Verfahren gehört wurden, keinen Grund, das Projekt, gegen das aktuell auch ein Bürgerbegehren gestartet wurde, nicht durchzuziehen. Gegen die Stimmen von Sepp Winkler (Bürgerliste) und Hans Baltin (Grüne) wurde dem Billigungs- und Auslegungsbeschluss (Flächennutzungsplanänderung und Bebauungsplanaufstellung) »Grünes Licht« erteilt.


Wie berichtet, hatte die Regierung von Oberbayern erklärt, dass aus landesplanerischer Sicht erhebliche Bedenken gegen die Ansiedlung des Kauflands am vorgesehenen Standort bestehen. Dies könnte zu einer Schwächung der innerstädtischen Versorgungsbereiche führen. Die Regierung empfiehlt der Stadt daher, insbesondere wegen der zu befürchtenden, negativen Auswirkungen auf die zentralen Versorgungsbereiche in Traunreut, das Vorhaben noch einmal genau zu überprüfen.

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Auch die Nachbargemeinden und Gewerbe- und Wirtschaftsverbände sowie der in Traunreut ansässige Einzelhandel schlagen Alarm. So befürchtet zum Beispiel die Stadt Trostberg »nicht zumutbare Kaufkraftabflüsse aus Trostberg.« Der Traunreuter Einzelhandel befürchtet vor allem durch den Lebensmitteldiscounter Kaufland ein Ausbluten der Innenstadt.

Aus Sicht von Sepp Winkler sei das Projekt an der angedachten Stelle kontraproduktiv und würde der Innenstadt noch mehr Schaden zufügen. »Wir sollten die Warnung der Regierung ernst nehmen«, sagte Winkler und kritisierte, dass in der Innenstadt »nix passiert«. Diese Kritik wies Bürgermeister Franz Parzinger entschieden zurück und betonte, dass innerstädtisch einiges am Laufen sei, wobei hier alle an einem Strang ziehen müssten: »Wir brauchen auch die Anlieger dazu«, räumte er ein. Am Beispiel der Traun-Passage und des Media-Marktes, die ebenfalls nicht unumstritten waren und heute Magnete in der Stadt seien, stellte er fest: »Hätten wir alles verhindert, hätten wir eine miese und schlechte Situation.

Eine Lanze für das Projekt brachen auch Gabi Ahne (SPD) und Bernhard Seitlinger (CSU). Nach Ansicht der SPD-Stadträtin benötige der Nordosten das Kaufland ganz dringend, zumal dort nach dem Abzug eines Discounters keine Versorgung mehr gewährleistet sei. Seitlingers »Hauptanliegen ist es, dass die BayWa in Traunreut bleibt«. Aus seiner Sicht gebe es keinen Anlass, das Projekt zu verhindern, zumal die BayWa auch eine Planänderung vorgenommen habe. Wie der zuständige Architekt in der Sitzung erklärte, seien die Gebäude gedreht und damit die Verkaufsflächen automatisch verkleinert worden. Dadurch würden auch die Flächenvorgaben des Raumordnungsverfahrens eingehalten. Weiter teilte der Architekt mit, dass sowohl ein Verkehrsgutachten als auch ein Schallschutzgutachten in Auftrag gegeben worden sei. Dass der Stadtrat den Bauausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag nächster Woche überstimmen wird, davon ist nicht auszugehen. ga