Baugrundstücke am Primelweg und am Schweinsbichl

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An dieser Stelle werden die beiden Bauplätze nördlich der ebenfalls zu sehenden Schwimmbadstraße ausgewiesen, die beiden weiteren dann dahinter. (Foto: Hauser)

Reit im Winkl – Aufgrund von eingegangenen Stellungnahmen von Behörden und eines Anliegers wurde der Bebauungsplan »Am Schweinsbichl« in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats überarbeitet. Dies gilt auch für die vorgesehene Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich Primelweg, der dasselbe Gebiet betrifft. Ausgewiesen werden dort vier neue Bauplätze.


Bürgermeister Josef Heigenhauser gab das Schreiben einer von einem Anlieger beauftragten Rechtsanwaltskanzlei bekannt, in dem Einwendungen gegen beide Vorhaben erhoben werden. Als Begründung wird angegeben, dass nach der vorliegenden Planung die beiden nördlich der Schwimmbadstraße gelegenen Baufelder keine Abrundung der vorhandenen Siedlungsstruktur bewirkten. Sie lägen vielmehr außerhalb des im Zusammenhang bebauten Ortsteils und beträfen einen schützenswerten Landschaftsteil. Das städtebauliche Ziel der Abrundung werde deshalb nur mit den beiden südlich der Schwimmbadstraße gelegenen Baufeldern erreicht.

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Der Gemeinderat beschloss, den Bebauungsplan dahingehend zu ändern, dass das Baufenster einer der beiden beanstandeten Parzellen weiter nach Süden und damit näher an die Schwimmbadstraße verschoben wurde.

Zum weiteren Einwand, dass hier eine Gefährdung wasserwirtschaftlicher Belange hinsichtlich des Grundwassers bestehe, lag eine Stellungnahme der Verwaltung vor, wonach davon auszugehen sei, dass ein zusammenhängendes Grundwasser-Vorkommen erst im tieferen Gebirgsstock vorzufinden sei und es sich tatsächlich um Hangschichtwasser handle. Zum besseren Verständnis wurde die diesbezügliche Stellungnahme im Umweltbericht zum Bebauungsplan entsprechend ergänzt. Keine Planänderungen sah der Gemeinderat hinsichtlich der weiteren Einwände des Anliegers wegen angeblich nicht ausreichendem Biotopschutz und Nichtberücksichtigung des Baulärms veranlasst.

Gemäß der Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Traunstein ist die Erweiterung der Bebauung nördlich der Schwimmbadstraße »naturschutzfachlich und -rechtlich äußerst kritisch zu sehen«. Eine Bebauung dort sei gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz nur dann möglich, wenn der Geltungsbereich so weit verkleinert werde, dass die geschützten Flächenanteile innerhalb der Baugrundstücke möglichst gering seien. Der Gemeinderat beschloss daraufhin eine Änderung des Bebauungsplans sowie des Umweltberichts dahingehend, dass der Geltungsbereich so angepasst wird, dass die geschützten Flächenanteile größtenteils herausgenommen sind. Dies betrifft insbesondere einen Großteil der geschützten Flächenanteile von Nasswiesen. Damit wurde auch den im Wesentlichen ähnlichen Einwendungen des Bund Naturschutz Rechnung getragen.

Auch bei der Änderung des Flächennutzungsplanes im Bereich Primelweg wurde so verfahren. So billigte der Gemeinderat einstimmig den in dieser Sitzung nochmals überarbeiteten Entwurf von Bebauungsplan und Flächennutzungsplan und beschloss die erneute Auslegung und Behördenbeteiligung. sh

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