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Bayern W-LAN für Petting und Schönram

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Ein Tourist soll in den Löschweiher bei Stubern gestürzt sein. Nun will die Gemeinde einen Maschendrahtzaun drum herum bauen.

Petting – Zwei W-LAN Hotspots (funk-basierte Internet-Zugänge) bietet der Freistaat jeder bayerischen Gemeinde an. Pettings Gemeinderat diskutierte in seiner jüngsten Sitzung ausführlich über Standorte, Risiken und Nebenwirkungen. Weil ein Tourist angeblich in den Löschweiher bei Stubern gefallen sein soll, verständigte sich das Gremium auf eine Umzäunung. Im weiteren Verlauf der Sitzung vergab das Gremium drei Aufträge für die Innenausstattung der neuen Grundschule.


Die Einrichtung der W-LAN Hotspots finanziert der Freistaat, die laufenden Kosten, die Geschäftsleiter Reinhard Melz auf 20 bis 30 Euro pro Monat bezifferte, zahlt die Gemeinde. »Das wird immer wichtiger und die Jugend braucht es sowieso«, stieg Bürgermeister Karl Lanzinger ins Thema ein, »bleibt die Frage nach den Standorten.«

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Da bleibt nur Petting und Schönram

»Da bleibt nur Petting und Schönram«, stand für Martin Häusl außer Frage. Philipp Strohmeyer dagegen fragte: »Warum Schönram, dann müsste Ringham auch dabei sein.« Öffentliche Plätze, wo Leute seien, waren für Andreas Götzinger das Kriterium. Für den dortigen Wirt brauche man es nicht machen, meinte Franz-Martin Abfalter, dem zweiter Bürgermeister Ludwig Prechtl widersprach: »Dort ist immer was los.«

Strohmeyer überlegte, ob man die ganze Sache nicht an einen externen Anbieter abgeben solle wegen der Sicherheit. »Es gibt einen Jugendschutzfilter und der Provider übernimmt die Störerhaftung«, beruhigte Lanzinger, »das müsste eigentlich passen.« Auf Häusls Frage, ob denn weitere Standorte möglich seien, antwortete er: »Ja, die Kosten hätten dann allerdings wir zu tragen.« Sollte sich die Sache bewähren, wäre für Lanzinger auch Kühnhausen als Standort denkbar. Er plädierte für Petting am Rathaus und für Schönram im Ortszentrum. Konkretes wolle man mit einem Fachmann an Ort und Stelle festlegen. Bis auf Strohmeyer stimmten dem alle Gemeinderäte zu.

»Da ist ein Tourist reingefallen«, berichtete Geschäftsleiter Melz über den Löschweiher bei Stubern. Die Gemeinde sei in der Pflicht, die Sicherheit zu gewährleisten direkt an einer öffentlichen Straße, gab Lanzinger zu bedenken. Mit dem kleinen Steg und den Fischen darin sieht das für Franz Vordermayer eher nach einer privaten Nutzung aus. »Es ist ein öffentlicher Löschweiher«, machte der Bürgermeister deutlich, was Klaus Haunerdinger folgern ließ: »Dann müssten wir bei jedem einen Zaun drumrum machen.«

Laut Geschäftsleiter gibt es davon etwa zehn in der Gemeinde. Lanzinger sah hier direkt an einer Gemeindestraße allerdings eine »Sondersituation« und plädierte für einen Maschendrahtzaun. Martin Häusl schlug vor, bei einem Anwalt die Rechtslage zu erfragen. Pragmatisch dagegen schlug Ludwig Prechtl vor: »Mit der Feuerwehr reden, einzäunen, fertig!« Damit waren alle einverstanden.

Der Sonnenschutz an der neuen Grundschule schlägt mit 4722 Euro zu Buche. Ausgeschrieben hatte Architekt Nikolaus Magg auch die WC-Trennwände, die ein Anbieter »vo de Preiß'n om«, so ein Gemeinderat, zum Preis von 5535 Euro liefern und einbauen wird.

Die Ausschreibung der Möbel hatte man mit Schulmöbel und Verwaltung s in zwei Lose aufgeteilt. Der teuerste Anbieter bei den Schulmöbeln kalkulierte mit 204 000 Euro, der günstigste mit 177 950 Euro. Zusammen mit der Möblierung der Schulverwaltung in Höhe von 32 600 Euro kommt man auf rund 210 000 Euro. Weil die Kostenberechnung hier von 280.000 Euro ausgegangen war, liege man hier um 70 000 Euro unter der Kalkulation, freute sich der Geschäftsleiter.

Diskussion über Farbe des Treppengeländers

Nicht unumstritten war die Farbe des Treppengeländers. Weiße, beige und graue Farbmuster hatten sich die Gemeinderäte an Ort und Stelle angeschaut. Eine knappe Mehrheit votierte für Grau. »Dunkel ist pflegeleichter«, meinte Prechtl, »ich bleibe dabei.« Solang es neu sei, sei Weiß schön, urteilte Abfalter, »wenn die Kinder aber dranrumpeln, schaut es schnell schlimm aus.«

Bürgermeister und Architekt wollten unbedingt Weiß. »Aber ich kann mit Grau auch leben«, sagte Lanzinger in der Sitzung und auch Planer Magg hatte vor der Sitzung sein Einverständnis übermittelt. Gegen die Stimmen von Bürgermeister Lanzinger und Martin Häusl sprachen sich alle anderen Räte für Grau aus.

Um Farbe ging es auch beim Feuerwehrhaus; ein Anstrich sei fällig, so Lanzinger. Mit dem Verweis auf Mauerwerk und Turm als »Riesenfläche« relativierte er den Angebotspreis einer heimischen Firma von 6450 Euro.

Zwischen dem ehemaligen Musik-Proberaum und dem Turnraum des Kindergartens wird ein Durchbruch entstehen und damit ein zweiter Fluchtweg. Franz Vordermayer vermisste eine Stellungnahme des TSV zur Sanierung der Turnhalle an der Schule. »Acht Wochen bis der TSV reagiert«, kritisierte er, »es wird Zeit, dass die in die Gänge kommen. Das kann's nicht sein.« Lanzinger berichtete dazu, dass für den Abend der Gemeinderatssitzung auch ein Treffen der TSV-Verantwortlichen anberaumt sei zur abschließenden Meinungsbildung. höf