weather-image
32°

Bebauungsplan »Tengling-Südwest II« eine Runde weiter

0.0
0.0

Taching am See – Mit dem Billigungs- und Auslegungsbeschluss, den der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung fasste, geht der Bebauungsplan »Tengling-Südwest II« in die nächste Runde. In dem neuen Baugebiet sollen mehrere Wohnhäuser mit Garagen entstehen.


Das Gremium setzte sich nun intensiv mit den vielen Hinweisen auseinander, die aus der öffentlichen Behördenbeteiligung vorlagen. Jede Anregung der Fachstellen wurde sorgfältig abgewogen und anschließend einzeln darüber abgestimmt. Das Gremium verständigte sich darauf, die Hinweise zu berücksichtigen und den Planer zu beauftragen, den Bebauungsplan-Entwurf entsprechend zu überarbeiten.

Anzeige

Die untere Bauaufsichtsbehörde hielt aufgrund der Topografie des Plangebiets die Darstellung von Höhenlinien, Aufschüttungen und Abgrabungen, Böschungen und Stützmauern für zweckmäßig. Zu diesem Punkt gab es ein ausdrückliches Lob für die örtliche Bauverwaltung. Markus Poschner betonte: »Bisher hat die Verwaltungsbehörde bei Planungen auch immer die Gefahren von Hochwasser mitberücksichtigt.«

Vielleicht braucht man einen Schallschutz

Die untere Immissionsschutzbehörde machte deutlich, dass das Plangebiet dem Verkehrslärm der Staatsstraße 2105 ausgesetzt ist. Möglicherweise werden stellenweise die Grenzwerte der Verkehrs-Lärmschutz-Verordnung sogar überschritten. Deshalb sei die Planung zu überarbeiten und gegebenenfalls Schallschutzmaßnahmen zu treffen. Das Gremium verständigte sich darauf, die Anregung aufzunehmen und – falls notwendig – ein Lärmschutzgutachten erstellen zu lassen. Da die Gemeinde aber nicht der Auftraggeber der Bauleitplanung sei, habe der Antragsteller diese Kosten zu übernehmen, hieß es auf eine Anfrage im Gemeinderat. Zur Erinnerung: Bereits beim Aufstellungsbeschluss wurde festgelegt, dass die Antragsteller jegliche Kosten für die Bebauungsplanänderung zu tragen haben.

Für Nachfragen sorgte auch der im Plan eingezeichnete Weg, der die Erschließung der landwirtschaftlichen Flächen in der Umgebung sichern soll, worauf das Amt für Landwirtschaft und Forsten in Traunstein nochmals hingewiesen hatte. Denn dieser von Nord nach Süd führende Wirtschaftsweg ist Haupterschließungsweg für die Felder, die südlich vom Plangebiet liegen. Parkende Autos und Baumpflanzungen sollten die Fahrbahn nicht verschmälern, um eine gute Verkehrsanbindung auch weiterhin zu gewährleisten. Beim Bau der Straße sollte darauf geachtet werden, dass das Bankett mit landwirtschaftlichen Maschinen befahrbar sei, schrieb die Behörde. Bauamtsleiterin Sabine Kraller machte deutlich, dass vorgesehen ist, den Weg zu verbreitern. Der Beschluss zum Bau der Straße stehe aber noch aus. Nur der Grund sei gesichert, auf dem gebaut werden soll.

Das Staatliche Bauamt, Bereich Straßenbau, hob hervor, dass Kosten für bauliche oder sonstige Änderungen im Zusammenhang mit der Anbindung an die Staatsstraße 2105, die zu einem späteren Zeitpunkt entstehen können, von der Gemeinde zu tragen seien. Das Bauamt erwähnte eine neue Linksabbiegespur. Die erachtet die Gemeinde aber als überflüssig, weil nur wenige neue Häuser in »Tengling-Südwest II« entstehen sollen. Der Planer werde aber angehalten, alle anderen Anregungen, wie etwa das Anbringen von Sichtdreiecken oder das Zuleitungsverbot für Niederschlagswasser auf die Staatsstraße, in den Plan zu übernehmen.

Gemeinde will Boden untersuchen lassen

Auf eine entsprechende Information der Abteilung Abwasserreferat der Verwaltungsgemeinschaft Waging am See beschloss der Gemeinderat zudem, auf den Baugrundstücken eine Bodenuntersuchung vorzunehmen, um herauszufinden, ob das anfallende Regenwasser dort versickert.

Da der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Traunstein, den bisherigen Bebauungsplan in einigen Punkten gänzlich abgelehnt hatte, will sich die Gemeinde Taching mit der Unteren Naturschutzbehörde zusammentun und das Vorhaben im Sinne des Naturschutzes ändern. Es geht um einen Umweltbericht, der auch die Auswirkungen des Eingriffs auf die vorhandene Flora und Fauna betrachtet. Überdies soll der Baumbestand an der Nordgrenze des Grundstücks mit der Flurnummer 194/2 erhalten bleiben und die Pflege der als Ortseingrünung gewählten Obstbäume festgelegt werden. »Man sollte auch festschreiben, dass alle vorgeschriebenen Baumpflanzungen bei Ausfall durch eine Neupflanzung in gleicher Qualität zu ersetzen sind«, drängt der Bund Naturschutz.

Nachdem der Gemeinderat auch die zahlreichen weiteren Stellungnahmen erörtert hatte, erging der einstimmige Billigungs- und Auslegungsbeschluss für das neue Baugebiet »Tengling-Südwest II«. Dieser Beschluss ist Voraussetzung dafür, den Bauleitplanentwurf in die förmliche Bürgerbeteiligung zu geben. Bislang äußerte sich kein Bürger dazu. ca