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Bebauung des Lohs-Grundstücks sorgt für Diskussion

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Das ehemalige Lohs-Grundstück im Osten von Traunreut. Foto: Rasch

Traunreut – Nach dem Motto lieber eine Terrasse im Osten als gar keine, schlug sich Bürgermeister Klaus Ritter bei der Behandlung der abgespeckten Variante der geplanten Wohnbebauung auf dem ehemaligen Lohs-Grundstück in der Jahresabschlusssitzung des Stadtrats auf die Seite von Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann.


Gätzschmann hatte vorgeschlagen, an einem der drei geplanten Gebäude das Dachgeschoß auf der Ostseite und nicht, wie geplant, auf der Westseite zurückzusetzen, um das viergeschossige Haus talseitig nicht so mächtig erscheinen zu lassen. Dieser Vorschlag wurde bereits vom Bauausschuss mit knapper Mehrheit abgelehnt und jetzt auch vom Gesamtgremium gegen die Stimmen von Ritter (FW), Hans-Peter Dangschat (CSU) und Konrad Unterstein (FW). Die Empfehlung, den Bebauungsplan entsprechend der neuen Planung zu ändern, lehnte lediglich Christian Stoib (SPD) ab.

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Zwei getrennte Zufahrten zur Tiefgarage

Nachdem die ursprüngliche Planung des Bauvorhabens der Firma Roman Richter GmbH bei den Anliegern heftige Reaktionen hervorgerufen hatte, hatte der Bauwerber sein Konzept von vier auf drei Gebäude reduziert. Aus den bisher 32 Wohneinheiten wurden 28 Wohneinheiten. Außerdem sind zwei getrennte Zufahrten zur Tiefgarage vorgesehen. Eine Zufahrt soll über die Gottfried-Michael-Straße erfolgen und die andere über die Westendstraße. Ebenfalls geändert wurde die Dachgestaltung. Jetzt sind Walmdächer vorgesehen, die sich auch dem Umfeld der bestehenden Bebauung anpassen.

Nach Angaben der Planerin, Ute Weiler-Heyers, haben sich durch das abgespeckte Konzept die Wohneinheiten von ursprünglich 148 Quadratmeter auf 169 Quadratmeter erhöht und die Geschoßflächen von 3573 auf 3400 Quadratmeter reduziert. Die Architektin respektive der Bauherr teilen aber aus Wirtschaftlichkeits- und Vermarktungsgründen den Vorschlag des Stadtbaumeisters nicht, das Dachgeschoss des sogenannten »Haus 2« auf der Ostseite zurückzusetzen. Dies würde bedeuten, dass die Terrasse nicht auf der Westseite wäre, sondern auf der Ostseite, auf der die Sonne nachmittags und abends mit Licht und Wärme geizt. »Ich kann einen Rücksprung im Osten den Käufer schlecht erklären«, warf die Architektin ein.

Als Immobilienmakler äußerte auch Alfred Wildmann (FW) Bedenken. »Eine Terrasse auf der Ostseite den Kunden zu erklären, damit hätte ich auch ein Problem«, so Wildmann. Vorbildlich sei, dass der Bauwerber mit Rücksicht auf die Anlieger sein Konzept geändert habe. Auch für seinen Fraktionskollegen Ernst Biermaier wäre eine Ostterrasse nicht nachvollziehbar. Familien, die dort wohnen, müssten 30 Jahre oder auch länger auf Wohnqualität verzichten. Mit der neuen Planung an sich, sei er einverstanden. Sie verspreche auch mehr Grün und es gebe auch einen Kinderspielplatz. Man könne hier durchaus von einem Filetstück sprechen, meinte Biermaier.

Gätzschmann hielt jedoch aus ortsplanerischer Sicht an seiner Meinung fest, dass ein zurückgesetztes Dachgeschoß das rund 25 Meter lange Gebäude wesentlich verträglicher aussehen ließe. Der Bürgermeister hatte sich bereits in der Bauausschusssitzung auf die Seite des Stadtbaumeisters geschlagen und dessen Betrachtungsweise erneut bekräftigt. »Es kann auch ganz schön sein, in der Morgensonne zu frühstücken.«

Mit der jetzt abgespeckten Variante konnte sich sein Stellvertreter Hans Peter Dangschat nicht gänzlich anfreunden. »Ich halte die Bebauung noch für zu massiv. Sie ist noch nicht da, wo ich sie gerne hätte«, bemängelte Dangschat. Kritisch sehe er auch die Verteilung des Verkehrs auf zwei Straßen durch eine jetzt zweiseitige Zufahrt der Tiefgarage. Christian Stoib (SPD) vertrat die Ansicht, dass eine Planänderung nicht nötig gewesen wäre. »Die drei Blöcke wirken zwar etwas lockerer und einen Rücksprung halte ich nicht unbedingt für notwendig.« Sein Anliegen, den dringend benötigten Wohnraum nicht noch mehr zu reduzieren, unterstützte auch sein Fraktionskollege Herbert Kusstatscher. »Mir hätte auch die erste Planung gefallen.« »Im Grunde ist es doch wurscht, ob 15 oder 32 Wohnungen gebaut werden. Entscheidend ist doch, ob sich die Optik in die Bebauung einfügt«, lenkte Sepp Winkler (Bürgerliste) ein. Christian Gerer (CSU) meinte: »Jetzt ist alles viel positiver gelöst.«

Derzeitiger Bebauungsplan wird aufgehoben

Zunächst wurde über den Vorschlag des Stadtbaumeisters abgestimmt, das Dachgeschoß an der Ostseite des Hauses 2 zurückzusetzen. Die große Mehrheit stimmte jedoch dagegen. Lediglich Ritter, Dangschat und Unterstein sprachen sich dafür aus. In einem zweiten Beschlussvorschlag wurde gegen die Stimme von Stoib beschlossen, den derzeit gültigen Bebauungsplan aufzuheben und eine Änderung entsprechend der neuen Planung zu genehmigen. ga