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Baugebiet am Rottauer Ortseingang

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Baugebiet Rottau – Nachrichten aus Grassau
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Vor dem Ortsschild Rottau ist rechts diese große Wiese. Hier wird nach dem knappen Votum der Bürgerbefragung kein Baugebiet für Gewerbe und Wohnen entstehen. Trotzdem ist eine Bebauung nicht völlig ausgeschlossen. (Foto: T. Eder)

Grassau – Auf einer Fläche von über 19 000 Quadratmetern könnte am südwestlichen Ortseingang von Rottau ein neues Baugebiet mit Gewerbe- und Wohnflächen entstehen.


Bereits 2012 wurde eine Baulandausweisung in diesem Bereich angestrebt, jedoch nach negativer Bürgerbefragung von der Gemeinde nicht weiterverfolgt. Der in der Marktgemeinderatssitzung vorgelegte Planentwurf soll noch einmal überarbeitet werden. Dann sollen die Bürger befragt werden, entschied der Rat einhellig.

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Schon vor fünf Jahren wurde eine Baulandausweisung für 26 Bauplätze an der Adersbergerstraße beantragt. Bei einer Bürgerbefragung 2013 waren die Rottauer mit 56,8 Prozent mehrheitlich gegen das Baugebiet. Sie fürchteten, so erläuterte Bürgermeister Rudi Jantke jetzt im Gemeinderat die damalige Ablehnung, ein zu schnelles Wachstum, schlossen aber eine Bebauung in kleinerem Rahmen nicht aus.

Gewerbegebiet und Mischgebiet vorgesehen

Im neuen Planentwurf solle von Westen aus zunächst ein Gewerbegebiet mit 10 500 Quadratmetern für fünf große Gebäude, dann ein Mischgebiet mit 5550 Quadratmetern für sieben Bauplätze (Wohnbebauung) entstehen. Antragsteller sind die Firmen Feichtlbauer und Hofmann, die ihre ortsansässigen Betriebe aussiedeln wollen. Laut Jantke soll es wiederum eine Bürgerbefragung geben.

Zunächst aber soll der Plan modifiziert werden, wobei eine gefälligere Anordnung der Gebäude erreicht werden soll. Zudem soll ein Teil des Mischgebiets für den Einheimischen- bedarf oder sozialen Wohnungsbau reserviert werden. Würden die großen Bauplätze verkleinert, so könnten acht Bauplätze entstehen, wobei die Gemeinde die Hälfte für den Einheimischenbedarf beanspruchen würde.

Stefan Feichtlbauer informierte über sein Unternehmen, 1972 gegründet, das trotz Erweiterungen in Rottau seit 2005 in Übersee eine Zweigstelle habe. In Rottau sei eine weitere Entwicklung nicht möglich gewesen. Nun seien aber beide Standorte ausgereizt. Die Maschinen bräuchten eine Raumhöhe, die in Rottau nicht gegeben sei. Seine Kinder sollten das Unternehmen einmal weiterführen – er wolle Vorkehrungen für die nächste Generation treffen.

Gebäude sollen sich in die Landschaft einfügen

Er habe sich mehrfach vergeblich bemüht, ein passendes Grundstück in Rottau und Grassau zu finden. Im Juni habe er ein Grundstück an der Adersberger Straße gekauft. 25 Mitarbeiter, darunter fünf Auszubildende, habe der Betrieb. Geplant seien vier große Hallen. Die Zufahrt erfolge über die Adersberger Straße. Für die Rottauer sei es wichtig, dass sich die Betriebsgebäude gut in die Landschaft einfügen, bemerkte Jantke – Feichtlbauer bestätigte, dass ihm dies als Rottauer ebenfalls sehr am Herzen liege.

Auch Andi Hofmann wolle aussiedeln. Die Schreinerei wurde 1934 gegründet und sei sehr erfolgreich. Mit einer Hallengröße von 650 bis 700 Quadratmetern und einer Höhe von 5,50 Metern würde er zurechtkommen. Eventuell könnte auch ein kleines Blockheizkraftwerk entstehen, das die Abwärme des Betriebs zur Versorgung des kleinen Gebiets nutzen könne.

Jantke betonte, dass für die Gebäudegestaltung eine gefälligere Lösung nötig sei. Nachdem die geplanten sieben Bauplätze für Wohnbebauung relativ groß seien, könnten diese verkleinert und ein weiteres Grundstück herausgeholt werden. 50 Prozent der Nettobaufläche sollten im Rahmen der Modelllösung dem Einheimischenbedarf zur Verfügung stehen.

Gemeinde will Mitsprache bei Gewerbeflächen

Für die Gewerbeflächen sollte der Gemeinde bei einer Nutzungsänderung ein Mitspracherecht eingeräumt werden. Damit könnten auch größere Märkte oder Discounter ausgeschlossen werden. Manfred Huber (AE) forderte eine genauere Definition der Flächen. Bei einer 19 000 Quadratmeter großen Baulandsausweisung müsse auch für die Gemeinde eine Wohnbebauung möglich sein. Jantke erklärte, dass es in Rottau Bedarf an Einheimischen-Grundstücken gebe.

Eine Baugebietsausweisung ist für das Gremium vorstellbar, zumal die Gewerbeflächenausweisung der Sicherung ortansässiger Betriebe dient. Nach einer neuerlichen Planung soll es zudem eine Bürgerbefragung geben. tb