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Baugebiet Gschwall nimmt Formen an

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Inzell. Auf einer 5,77 Hektar großen Fläche entsteht im Ortsteil Gschwall in der Nähe des Postferiendorfes und des Soccerparks das Baugebiet »Gschwall Nord« mit 42 Bauplätzen. »Alle Anregungen der Bürger wurden umgesetzt«, leitete Bürgermeister Martin Hobmaier zur Vorstellung des Entwurfs des Traunsteiner Planungsbüros Schuardt über. Diesen billigte der Gemeinderat bei nur einer Gegenstimme: Annelie Gromoll (Offene Bürgerliste und FW) erklärte, sie sei noch nicht so weit, um abstimmen zu können. Die Zuschauerreihe war mit bauwilligen Bürgern und Anwohnern voll besetzt.


Struktur eines gewachsenen Dorfes vorgesehen

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Von den städtebaulichen Argumenten her habe die Gemeinde am meisten das Büro Schuardt überzeugt, erklärte Hobmaier auf Anfrage. Bei einer Abstimmung nach der öffentlichen Vorstellung der Ideen von drei Planungsbüros hatten die Bürger im Vorjahr dem Überseer Landschaftsarchitekten Wolf Steinert, der als erster die Idee einer eigenen Zufahrtsstraße einbrachte, die meisten Punkte gegeben.

Ihren ersten Entwurf haben Wolfgang Schuardt und Architektin Eva Weber nun etwas abgeändert, ohne ihre Grundsätze aus dem Auge zu verlieren: Statt einer Siedlung wie vom Reißbrett solle die Struktur eines gewachsenen Dorfes entstehen. Instrumente dazu sind gedrehte, nicht parallel zu den Grenzen angeordnete Gebäude, viel Grün und ein erhöhter Dorfanger als Treffpunkt der Kinder und Bewohner von alter und neuer Siedlung, die auch durch Fußwege verbunden werden.

Überplant wird der Bereich zwischen der jetzigen Erschließungsstraße vom Mitterweg nach Gschwall, der Bundesstraße 306 und der bestehenden Bebauung. Für das 39 000 Quadratmeter umfassende Wohngebiet und das 7200 Quadratmeter große Mischgebiet sind knapp 1,5 Hektar Ausgleichsfläche nötig. Ein Hektar davon wird im Planbereich selbst geschaffen. Eine Grünfläche mit Fußwegen entsteht zwischen dem Mitterweg und den bestehenden Häusern.

Die den Höhenlinien des hügeligen Geländes folgende, eben verlaufende Erschließungsstraße ins Baugebiet zweigt nun direkt vom Mitterweg ab, sodass die bisherige Siedlung von Zusatzverkehr frei bleibt. Das Mischgebiet wurde direkt an den Waldrand und zur B 306 hin verlegt, wo es am wenigsten stört.

Ein Anliegen von Bürgern und Gemeinde war auch, dass es für den Winter genug Schneeablagerungsflächen gibt. Dafür sorgen großzügige Grünstreifen entlang der Erschließungsstraße, die im Sommer zum Parken genutzt werden können und nach Ansicht der Planer den Wohn- und Spielcharakter der Straße verstärken.

Mehr Gebäude pro Grundstück möglich

An der Südost-Seite sind acht Doppelhäuser angedacht. Im Nordwesten des überplanten Areals sollen als passender Anschluss zu den alten Bauernhäusern zwei Dreispänner gebaut werden. Der Rest des Wohngebietes ist für Einfamilienhäuser gedacht. Auf den zwischen 450 und 1000 Quadratmeter großen Grundstücken wollen Schuardt und Weber den Bauwerbern so viel Freiheit wie möglich lassen und im Sinne des Flächen- und Kostensparens auch mehrere Gebäude pro Grundstück erlauben.

So sei neben dem Hauptwohnhaus ein weiteres kleines barrierefreies Haus als »Altenteil« und eine aufstockbare Garage, über der eine Ferienwohnung entstehen könne, denkbar. Durch die nicht rechtwinklige Gebäudeanordnung entstünden reizvolle Höfe. Auch Kleingewerbe sei möglich. Die Wohnhäuser können südseitig ausgerichtet werden. Praktische Zufahrten zu den Kellergeschossen haben die Planer aufgrund des abfallenden Geländes für das Mischgebiet im Visier. Falls sich fürs Mischgebiet nicht genug Interessenten finden, kann dieses Areal auch zum Wohngebiet dazuwachsen, wie Weber erläuterte.

Der nächste Schritt ist ein Ortstermin mit den Fachbehörden. In Kürze wird auch ein Modell von der geplanten Bebauung im Rathaus ausgestellt und kann von den Bürgern besichtigt werden. Ziel ist laut Hobmaier, heuer noch die Bauleitplanung abzuschließen und ab Frühjahr 2014 die Zufahrtsstraße zu bauen. Die Wohngrundstücke sollen zum Teil frei verkauft werden, zum Teil im Rahmen des »Familienmodells« der Gemeinde. vm