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Bedarf für Krippe neu ermitteln

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Staudach-Egerndach. Der gesetzliche Anspruch auf eine Kleinkindbetreuung nach dem ersten Lebensjahr macht nun auch der Gemeinde Staudach-Egerndach Probleme. Lange suchte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nach einer Lösung.


Wie Bürgermeister Hans Pertl informierte, wurde an die Eltern ein Fragebogen geschickt, um den Bedarf einer frühkindlichen Förderung zu ermitteln. Verbindlich wurden drei Kinder für das kommende Betreuungsjahr ab September angemeldet, weitere sechs Kinder unverbindlich. Eine Krippe würde Platz für elf Kinder bieten und müsste von zwei Betreuern geführt werden, erklärte Pertl. Ein Platz koste doppelt so viel wie ein Kindergartenplatz. Finanziert werde die Betreuung vom Freistaat, von der Kommune und durch Elternbeiträge. Ein eventuelles Defizit müsste die Gemeinde tragen. Laut Pertl würde ein Anbau an den Kindergarten circa 600 000 Euro kosten. Mit staatlichen Förderungen sei nicht zu rechnen. Mit dem Träger des Kindergartens, der katholischen Kirche, wurde bereits gesprochen und diese sei auch bereit, die Trägerschaft für die Krippe zu übernehmen. Es gebe aber auch die Möglichkeit, ein Containergebäude zu mieten.

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Zu bedenken sei, dass die Gemeinde finanziell nicht gut ausgestattet sei und der letzte Verwaltungshaushalt nur durch eine Entnahme aus dem Vermögenshaushalt ausgeglichen wurde, so Pertl. Demzufolge habe die Gemeinde nicht einmal ihren Verwaltungsaufwand erwirtschaftet. Ein Neubau wäre heuer ohnehin nicht mehr zu realisieren. Bliebe nur die Containerlösung. Der Bürgermeister fügte an, dass die Eltern ihren Bedarf auch preisabhängig machten. Jetzt bereits zu sagen, wie viel ein Betreuungsplatz koste, sei nicht möglich. Zu rechnen sei aber durchaus mit monatlich 150 bis 200 Euro bei einer vollen Buchung, also von Montag bis Freitag. Sollten aber nur drei Kinder betreut werden, müsse die Gemeinde das Defizit tragen.

Laut Pertl liege heuer ein Spitzenjahr vor, denn 19 Kinder wurden zwischen September 2012 und September 2013 geboren. Momentan befinde man sich in einer Ausnahmesituation. Die Frage sei, so Pertl, ob man für dieses Ausnahmejahr so viel investieren solle. Evi Pöschl fragte, ob im Schulgebäude ein geeigneter Raum sei. Dies verneinte der Rathauschef, da für Kinderkrippen besondere Anforderungen gelten. Anton Weiß schätzt die jährlichen Kosten für die Gemeinde, ohne Investitionskosten, auf rund 50 000 Euro und Franz Heigenhauser befürchtet, dass die Gemeinde bei nur drei verbindlich gemeldeten Kindern auf den Kosten sitzen bleibt. Ein weiteres Problem, so Pertl, sei, dass Betreuer vielleicht nach einem Jahr wieder ausgestellt werden müssen. Seiner Ansicht nach sollten drei Kinder auch in den Nachbargemeinden untergebracht werden können. Die Gemeinde zahle auch in den anderen Gemeinden den Personalkostenzuschuss.

Ob in den Nachbargemeinden nach freien Plätzen gefragt wurde, interessierte Alexander Sedlmaier. Pertl wollte diesbezüglich erst die Meinung im Gemeinderat abwarten. Martina Gaukler wusste, dass der Gesetzgeber als Alternative zum Krippenplatz auch eine Betreuung durch eine Tagesmutter unterstützt. Pertl halte auch eine Fahrzeit von bis zu 30 Minuten zur Betreuungseinrichtung für zumutbar. Demzufolge könnten die Kleinen auch wo anders untergebracht werden.

Schließlich einigte sich der Gemeinderat, die Entscheidung zurückzustellen. Nun sollen die Kosten für einen Mietcontainer, wie auch für das Personal eruiert werden und dann die Elternbeiträge ausgerechnet werden. Erst dann könne man den Eltern die Kosten für den Betreuungsplatz mitteilen. Es sei abzuwarten, ob es bei den drei angemeldeten Kindern bleibe, oder ob für die unverbindlich gemeldeten Kinder auch ein Betreuungsplatz gewünscht werde. tb