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Baugebiet Gschwall wieder ein Stück weitergebracht

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Hier sollen demnächst etliche neue Wohnhäuser entstehen. Der Gemeinderat befasste sich erneut mit dem Baugebiet Gschwall. (Foto: Mergenthal)

Inzell. Die baurechtlichen Weichen für das Neubaugebiet in Gschwall werden weiter gestellt: In seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Gemeinderat mit den während der Beteiligung von Bürgern und Fachbehörden eingegangenen Stellungnahmen zur 18. Änderung des Flächennutzungsplanes und zum neuen Bebauungsplan »Gschwall Nord«.


Keine Einwendungen von Bürgern eingegangen

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Einwendungen von Bürgern, die sich bereits vor dem offiziellen Verfahren in einer Informations-Veranstaltung äußern konnten, gingen keine ein. Das Plangebiet wird im Nordosten noch um einen Bauplatz, der ebenfalls der Gemeinde gehört, erweitert. Auf Rückfrage aus dem Gemeinderat teilte Verwaltungsleiter Walter Neudecker mit, dass bisher etwa zehn Bauwerber bei der Gemeinde um Grundstücke angefragt hätten. Weitere Interessenten sollten sich im Rathaus melden.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt wies allgemein auf Georisiken an Böschungen zur Bundesstraße B 306 hin und riet dazu, auf Versickerungen im böschungsnahen Bereich zu verzichten. Im Rahmen des vorsorgenden Bodenschutzes sei Vergeudung von Mutterboden zu verhindern. Die Gemeindeverwaltung jedoch hält eine Regulierung der Oberflächenwasserversickerung für nicht erforderlich, da keine zusätzlichen Flächen entwässert würden. Laut der Stromversorgung Inzell kann das geplante Neubaugebiet über die bestehenden Trafostationen Gschwall und Boden versorgt werden. Ein Grundstück für eine neue Trafostation sei nicht erforderlich, wenn keine größeren Gewerbeansiedlungen angedacht sind. Das Staatliche Bauamt Traunstein informierte, dass der Mindestabstand vom Straßenrand zum am weitesten vorspringenden Bauteil 20 Meter betragen müsse. Ausdrücklich betonte die Behörde, dass Bauwerber mit Straßenlärm rechnen müssen. Eventuelle künftige Lärmsanierungen müssten sie dementsprechend selbst zahlen. Diese Stellungnahme wird laut Verwaltung berücksichtigt.

Die Regierung von Oberbayern sieht den Flächenverbrauch kritisch und bat die Gemeinde, zu prüfen, ob eine bauliche Entwicklung in der Nähe der Ortsmitte möglich ist. Dazu erläuterte die Verwaltung, der Gemeinde stünden in Ortsnähe keine eigenen anderen Flächen zur Verfügung. Die Gemeinde habe auch die Aufgabe, der einheimischen bauwilligen Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, in ihrer Heimat zu bleiben. Im Umweltbericht sei eine Bestandsbewertung der Flächen mit entsprechenden Ausgleichsregelungen dargelegt.

Die Immissionsschutzbehörde im Landratsamt Traunstein befand, dass ein Bauernhof in etwa 200 Metern Entfernung mit etwa 60 Rindern keine Geruchsbelästigungen erwarten lasse. Gewerbliche Nutzungen im Ortsteil Boden seien nicht störend für das Baugebiet, da dieser Bereich weit genug weg sei und nachts nicht genutzt werde. Durch den Straßenlärm der B 306 würden die Orientierungswerte im Nordosten des Planungsgebietes tags und nachts geringfügig überschritten. Im Inneren des Planungsgebietes würden die Grenzwerte eingehalten. Auf Empfehlung der Behörde gibt der Gemeinderat ein Schallschutzgutachten in Auftrag. Das Landwirtschaftsamt gibt zu bedenken, die überplante Fläche sei eine der wichtigsten Futterflächen des ökologisch wirtschaftenden Haupterwerbsbetriebes des Pächters. Die Gemeindeverwaltung betonte, für das Ausgleichsflächenkonzept sollten keine weiteren landwirtschaftlichen Flächen beansprucht werden.

Die Stellungnahmen zum Bebauungsplanentwurf entsprechen in etwa den erläuterten Einwendungen zur 18. Änderung des Flächennutzungsplans. Nach der geringfügigen Überarbeitung der Planungen werden diese nochmals öffentlich ausgelegt. Die Gemeinderäte billigten jeweils trotz einer Gegenstimme (Annelie Gromoll, Offene Bürgerliste-FW) die Bearbeitung der Anmerkungen und Kritikpunkte durch die Verwaltung.

Einstimmig billigten die Räte den Anbau eines Stalls mit Fanggitter als Ersatz für die Futterplatz-Überdachung in Unterau 25. Der Stall soll um etwa 100 Quadratmeter als Unterstand für Rinder erweitert werden. Ein Schuppen soll um 20 Quadratmeter größer werden und als Futterlager dienen. Im Gegenzug wird ein Nebengebäude auf dem Grundstück abgerissen.

Gebühren für Wasser und Abwasser werden angepasst

Außerdem beschloss der Gemeinderat, die Beiträge und Gebühren für Wasser und Abwasser rückwirkend zum 1. November anzupassen. Endgültig berechnet werden die neuen Beiträge und Gebühren erst 2014 von einem unabhängigen Gutachter, voraussichtlich dem Kommunalen Bayerischen Prüfungsverband.

Aus nichtöffentlicher Sitzung teilte Bürgermeister Martin Hobmaier mit, dass der Gemeinderat der Mitgliedschaft der ITG (Inzeller Touristik GmbH) im neuen Tourismusverband Oberbayern zugestimmt habe. vm

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