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Bebauungsplan »Hotel-Resort Zell« nimmt weitere Hürde

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So soll das geplante »a-ja Resort Hotel« einmal aussehen. (Foto: Projektgesellschaft Hotel Ruhpolding)

Ruhpolding – In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Ruhpoldinger Gemeinderat unter der Leitung der Stellvertretenden Bürgermeisterin Ulrike Pfeifer erneut mit dem Bebauungsplan »Hotel-Resort Zell« beschäftigt. Dabei ging es vor allem um die Rückmeldungen der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung. Einige Stellungnahmen haben zur Folge, dass der Bebauungsplan in wenigen Punkten geändert oder ergänzt werden muss. Anhand einer Präsentation der Projektgesellschaft Hotel Ruhpolding informierte Bauamtsleiter Hans Hechenbichler den Gemeinderat zudem über den aktuellen Stand der Bauwerks-planung.


Vieles war fachlich zu erläutern

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Obwohl der Gemeinderat sich einstimmig darauf verständigte, die eingegangenen Stellungnahmen nicht allesamt in der Sitzung verlesen zu lassen, mussten der Bauamtsleiter sowie Planer Andreas Jurina doch viele der formulierten Abwägungen fachlich erläutern. Dies war auch deshalb notwendig, weil einige der Rückmeldungen nicht für die Aufstellung des Bebauungsplans relevant sind – entweder, weil die geforderten Maßnahmen und Festlegungen bereits durch andere Regelwerke festgeschrieben sind oder sie bei der Bauausführung ohnehin Berücksichtigung finden.

Die Forderung der Kreisstraßenverwaltung nach Freihaltung der Sichtdreiecke sieht Planer Jurina genauso bereits erfüllt wie die Maßgabe eines Mindestabstands von 4,5 Metern des Lärmschutzwalls zur Kreisstraße. Die Forderung der Unteren Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt nach Reduzierung des gemeindlichen Stellplatzschlüssels wird hingegen nicht erfüllt. Nach Ansicht des Planers und der Gemeindeverwaltung wurden die Stellplätze nach dem Volumen der Betten, der Tagesgäste und des Personals richtig berechnet. Eine Reduzierung würde die Gefahr einer Parkplatzverlagerung in die benachbarten Wohngebiete bergen.

Zum Aspekt Immissionsschutz wird die Begründung dahingehend ergänzt, dass die Projektgesellschaft im südlichen Bereich, auf freiwilliger Basis, eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand zum Nachbaranwesen errichten wird. Der Forderung der Unteren Naturschutzbehörde bezüglich der Versetzung des Heckenbestands außerhalb der Brutzeit der Vögel, Neupflanzungen und einer erweiterten Darstellung des Grünordnungsplans durch Gestaltungsskizzen wird in enger Abstimmung vorgenommen. Den Änderungen und Ergänzungen des Umweltberichts hierzu stimmte der Gemeinderat mit 11:3 Stimmen zu.

Einstimmig beschloss das Gremium die Aufnahme einer Vorplanung für die Niederschlagswasserbeseitigung des Hotelgrundstücks in den Bebauungsplan. Ohne Gegenstimme sprach sich der Gemeinderat auch dafür aus, die Abwägung zu den umfangreichen und detaillierten Einwendungen eines Nachbarn zurückzustellen, bis ein konkretes Verhandlungsergebnis in schriftlicher Form fixiert ist.

Stellungnahme einer Zeller Bürgerin

Keine Veranlassung zu einer Änderung des Bebauungsplans sehen die Verwaltung und die Fachleute bezüglich einer von einer Zeller Bürgerin abgegebenen Stellungnahme zu Details des Hotelprojekts. Dieser Meinung schloss sich auch die Bürgervertretung mit 11:3 Stimmen mehrheitlich an. In der Stellungnahme befürchtet die Anliegerin unter anderem, dass das »a-ja Resort« einen Fremdkörper im Ortsbild darstelle und kein Hotel der höheren Qualitätskategorie ist.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dass die örtliche Bauvorschrift, mit Ausnahme der Ziffer 3, auch für den neuen Bebauungsplan gelten soll und keine Dachauffaltungen oder Quergiebel zulässig sind. Mit großer Mehrheit oder auch einstimmig beschloss das Gremium ferner weitere kleinere Änderungen textlicher oder baulicher Ausprägung.

Insgesamt sprach sich der Gemeinderat schlussendlich mit 11:3 Stimmen dafür aus, die getroffenen Entscheidungen erneut einzuarbeiten und den Bebauungsplan – wegen der nur »vereinfachten Änderung« – für zwei Wochen erneut auszulegen und die Stellungnahmen nur auf diese Änderungen und Ergänzungen zu beschränken. wb

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