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Bebauungsplan für Edekamarkt beschlossen

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Chieming. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das »Sondergebiet Lebensmittelmarkt« auf dem Grundstück Hauptstraße 16 (ehemaliges Schrann-Anwesen). Das Gremium fasste dazu den Satzungsbeschluss und beschloss den Durchführungsvertrag für dieses Vorhaben mit dem Investor »Chieming-Objektgesellschaft  mbH«. Als nächsten Schritt erwartet die Gemeinde die baldige Einreichung des Bauantrags, sagte Bürgermeister Benno Graf.


In der Sitzung waren etwa 100 Bürger – die Mehrheit dürften Gegner des neuen Lebensmittelmarktes gewesen sein – die verfolgten, wie der Antrag von Gemeinderat Sebastian Heller (Grüne) auf Zurückstellung dieses Tagesordnungspunktes mit zwölf zu fünf Stimmen abgelehnt wurde. Heller sah noch weiteren Handlungsbedarf und meinte, über diese sensible Angelegenheit sollte der neue Gemeinderat entscheiden, da dieser das weitere Verfahren mit prägen und entscheiden werde. Heller befürchtet von dem Markt eine nachteilige Auswirkung auf Chiemings Einzelhandelsgeschäfte. Deshalb sollte der neue Gemeinderat umfassend eingebunden werden.

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Die Mehrheit der Räte einschließlich des Bürgermeisters sprachen sich aber für eine sofortige Entscheidung aus, da sich das Thema bereits über ein Jahr hinziehe und man sich der Verantwortung zur Sicherung der Nahversorgung der Chieminger stellen wolle.

Die Regierung von Oberbayern teilte in ihrer Stellungnahme mit, dass dem Bauvorhaben nichts entgegen stehe und der Bebauungsplan den Erfordernissen der Raumordnung entspreche. Das Staatliche Bauamt Traunstein hielt eine Linksabbiegespur für sinnvoll, aber nicht für unbedingt erforderlich. So könnte nach Meinung des Bauamts auch eine Verkehrsinsel errichtet werden. Der Gemeinderat verzichtete schließlich mit Verweis auf das Verkehrsgutachten auf die Linksabbiegespur, sprach sich aber für eine Verkehrsinsel aus.

Der Naturschutz regte den Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach an und die Handwerkskammer für München und Oberbayern betonte, dass durch den Bau eines Lebensmittelvollsortimenters die Versorgung der Bevölkerung am Ort gesichert sei. Das Landesamt für Denkmalpflege forderte den schriftlichen Hinweis auf Meldepflicht für den Fall, dass Bodendenkmäler gefunden werden, da dieser Bereich eine Besiedelung aus römischer Kaiserzeit sein könnte.

Mehrere Dutzend Schreiben von Bürgern, die gegen den Lebensmittelmarkt an diesem Standort waren, enthielten Einwände zum Schallschutz und zur Baugestaltung, die nach ihrer Meinung überdimensioniert sei. Befürchtungen gab es auch zur Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer und eine potenzielle Geschäftsschädigung für den Chieminger Einzelhandel.

Kritisiert wurden auch die Größe des Marktes sowie die zu wenigen Parkplätze. Elisabeth Heimbucher (Grüne) meinte, statt des neuen Edekamarktes sollte der alte Markt neben der VR-Bank großzügig saniert werden. Barbara Gradl (UW) kritisierte die Gestaltung, die mehr den Eindruck einer Halle vermittle. Aufgrund der vorgebrachten Einwände arbeitete Bauamtsleiter Alexander Weiß Planänderungen in die Beschlussvorlagen ein.

Demnach ist die Verkaufsfläche einschließlich Eingangsbereich 975 Quadratmeter groß. Festgesetzt wurde eine getrennte Ein- und Ausfahrt, die Zahl der Parkplätze wurde auf 44 festgeschrieben, der Eingangsbereich erhält ein Flachdach. Des Weiteren führt ein öffentlicher Fußweg durch das Grundstück, an der Hauptstraße entlang wird für mehr Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer die Verbreiterung des Weges auf zwei Meter festgeschrieben. Außerdem werde das Gebäude eine Putz-Holzfassade erhalten, hieß es. Weiter forderte der Gemeinderat die Verkehrsinsel auf der Hauptstraße. Das Gremium erteilte mehrheitlich seine Zustimmung zu den geänderten Plänen. OH