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Beate Sachs ist neue Zweite Vorsitzende

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Beate Sachs ist neue Stellvertretende Vorsitzende der Ortsgruppe Achental des Bunds Naturschutz. Hermann Eschenbeck bleibt Vorsitzender. (Foto: Giesen)

Marquartstein – 1700 Kröten und Frösche sammelten sechs freiwillige Helfer der Ortsgruppe Achental des Bunds Naturschutz (BN) in den vergangenen sieben Wochen auf der Kreisstraße TS 34 zwischen Staudach und Marquartstein. Das berichtete Ortsvorsitzender Hermann Eschenbeck bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof Weßner Hof.


Seit 2011, als auf Initiative von besorgten Bürgern das Landratsamt erstmals hier einen Amphibienzaun errichtete, wird in jedem Jahr während der Amphibienwanderung rund sechs Wochen lang in den späten Abend- und frühen Morgenstunden gesammelt. Dabei sind die Ergebnisse in jedem Jahr aufgrund der Witterung unterschiedlich: 2000 Tiere wurden im Jahr 2011 gesammelt, im Jahr darauf nur etwas über 1000 Stück. Am Weitsee, dem bayernweit größten Amphibienübergang, sind jährlich im Durchschnitt über 30 000 Kröten und Frösche unterwegs, berichtete Eschenbeck.

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Nicht jeden Biber fanatisch verteidigen

Zu den Bibervorkommen im Achental, die vom Klobenstein bis zur Achenmündung immer wieder vorkommen, führte er aus, dass er »nicht jeden Biber fanatisch verteidigt«, die Vorkommen aber gemeldet werden sollten, damit in Zusammenarbeit mit der Biberbeauftragten des Landkreises die Tiere eventuell eingefangen und umgesetzt werden könnten.

Viel beschäftigt der BN sich auch mit Fledermausvorkommen, wobei im Achental, zum Beispiel in Staudach-Egerndach und Unterwössen, oft hinter Fensterläden und Ritzen Fledermäuse leben. Eschenbeck betonte, dass die Bevölkerung und die Mesner der Kirchen viel Verständnis für die Fledermäuse hätten. Er bat darum, ihm oder der Fledermausbeauftragten im Landratsamt jedes Fledermausvorkommen zu melden, auch eventuell verletzte Tiere, die oft wieder geheilt werden können.

Mit Schülern des Staatlichen Landschulheims wurde auf der Wuhrsteinalm geschwendet und wurden Pflanzungen vorgenommen, mit verschiedenen Schulen im Landkreis Traunstein, darunter der Montessorischule in Grassau, wurden Insektenhotels gebaut.

Beunruhigt sei der BN wegen der zunehmenden Moordrainagen, zum Beispiel zwischen Staudach und Bergen, die für den Erhalt der Moore und das Klima kontraproduktiv seien, so der Vorsitzende. Alle Drainagen würden der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt gemeldet. Es handle sich jedoch um ein bayernweites Problem, sodass der BN eine politische Initiative erwägt. Weiter werde entschieden gegen das Handelsabkommen TTIP gekämpft. Die Ortsgruppe beteiligte sich auch bei Demonstrationen in Berlin und München und werde weiter auch vor Ort tätig sein, kündigte der Vorsitzende an.

Eschenbeck wird sich nach und nach zurückziehen

Bei den Neuwahlen wurde Hermann Eschenbeck einstimmig in seinem Amt bestätigt. Neue Zweite Vorsitzende wurde Beate Sachs. Neuer Beisitzer ist Alfons Baumgartner, der nicht mehr für das Amt des Stellvertreters kandidierte. Kassier Norbert Kubiak und Kassenprüfer Johann Bernhofer haben ihr Amt vier Jahre lang erfüllt. Nun habe die Vorstandschaft beschlossen, die Kasse an die Kreisgruppe des BN zu übergeben, erklärte Hermann Eschenbeck. So wurden beide Ämter nicht mehr neu besetzt. Eschenbeck selbst kündigte an, er werde sich aus Altersgründen nach und nach von seinen Aufgaben als Erster Vorsitzender zurückziehen und seine neue Stellvertreterin einarbeiten.

In der Diskussion sprachen mehrere Teilnehmer den Hochwasserschutz an. Claus-Dieter Hotz regte eine Kontaktaufnahme mit der Bürgerinitiative in Kössen an, die um Retentionsflächen zwischen Kössen und Erpfendorf kämpft. Eschenbeck griff den Vorschlag gerne auf und will versuchen, eine Veranstaltung mit der Bürgerinitiative zu organisieren. Johann Bernhofer schlug vor, auch auf lokaler Ebene über Hochspannungstrassen und die Energiewende im Achental zu diskutieren. Oskar Sima, der seit Jahren den Froschweiher an der Achental-Realschule betreut, sucht aus Altersgründen eine Ablösung.

Dass bundesweit 300 000 Bienenvölker eingegangen seien, viele auch im Achental, berichtete der Vorsitzende der Achentaler Imker, Alfons Baumgartner. Eine große Molkerei werbe derzeit mit der Feststellung, dass die Biene der wichtigste Partner der Landwirtschaft sei. Der BN müsse weiter darum kämpfen, dass die Dämme während der Blütezeit nicht gemäht werden und weniger Pestizide ausgebracht werden.

BN-Kreisvorsitzende Beate Rutkowski hielt abschließend einen, mit beeindruckenden Landschaftsbildern unterlegten, Vortrag zu »Der Obere Lech – eine der letzten Wildflusslandschaften der Alpen«. Dabei zog sie teilweise Vergleiche mit der Tiroler Achen, der ebenfalls »ein wenig mehr Raum und Freiheit« zugebilligt werden sollte. gi