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Baugebiet in Otting wird deutlich kleiner

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Die geplante Baugebietsausweisung im Nordwesten von Otting muss reduziert werden – auf einen Bereich entlang der Raiffeisenstraße (im Vordergrund). Die vom Sportplatzgelände (im Hintergrund) ausgehenden Emissionen seien für eine Bebauung der gesamten Fläche zu hoch, besagt ein Gutachten. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Die seit langem geplante Baugebietserweiterung im Nordwesten von Otting fällt wohl deutlich kleiner aus als ursprünglich vorgesehen. Im Planungskonzept, das 2012 entwickelt worden war, sollte auf einer Fläche von knapp 2,40 Hektar zwischen dem Sportplatzgelände und der Raiffeisenstraße Platz geschaffen werden für rund zwei Dutzend Häuser. Wegen der Lärmemissionen, die vom Sportplatz ausgehen, werden aber wohl nur etwa zwölf Bauparzellen realisiert werden können. Dies hat Planer Ludwig Kleißl dem Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung mitgeteilt, der den geänderten Vorschlag positiv aufgenommen hat.


Es wird mit einem positiven Ergebnis gerechnet

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Nun soll die Planung entsprechend verändert und das zwischenzeitlich wegen umfangreicher Gutachten gestoppte Aufstellungsverfahren wieder aufgenommen werden. Kleißl schränkte zwar ein, dass auch diese geänderte Planung zunächst noch einmal vom Immissionsgutachter durchgerechnet werden müsse. Er rechne aber aufgrund der bisherigen Untersuchungen mit einem positiven Ergebnis.

Die grundlegende Idee dabei ist es jetzt, den Bebauungsplan nicht mehr von Osten nach Westen zwischen Raiffeisenstraße und Sportplatz zu entwickeln, sondern in abgespeckter Form an der Raiffeisenstraße entlang bis zu den allein stehenden Anwesen Raiffeisenstraße 21 und 23. Es könnten dabei bis zu zwölf Parzellen geschaffen werden. Einen entsprechenden Planentwurf, der im Vorfeld bereits mit Kreisbaumeister Rupert Seeholzer abgestimmt worden sei, hat Kleißl dem Ausschuss vorgestellt.

Probleme gab es, wie der Planer den bisherigen Verlauf schilderte, im Zuge der Entwurfsplanung lediglich beim Immissionsschutz, hier aber umso gewichtigere. Die Belange des Immissionsschutzes waren in einem umfangreichen Gutachten untersucht worden. Dabei habe sich ergeben, dass der Immissionsrichtwert durch den Lärm, der von Fußballspielen und -training, von der Sommerstockbahn, vom Tennis- und dem Beachvolleyballplatz sowie den Parkplätzen ausgeht, im Bereich des geplanten Wohngebietes überschritten würde. Damit sei das Ziel der Gemeinde, eine durchgehende Wohnbebauung, nicht möglich.

Untersucht worden sind auch die Emissionen aus dem jährlichen Bierzeltbetrieb. Auch hier würden die Immissionsrichtwerte bei der Mehrzahl der geplanten Wohnbauparzellen teilweise erheblich überschritten. Hier sei aber auch bereits die bestehende Bebauung negativ betroffen. Das Lärmproblem sei immissionstechnisch nach Meinung des Gutachtens nur dadurch lösbar, dass der Lärminnenpegel im Zelt nach 22 Uhr stark beschränkt werden würde.

Auch im Nahbereich der Spedition Perschl an der Raiffeisenstraße würde gemäß Gutachten der Immissionsrichtwert bei drei Parzellen überschritten. Kleißl schlug für diese Parzellen vor, diese als Mischgebiet auszuweisen und die am nächsten zum Betrieb Perschl gelegene Parzelle vorläufig nicht für eine Wohnbebauung anzubieten. Zumindest die weiteren zwei Parzellen könnten dann mit Wohnhäusern innerhalb des begrenzten Mischgebietes bebaut werden.

Ein hoher Erdwall reicht nicht aus

KIeißl erläuterte weiter, dass in einem Ergänzungsgutachten noch untersucht worden sei, ob ein etwa 7,5 Meter hoher Erdwall beziehungsweise eine Wall-/Wandkombination die notwendige Reduzierung des Lärmpegels ergeben könnte. In der ursprünglichen Planung war lediglich ein 1,5 Meter hoher Erdwall innerhalb der Ortsrandgrünfläche zum Sportplatz vorgesehen gewesen. Der Gutachter sei dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Pegel durch einen höheren Wall zwar deutlich reduziert werden könnte, dass es aber bei einigen Parzellen, insbesondere im Nord- und Südwesten, wo der Wall nur eine vergleichsweise geringe Abschirmwirkung hätte, zu deutlichen Richtwertüberschreitungen kommen würde. Zudem ist Kleißl der Meinung, dass ein so hoher Wall, abgesehen von den erheblichen Kosten und der Wirkung auf das Ortsbild, keine befriedigende Lösung wäre. Denn es wären trotzdem zusätzliche Einschränkungen des Sport- beziehungsweise Veranstaltungsbetriebes erforderlich. So habe man sich letztlich auf eine Verschiebung und Reduzierung des Baugebiets geeinigt. he