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BBV-Ortsverbände Grabenstätt und Erlstätt fusionieren

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BBV-Kreisgeschäftsführer Reinhard Lampoltshammer (vorne rechts) gratulierte der frisch gewählten Vorstandschaft des neu geschaffenen BBV-Ortsverbands Grabenstätt-Erlstätt: Stellvertretender Ortsobmann Hans Stefanutti junior (von vorne links), Ortsobmann Johannes Wimmer junior sowie die Beisitzer Josef Huber junior (zweite Reihe von links), Sebastian Rächl, Wolfgang Hennes (hintere Reihe von links) und Herbert Schuhbeck. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Der Kreisverband Traunstein des Bayerischen Bauernverbands ist wieder um einen Ortsverband ärmer geworden, doch der Grund dafür ist erfreulicher als man meinen könnte. Die Ortsverbände Grabenstätt und Erlstätt haben sich nämlich auf einer gemeinsamen Mitgliederversammlung im Gasthof Grabenstätter Hof zusammengeschlossen. Der Wunsch zur Fusion war in der Grabenstätter und Erlstätter Bauernschaft seit Längerem gereift und wurde nun im Beisein des BBV-Kreisgeschäftsführers Reinhard Lampoltshammer einstimmig beschlossen. Zudem einigte man sich auf den Namen »BBV-Ortsverband Grabenstätt-Erlstätt«.


Der bisherige Grabenstätter BBV-Ortsobmann Johannes Wimmer junior wurde mit 17 von 18 abgegebenen und gültigen Stimmen zum neuen Ortsobmann des neu geschaffenen Ortsverbands Grabenstätt-Erlstätt bestimmt. Als stellvertretender Ortsobmann steht ihm, wie bereits in den vergangenen fünf Jahren, Hans Stefanutti junior zur Seite. Auf ihn entfielen alle 18 abgegebenen Stimmen. In Sammelabstimmung und per Handzeichen zu Beisitzern bestimmt wurden Josef Huber junior (Grabenstätt), Herbert Schuhbeck (Erlstätt), Wolfgang Hennes (Erlstätt) und Sebastian Rächl (Erlstätt) sowie in Abwesenheit Konrad Berger junior (Grabenstätt) und Martin Stein (Grabenstätt).

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»Schaut, dass ihr die Lasten verteilt«

Bereits vor dem Treffen hatte man sich darauf verständigt, dass der 25 Mitglieder umfassende, bisherige BBV-Ortsverband Erlstätt mit drei Beisitzern in der neuen Vorstandschaft vertreten sein soll. Mit den 45 Mitgliedern des bisherigen BBV-Ortsverbands Grabenstätt hat der neue Ortsverband nun 70 Mitglieder. »Ihr seid ein junges Team, schaut, dass ihr die Lasten verteilt, dann geht es leichter«, appellierte Wahlleiter Lampoltshammer.

Zu Beginn der Versammlung hatte Grabenstätts BBV-Obmann Wimmer auf die vergangene, fünfjährige Wahlperiode zurückgeblickt. Er erinnerte in besonderer Weise an das verheerende Jahrhunderthochwasser im Juni 2013, von dem »ein großer Teil von uns betroffen war«, und an die daraufhin einberufene Info-Veranstaltung, auf der man sich in der Schlossökonomie mit Fachleuten über etwaige Entschädigungszahlungen und Anlaufstellen ausgetauscht hatte. Mit Freude habe man zur Kenntnis genommen, dass der angedachte »Naturpark Chiemsee-Chiemgauer Alpen« nicht umgesetzt werde und »wir hoffen, dass das auch so bleibt«, betonte Wimmer und verwies auf die Bedenken, die man auch dem Gemeinderat vor dessen Abstimmung dargelegt habe. Der Beitritt der Gemeinde wurde im vergangenen Februar von den Räten mit 13:3 Stimmen abgelehnt.

Ein Dorn im Auge sei den hiesigen Landwirten die nach dem Jahrhunderthochwasser an der östlichen Dammseite der Tiroler Ache nördlich von Staudach eingebaute Sollbruchstelle, über die bei einem ähnlich schweren Überschwemmungsereignis die Wassermassen erneut weite Landflächen östlich des Chiemseezuflusses überfluten und auch im und um das Grabenstätter Moos wieder schwere Schäden hervorrufen könnten. Die ungezügelte Ausbreitung des Bibers »wird bei uns ein Problem, ja ist schon ein Problem«, mahnte Wimmer an. Unrühmlicher Höhepunkt war zuletzt ein Kalb, das in einem Biberloch verendete.

»Als BBV wollen wir auch Sprachrohr sein in die Politik«

»Der Bauernverband seid ihr, ihr aktive Bauern und Mitglieder, ohne Euch gebe es ihn nicht«, gab BBV-Kreisgeschäftsführer Lampoltshammer zu bedenken. Man lebe in einer Zeit der Veränderungen, die man auch als Bayerischer Bauernverband, der nur noch drei bis vier Prozent der Bevölkerung vertrete, annehmen müsse. »Als BBV wollen wir auch Sprachrohr sein in die Politik, mitreden, aktiv mitgestalten und die Dinge so begleiten, dass sie für uns erträglich sind», stellte er klar. Da die großen Handelskonzerne Aldi, Lidl, Edeka, Rewe und Co. hochwertige Lebensmittel zu Ramschpreisen verschleuderten und damit die bäuerliche Landwirtschaft ruinieren würden, appellierte Lampoltshammer, sich an der Unterschriftenaktion des »Bündnisses für Bayern« zu beteiligen, um zu vermeiden, dass Qualität, Regionalität und Vielfalt auf der Strecke bleiben. Der BBV habe sich immer für bäuerliche Familienbetriebe eingesetzt. »Wir dürfen uns auch in Zukunft nicht auseinanderdividieren lassen«, betonte der BBV-Kreisgeschäftsführer und verwies auf den bewährten Leitsatz: »Nebeneinander, Miteinander und Füreinander«. mmü

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