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Bedaium-Verein hat wieder einiges vor

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Am Standort des alten Rathauses der Gemeinde Seeon-Seebruck soll 2014 ein Neubau entstehen. Der Bereich müsse zuvor unbedingt von Fachleuten archäologisch untersucht werden, forderte der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium, Dr. Alfons Regnauer, auf der Jahreshauptversammlung. (Foto: Müller)

Seeon-Seebruck. »2012 kamen 7690 Besucher ins Römermuseum«, freute sich Dr. Alfons Regnauer bei der Jahreshauptversammlung des Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium. Rund 218 000 Personen hätten das Museum seit der Eröffnung vor 25 Jahren besichtigt. Steil bergauf ging es mit den Schülerbesuchen. Im Juni und Juli 2011 begrüßte man 317 Schüler, in den Vergleichsmonaten 2012 waren es schon 785. Dies lässt sich auf das museumspädagogische Programm zurückführen, das Matthias Ziereis und Archäologin Andrea Krammer für die Klassen vier bis sechs neu konzipiert haben. Zwei Gruppen können damit in zwei Stunden parallel durch das Museum und zu den Außenanlagen geführt werden. Bewährt hat sich auch die experimentelle Archäologie, die eine sinnvolle Ergänzung zum Schulunterricht sei, so Ziereis.


Inzwischen 2000 keltische Funde bekannt

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Ortsheimatpfleger Regnauer erinnerte an die Ausführungen von Referent Dr. Bernd Steidl, Stellvertretender Leiter der Archäologischen Staatssammlung, wonach Seebruck älter sei als bisher angenommen. Dass der Name des römischen Fluss- und Seegottes Bedaius aus der Keltenzeit stamme, sei für Steidl ein Beleg für die Siedlungskontinuität. Zudem werde Stöffling immer bedeutsamer. Mittlerweile seien 2000 keltische Funde bekannt.

Regnauer forderte, dass vor dem Baubeginn des neuen Rathauses der Boden gründlich archäologisch untersucht werden müsse. Dr. Martin Pietsch vom Landesamt für Denkmalpflege habe ihm zugesichert, dass der im Herbst beginnende Bau des Tetrafunk-Mastens am Höhenberg bei Wattenham sofort unterbrochen werde, wenn Funde zutage kämen. Von Professor Rupert Gebhard von der Archäologischen Staatssammlung kam die Zusicherung, dass man eine Museumsvitrine mit einigen Höhenberg-Funden bestücken dürfe. Zudem bekomme man einen Einbaum.

Für den Mühlenweg gelte es, Werbung zu treiben, so Regnauer. Im Kurpark-Graben seien noch Ergänzungen zu machen und der geplante Kräutergarten solle noch im Frühjahr vollendet werden. Mit Blick auf den stark frequentierten »Archäologischen Rundweg« wurde angeregt, an einigen Tafeln »kindgemäße Infos« anzubringen.

Zu den Höhepunkten im Jahr 2012 zählten laut Regnauer die Römerwochen »Vivat Bedaium« mit dem römischen Flusskriegsschiff »Victoria«, das Römerlager, die Krippenausstellung von Rosi Bauer und die Sonderausstellung »Schoner, Galeeren und Fregatten« von Ludwig Oberauer. Laut Kassierin Heidi Rumpler verminderte sich der Kassenstand um rund tausend Euro. Die jährlichen Kosten betragen 50 000 Euro.

Sonderausstellung zur »Villa Rustica«

Zu den wichtigen anstehenden Terminen gehört die Sonderausstellung »Die Villa Rustica von Lohen« von 3. Mai bis 25. August, die Krammer und Christian Rieder kurz vorstellten. Auf Dauer solle ein Verbund mit den »Römer«-Gemeinden des Chiemgaus und Rupertiwinkels geschaffen werden, regte Regnauer an. Im Rahmen des Römertages »Vivat Bedaium« am 16. Juni werde das antike Artilleriegeschütz vorgeführt, das die Isinger Lehrer Marcus Altmann und Kurt von Kiesling mit Schülern nachgebaut haben. Den 25. Geburtstag des Museums im Oktober will der Verein gemeinsam mit der Gemeinde im September gebührend feiern. Die Herbstfahrt führt den Bedaium-Verein vom 3. bis 6. Oktober in die Pfalz.

Bürgermeister Konrad Glück dankte dem Verein besonders für die Betreuung der Kirchner-Galerie und die »unkomplizierte Zusammenarbeit«. Wie Glück anmerkte, stehe für den gemeindlichen Erwerb der Kirchner-Skulpturen noch die letzte Rate in Höhe von 185 000 Euro aus. Über den Kirchner-Weg, die Kirchner-Galerie und die Gießerei sei zudem ein Film in Planung. mmü

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