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Bauausschuss fordert Satteldach für Unterstand

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Dieser Unterstand aus dicken Fichtenstämmen soll nach dem Willen des Bauausschusses ein Satteldach bekommen, weil das die Baugestaltungssatzung in Reit im Winkl vorschreibt. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. Einen Unterstand aus dicken Fichtenstämmen baute sich ein Anwohner vor einigen Wochen an seinem Wohnhaus an der Unterbergstraße unweit des Langlaufstadions und setzte darauf ein Flachdach. Seinen Ausführungen zufolge glaubte er, mit dieser Gestaltung im Einklang mit jeglichen Bauvorschriften zu sein; schließlich habe er sich zuvor im örtlichen Bauamt genau erkundigt. Allerdings gilt in Reit im Winkl eine ortsgebundene Baugestaltungssatzung und die sieht für solche Carports ein Satteldach vor; und zwar mit einer Dachneigung von 17 bis 23 Grad. Darauf pocht der Bauausschuss.


Nachdem der Anwohner seinen Carport samt Flachdach gebaut hatte, bekam er einen Brief der Gemeindeverwaltung mit der Aufforderung, er möge doch die Dachform ändern. Dies tat er nicht und beantragte, dass ihm eine »isolierte Abweichung« von dieser Satzung gewährt werde. Ein vierseitiger Brief seiner Rechtsanwältin lieferte dazu Argumente.

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Kein Mitglied des Ausschusses stimmte für die »isolierte Abweichung« von der Ortsgestaltungssatzung; keine Unterstützung fand ferner der Kompromissvorschlag der Anwältin: Sie schlug anstelle des Flachdaches ein Pultdach vor.

Trotz mehrerer Gespräche mit dem Bauamt sei er nie auf die konkrete Dachgestaltung hingewiesen worden, zitierte Bürgermeister Josef Heigenhauser aus dem Brief der Anwältin. Diese Darstellung wies er zurück: Bereits beim ersten Treffen seien derartige Details genau erörtert worden. Darüber habe man sogar eine Aktennotiz angefertigt.

Begründet wurde der Antrag auf »isolierte Befreiung« aber auch mit mehreren Bezugsfällen im Ort. Zudem entspreche die Ausführung mit den Holzstämmen »deutlich der alpenländischen Prägung der Gemeinde«. Würde man das Dach satzungsgemäß in ein Satteldach umwandeln, entstünden Mehrkosten von 2000 Euro. Die Gestaltung von Dächern auf Carports genieße in Reit im Winkl grundsätzlich »kein besonderes öffentliches Interesse«, so die Anwältin, weswegen eine Ausnahmegenehmigung gerechtfertigt sei. Allerdings schlug sie im Falle einer Ablehnung vorsorglich einen »Hilfsantrag« vor, der Bauwerber wolle demzufolge das Flachdach in ein Pultdach umwandeln. Die Mitglieder des Bauausschusses sahen Versäumnisse beim Antragsteller: »Er muss sich schon genau informieren, was erlaubt ist und dies auch einhalten«, wie beispielsweise Rudi Wolfenstetter sagte. Keiner der Räte stimmte zugunsten des Antrags auf eine Ausnahmegenehmigung; auch der Kompromissvorschlag fand keine Unterstützung. ost