Bayernweite Initiative »Naturgarten - Bayern blüht« auch im Landkreis Traunstein

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29 Gärten im Landkreis sind inzwischen als Naturgarten ausgezeichnet. Zum heutigen »Tag der Biodiversität« informiert der Gartenbau-Kreisverband über die Rahmenbedingungen. (Foto: Markus Breier)

Auch wenn man es angesichts der Temperaturen kaum glauben kann: der Frühling ist in voller Fahrt. Die letzten Baumarten entfalten ihre Blätter, unzählige Blumen strecken ihre Blüten gen Himmel und so mancher Regentropfen wirkt in diesen wechselhaften Tagen wie ein funkelnder Edelstein.


»Der Wonnemonat Mai verspricht nicht umsonst viel Freude«, so Kreisfachberater und Diplombiologe Markus Breier. Zum »Internationalen Tag der Biodiversität« am heutigen Samstag spricht sich der Experte für die Vielfalt aus – dazu zählen nicht nur die unterschiedlichen Arten von Pflanzen, Tieren und Pilzen, sondern auch die genetische Diversität innerhalb der Arten und nicht zuletzt die verschiedenen Lebensräume.

Es gelte: je artenreicher und vielfältiger die Zusammenhänge seien, umso stabiler und nachhaltiger sei das ganze Netz des Lebens. »Auch im Garten sollen wir die Vielfalt zulassen und bewusst gestalten – zur Freude von uns und zum Nutzen der Natur«, empfiehlt der Biologe. Mit Stein- und Totholzhaufen, Blumenwiesen, blütenreichen Hecken, einem Teich und standortgerechten Bäumen entstehe Diversität im Garten. So fänden Vögel, Schmetterlinge, Bienen, Igel, Libellen und andere Tiere notwendige Sonnen-, Schatten-, Nist- und Futterplätze.

Die Verbindung von Gartennutzung und Naturverbundenheit drückt sich in der Auszeichnung »Naturgarten – Bayern blüht« aus. Neben dem Verzicht auf Mineraldünger, chemischem Pflanzenschutz und Torf ist die hohe ökologische Vielfalt eines der vier Kernkriterien. Hinzu kommt die individuelle Gartengestaltung und -nutzung durch die genannten Naturgarten-Elemente und eine schonende, nachhaltige Bewirtschaftung.

»Natürlich Gärtnern ist kein Gegensatz, sondern vereint gärtnerisches Wissen, Liebe zur Natur und Nachhaltigkeit«, stellt Kreisvorsitzender Florian Seestaller klar. Denn auch im Naturgarten werde fleißig geerntet – egal ob frischer Salat, knackige Radieserl oder eigene Erdbeeren. Die Nährstoffversorgung übernehmen organische Dünger. So sei nicht nur eigener Kompost geeignet, sondern auch Schafwolle, Gründüngung, Stallmist und viele natürliche Dünger aus dem Handel. »Die Auswaschung von Nährstoffen ist im Vergleich zu Mineraldüngern geringer und der Mehrwert für ein gesundes, stabiles Bodenleben unschlagbar«, ergänzt Breier.

Bei vermeintlichen Problemen blieben Naturgärtner geduldig. Der abwechslungsreiche Garten fördere Nützlinge und die sorgen mit etwas Verzögerung für das gärtnerisch gewünschte Gleichgewicht zu den sogenannten Schädlingen. »In unserer schnellen Zeit ist Geduld auch für uns ganz gut«, empfiehlt Seestaller.

Mittlerweile sind im Landkreis 29 Gärten erfolgreich ausgezeichnet und zeigen ganz individuell die Leidenschaft der Gartler. Die bayernweite Initiative »Naturgarten – Bayern blüht« wird auch heuer durch den Kreisverband und den »Blühenden Landkreis Traunstein« fortgesetzt. Mehr Informationen geben Kreisfachberater und Kreisverband auf der Internetseite garten-traunstein.de fb

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