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Bayernpark in Eisenärzt soll Wohngebiet werden

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Die derzeit bestehende Einfahrt zum Bayernpark soll bestehen bleiben. Jedoch ist zur Anbindung an die Hörgeringer Straße mit Umsetzung des neuen Wohngebiets ein Kreisverkehr geplant.

Siegsdorf – Der Siegsdorfer Gemeinderat hatte bereits im April der Aufstellung des Bebauungsplanes »Augraben« in Eisenärzt zugestimmt. Beabsichtigt ist dabei, den ehemaligen Bayernpark in ein allgemeines Wohngebiet umzuwandeln. Nun wurden die Gemeinderäte über die eingegangenen Stellungnahmen aus der öffentlichen Auslegung informiert.


In der Sitzung waren zur genaueren Erläuterung Planfertiger Martin Staller anwesend und für die naturschutzrechtlichen Fragen Ralf Schindlmayr vom Büro »aquasoli«. Vorgesehen für das neue Wohngebiet sind Ein- und Mehrfamilienhäuser.

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Umsetzung in Bauabschnitten

Die höhere Landesplanungsbehörde der Regierung von Oberbayern fordert aufgrund der Größe des künftigen Baugebiets, den Flächenbedarf für die geplante Wohngebietsausweisung konkret und nachvollziehbar darzulegen. Des Weiteren soll die Wahl des Standortes des ehemaligen Feriendorfes für die zukünftige wohnbauliche Entwicklung in einer gemeindeweiten Betrachtung schlüssig erläutert werden. Die Regierung fordert außerdem, dass die Umsetzung des Baugebietes in Bauabschnitten erfolgen sollte. Die Entstehung von Zweitwohnungen sollte durch entsprechende textliche Festsetzung im Bebauungsplan bzw. durch dingliche Sicherung im Grundbuch ausgeschlossen werden.

Laut Gemeinde werden die Höhenentwicklung der geplanten Gebäude und die Einbindung in das Landschaftsbild eng mit der Unteren Bauaufsichtsbehörde und auch der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Abgelehnt wurde die Bebauung westlich der Hörgeringer Straße »aus ortsplanerischen Gründen und zum Schutz des Landschaftsbildes«.

Auch die geplanten Mehrfamilienhäuser im nördlichen Planbereich werden vom Landratsamt kritisch gesehen, nachdem diese direkt an der Hangkante stehen und aufgrund der fehlenden Eingrünung sehr dominant wirken. Hierzu sollen Standortvarianten entwickelt werden. Des Weiteren fehlen im Planentwurf gemeinschaftliche oder halböffentliche Bereiche. Aufgrund der Größe des künftigen Baugebietes sollte zum Beispiel auf einen Spielplatz nicht verzichtet werden, hieß es.

Gemeinde spricht sich gegen Spielplatz aus

Die Gemeinde hat auf diese Forderungen bereits reagiert und das besagte Grundstück westlich der Hörgeringer Straße komplett aus dem Planungsumfang herausgenommen. Die Fläche bleibt bis auf Weiteres von jeglicher Bebauung frei.

Die geplanten Mehrfamilienhäuser im nördlichen Geltungsbereich wurden weiter nach Süden, an den östlichen Rand des Baugebietes, verschoben, sodass diese nun nicht mehr »in die Landschaft ragen«. Bezüglich der gemeinschaftlichen und halböffentlichen Bereiche vertritt der Gemeinderat die Ansicht, dass das neue Baugebiet als Bestandteil des Ortsteiles Hörgering gesehen wird und hier bereits gemeinschaftliche und halböffentliche Bereiche vorhanden sind, die alle bequem zu Fuß zu erreichen sind. Von einer Anlage eines Spielplatzes wird ebenfalls Abstand genommen.

Karin Neumann (Grüne) merkte an, dass Spielplätze für Kinder unter sechs Jahren in Sichtweite der Wohnungen angelegt werden sollten. Das Argument, dass bereits Spielplätze vorhanden seien (der »Waldspielplatz Hörgering« ist knapp einen Kilometer entfernt), sei für sie kein Argument.

Städtebaulich nicht sehr gelungen

Willi Geistanger (Grüne) hält den Planteil, der das Grundeigentum der Firma Aicher betrifft, für städtebaulich nicht sehr gelungen. Bürgermeister Thomas Kamm gab zu bedenken, dass das Baugebiet üblicherweise nicht aus der Vogelperspektive betrachtet werde.

Rainer Klapfenberger (SPD) monierte die fehlende Wegeverbindung im Nordosten des Gebiets. Sein Vorschlag war, hier bei der steilen Hangneigung eine Treppe anzubringen. Ralf Schindlmayr hielt dagegen, dass sich die Waldfläche auch als Wald entwickeln soll, da dies auch bei der naturschutzrechtlichen Flächenbilanzierung so eingeflossen sei. Darüber hinaus dürfe eine Verkehrssicherungspflicht bei offiziell angelegten Wegen nicht vernachlässigt werden. hw