weather-image
12°

Bauland-Ausweisung mit Hindernissen

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Die Realisierung eines Baugebiets in Otting hat sich verzögert, weil die Bebauung zunächst zu nahe am Sportgelände der DJK Otting (links im Hintergrund) geplant war. Nach der geänderten Planung sollen hier entlang der Raiffeisenstraße lediglich noch zwei Häuserreihen entstehen, insgesamt etwa ein Dutzend Baugründe. (Foto: H. Eder)

Waging am See – In allen vier Bürgerversammlungen ging Bürgermeister Herbert Häusl ausführlich auf die Situation in Sachen Bauland ein. Für den Wohnungsbau kommen derzeit drei größere Flächen in Betracht, denen eins gemein ist: Die Ausweisung verzögert sich – in Waging an der Geppinger Straße, in Otting und in Tettenhausen.


Als erstes Gebiet mit neun Baugrundstücken werde wohl das an der Geppinger Straße in Waging zu bebauen sein, das über die neue Siedlungsstraße »Alte Salzstraße« erschlossen wird. Die Tiefbauarbeiten sind seit Herbst abgeschlossen. Jetzt fehlen die Erbpachtverträge mit der Kirche. Das Ordinariat müsse noch »einen klitzekleinen Passus« einarbeiten, so Häusl, was den Baubeginn deutlich verzögert habe. Eigentlich wollten die ersten Bauwerber schon im Herbst anfangen. Inzwischen seien wegen der Verzögerungen sogar schon zwei Bauplatz-Reservierungen zurückgezogen worden. So könnten diese Grundstücke jetzt wieder angeboten werden, sagte Häusl.

Anzeige

Die katholische Kirchenstiftung ist Eigentümerin von acht Bauplätzen, die nach dem Einheimischen-Modell und in Erbbaurecht vergeben werden. Sobald die Erbpachtverträge abgeschlossen sind, kann mit den Rohbauarbeiten begonnen werden. Ausdrücklichen Dank sagte der Bürgermeister an Pfarrer Andreas Ager, der sich beim Ordinariat »mit absolutem Nachdruck dafür eingesetzt hat«, dass diese Notarverträge endlich fertig gemacht werden: »Da hängt er sich gscheit rein.« Häusl sieht optimistisch in die Zukunft: »Im Frühling muss es losgehen!«

Lärmproblem bremst Ottinger Baugebiet

Auch mit dem ebenfalls in kirchlichem Besitz befindlichen Baugebiet in Otting mit gut einem Dutzend Bauplätzen geht es nicht so recht voran. Hier liegt es aber nicht an der Kirche, sondern an der Tatsache, dass die Gemeinde mit der Bebauung fast unmittelbar an den Sportplatz heranrücken wollte. Auf dem Ottinger Sportplatzgelände tragen nicht nur alle Mannschaften der DJK Otting ihre Heimspiele aus, es findet hier auch mindestens einmal im Jahr ein Bierzeltbetrieb statt.

Weil nun der Immissionsschutz im Landratsamt mit dieser Art der Bebauung neben dem Sportgelände nicht einverstanden war, hat die Gemeinde nach einigem Hin und Her den Bebauungsplan geändert und das Baugebiet auf rund die Hälfte verkleinert – von geplanten 25 auf bis zu zwölf Bauplätze. So wurde der verkleinerte Bebauungsplan nicht mehr von Osten nach Westen zwischen Raiffeisenstraße und Sportplatz entwickelt, sondern in abgespeckter Form an der Raiffeisenstraße entlang bis zu den allein stehenden Anwesen Raiffeisenstraße 21 und 23. Ob es damit heuer schon zur Realisierung des Baugebiets kommt, darauf wollte sich Bürgermeister Häusl nicht festlegen. Man hoffe zwar, dass heuer mit der Erschließung begonnen werden könne, sagte er bei der Bürgerversammlung in Otting, aber das sei »noch nicht sicher«.

Bauland auch für Tettenhausen

Optimistisch, allerdings ebenfalls noch nicht für die nächste Zeit, sieht Häusl die Schaffung von Bauland im Osten von Tettenhausen. Auch hier geht es um gut ein Dutzend Baugrundstücke; außer dem Rückbehalt der Eigentümerfamilie sollen alle im Einheimischen-Modell vergeben werden. Häusl drückte seine Freude aus, dass hier nun doch wieder Bauen möglich sein werde. Das sei gerade in Tettenhausen schwierig, wo große Flächen Teil des Landschaftsschutzgebiets seien. Die Grundstücksverhandlungen seien »zu 99 Prozent abgeschlossen«. Auf einen konkreten Zeitpunkt für einen Baubeginn wollte er sich nicht festlegen.

Derzeit keine Gewerbeflächen verfügbar

Gewerbeflächen habe der Markt Waging derzeit nicht anzubieten. Man sei deshalb auf der Suche nach geeigneten Gebieten, die aber natürlich den gesetzlichen Vorschriften wie etwa dem Anbindegebot entsprechen müssten. Für die Firma Bergader, die etwa zehn Hektar Fläche für eine Erweiterung benötigt, hat die Gemeinde – wie berichtet – ein Fachbüro beauftragt, das im Gemeindegebiet nach passenden Flächen suchen soll.

»Wir wollen unsere Molkerei, die auf das Engste mit dem Markt verbunden ist, wenn es irgendwie geht, in unserer Gemeinde halten«, sagte der Bürgermeister dazu. »Wir werden deshalb, auch wenn die Entscheidung betrieblich noch nicht gefallen ist, dabei helfen, Flächen in unserer Gemeinde zu finden. Es ist uns allen klar, dass dies kein leichtes Unterfangen ist.« he